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	<title>Dirk Hetzel, Author at magazin.hiv</title>
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	<description>Hintergründe zum Leben mit HIV, Aids, STIs, Hepatitis</description>
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	<title>Dirk Hetzel, Author at magazin.hiv</title>
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		<title>Melbourne-Erklärung: Niemanden zurücklassen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dirk Hetzel]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Jul 2014 07:06:12 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Vom 20. bis 25. Juli 2014 findet im australischen Melbourne die 20. Internationale Aids-Konferenz statt. In der „Melbourne Declaration“ fordern die Organisatoren ein Ende von Diskriminierung und Stigmatisierung.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
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        <strong>Vom 20. bis 25. Juli 2014 findet im australischen Melbourne die 20. Internationale Aids-Konferenz statt. In der „Melbourne Declaration“ fordern die Organisatoren ein Ende von Diskriminierung und Stigmatisierung. Hier eine Übersetzung ins Deutsche.<br />
</strong><br />
<a href="https://magazin.hiv/2014/07/17/melbourne-erklaerung-niemanden-zuruecklassen/aids-2014_ls_name_location_date_web/" rel="attachment wp-att-21357"><img decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-21357" src="//magazin.hiv/wp-content/uploads/2014/07/AIDS-2014_Quadrat-180x180.jpg" alt="Logo Welt-Aids-Konferenz" width="180" height="180" /></a></p>
<p style="text-align: left;"><em>„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.“</em></p>
<p style="text-align: right;"> – Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948</p>
<p>Zur 20. Welt-Aids-Konferenz 2014 kommen wir in Melbourne zusammen, dem traditionellen Versammlungsort der Wurundjeri, Boonerwrung, Taungurong, Djajawurrung und der Wathaurung, die ursprünglich und auch heute noch die Hüter dieses Gebietes sind und die Kulin-Nation bilden. Wir versammeln uns hier, um über die Fortschritte des weltweiten Umgangs mit HIV und seine zukünftige Richtung zu beraten.</p>
<p>Wir, die Unterzeichner und Unterstützer dieser Erklärung, bekräftigen, dass Gleichbehandlung für einen Umgang mit HIV, der auf Erkenntnissen und Rechten beruht und auf Geschlechtergleichheit zielt, wie auch für wirksame Programme der öffentlichen Gesundheit unverzichtbar ist.</p>
<p>Um HIV zu besiegen und für alle gleichen Zugang zu HIV-Prävention, -Behandlung, -Versorgung und -Betreuung zu erreichen, sollte niemand aufgrund von Geschlecht, Alter, Rasse, ethnischer Zugehörigkeit, Behinderung, religiöser oder spiritueller Überzeugung, wegen des Herkunftslandes, des nationalen Status, der sexuellen Orientierung oder der Geschlechtsidentität, aufgrund der Eigenschaft als Sexarbeiter, Häftling oder Strafgefangener, wegen aktuellen oder ehemaligen Konsums illegaler Drogen oder wegen einer HIV-Infektion kriminalisiert oder diskriminiert werden.</p>
<p>Wir bekräftigen, dass alle Frauen, Männer, Transgender sowie intersexuelle Erwachsene und Kinder Anspruch auf gleiche Rechte und auf gleichen Zugang zu Informationen und Angeboten der HIV-Prävention, -Versorgung und -Behandlung haben. Die Förderung der Geschlechtergleichheit ist entscheidend für einen Umgang mit HIV, der den Bedürfnissen der am stärksten Betroffenen tatsächlich entspricht. Ebenso stehen Menschen, die Sex für Geld anbieten oder angeboten haben oder die verbotene Drogen konsumieren oder ehemals konsumierten, die gleichen Rechte zu wie allen anderen, einschließlich Gleichbehandlung und Vertraulichkeit beim Zugang zur HIV-Versorgung und zu Behandlungsangeboten.</p>
<p>Wir alle sind zutiefst besorgt wegen der fortdauernden Durchsetzung diskriminierender, stigmatisierender, kriminalisierender und schädigender Gesetze, die zu einer Politik und zu Praktiken führen, die die HIV-Vulnerabilität erhöhen. Diese Gesetze, Vorschriften und Praktiken stacheln zu extremer Gewalt gegenüber marginalisierten Gruppen an, festigen Stigmen und untergraben HIV-Programme. Sie bedeuten damit erhebliche Rückschritte für soziale Gerechtigkeit, Gleichheit, die Menschenrechte sowie den Zugang zu medizinischer Versorgung für die mit HIV lebenden und die am stärksten vom Virus bedrohten Menschen.</p>
<p>In mehr als 80 Ländern gelten untragbare Gesetze, die Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung kriminalisieren. Allen Menschen, einschließlich Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Intersexuellen, stehen dieselben Rechte zu. Alle Menschen sind frei und gleich geboren und sind gleichwertige Mitglieder der Menschheitsfamilie.</p>
<p>Wenn Gesundheitsdienstleister mit HIV lebende Menschen oder von HIV oder anderen Gesundheitsgefahren bedrohte Gruppen diskriminieren, verletzen sie ihre ethische Pflicht, Menschen vorurteilsfrei zu versorgen und zu behandeln.</p>
<p><strong>Aus diesem Grund rufen wir zum sofortigen und vereinten Widerstand gegen diese diskriminierenden und stigmatisierenden Praktiken auf und fordern von allen Beteiligten eine gerechtere und wirksamere Herangehensweise mithilfe folgender Aktionen: </strong></p>
<ul>
<li>Regierungen müssen repressive Gesetze abschaffen und politische Maßnahmen einstellen, die diskriminierende und stigmatisierende Praktiken verstärken und so die HIV-Vulnerabilität erhöhen. Zugleich müssen sie Gesetze einführen, die die Gleichbehandlung aktiv fördern.</li>
</ul>
<ul>
<li>Entscheidungsträger dürfen internationale Gesundheitskonferenzen oder -kongresse nicht dazu nutzen, für diskriminierende Gesetze und Praktiken zu werben, die der Gesundheit und dem Wohlergehen schaden.</li>
</ul>
<ul>
<li>Organisationen, die Intoleranz und Diskriminierung einschließlich Sexismus, Homophobie und Transphobie gegen Einzelne oder Gruppen befördern, dürfen keine Gelder für HIV-Programme erhalten.</li>
</ul>
<ul>
<li>Alle Gesundheitsdienstleister müssen nachweisen, dass sie Strategien der Gleichbehandlung umsetzen, um weitere Gelder für HIV-Programme zu erhalten.</li>
</ul>
<ul>
<li>Finanzierungsbeschränkungen wie die Anti-Prostitutions-Verpflichtung [http://en.wikipedia.org/wiki/Anti-prostitution_pledge] und das Verbot des Erwerbs von Nadeln und Spritzen müssen aufgehoben werden, weil sie die Bemühungen zur Eindämmung von HIV, sexuell übertragbaren Infektionen und Hepatitis C bei Sexarbeitern und Drogenkonsumenten behindern.</li>
</ul>
<ul>
<li>Alle Unterzeichner dieser Erklärung müssen für Einbeziehung, Nichtkriminalisierung, Gleichbehandlung und Toleranz eintreten.</li>
</ul>
<p>Abschließend bekräftigen wir noch einmal unseren unermüdlichen Einsatz für Gerechtigkeit, gleichen Zugang für alle zu medizinischer Versorgung und Behandlung und für die Unterstützung der angeborenen Würde und Rechte aller Menschen. Alle Menschen haben ein Anrecht auf die in internationalen Rahmenvereinbarungen gewährten Rechte und Schutzbestimmungen.</p>
<p>Wir können Aids nur besiegen, wenn wir die Barrieren der Kriminalisierung, Stigmatisierung und Diskriminierung überwinden, die nach wie vor die entscheidenden Antriebskräfte der Epidemie darstellen.</p>
<p><strong>Weitere Informationen:</strong></p>
<p style="text-align: left;"><a title="Melbourne Declaration" href="http://www.aids2014.org/Default.aspx?pageId=734">Link zur englischen Originalfassung</a> mit Möglichkeit zur Unterzeichnung</p>
</p></div>
</p></div>
</p></div>
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		<title>Das war 2012</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dirk Hetzel]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Dec 2012 10:37:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Magazin]]></category>
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					<description><![CDATA[Welche  politischen Ereignisse rund um HIV und Aids haben Schlagzeilen gemacht? Was hat uns im zurückliegenden Jahr am meisten bewegt, erschüttert und erfreut?<b> </b>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
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        <b><a href="https://magazin.hiv/2012/12/28/das-war-2012/rueckblick-2012/" rel="attachment wp-att-14346"><img decoding="async" class="alignleft size-thumbnail wp-image-14346" src="//magazin.hiv/wp-content/uploads/2012/12/Rueckblick-2012-180x180.png" alt="Rueckblick-2012" width="180" height="180" /></a>Welche  politischen Ereignisse rund um HIV und Aids haben Schlagzeilen gemacht? Was hat uns im zurückliegenden Jahr am meisten bewegt, erschüttert und erfreut? <em>Dirk Hetzel und Axel Schock</em> haben 15 bemerkenswerte Themen, Aktionen und Highlights aus 2012 zusammengestellt.<br />
</b></p>
<p><span style="color: #ffffff;"><b>Welche  politischen Ereignisse rund um HIV und Aids haben Schlagzeilen gemacht? Was hat </b></span></p>
<p><b>Strafbarkeit der HIV-Übertragung beenden!</b></p>
<figure id="attachment_14319" aria-describedby="caption-attachment-14319" style="width: 180px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://magazin.hiv/2012/12/28/das-war-2012/positionspapier-kriminalisierung/" rel="attachment wp-att-14319"><img decoding="async" class="size-full wp-image-14319" src="//magazin.hiv/wp-content/uploads/2012/12/Positionspapier-Kriminalisierung.png" alt="Das Strafrecht schadet der Prävention (Foto: Rilke/pixelio.de)" width="180" height="180" /></a><figcaption id="caption-attachment-14319" class="wp-caption-text">Das Strafrecht schadet der Prävention (Foto: Rilke/pixelio.de)</figcaption></figure>
<p>Das im März veröffentlichte Positionspapier <a href="http://aidshilfe.de/de/aktuelles/meldungen/pressemitteilung-strafbarkeit-der-hiv-uebertragung-beenden" target="_blank" rel="noopener">„Keine Kriminalisierung von Menschen mit HIV!“</a> löst eine breite Debatte nicht nur unter Juristen, HIV-Positiven wie Aids-Aktivsten aus. Die DAH fordert, die gängige Rechtspraxis zu beenden, wonach Menschen mit HIV die alleinige Verantwortung für eine mögliche sexuelle Übertragung des Virus aufgebürdet wird. Kurz zuvor hatte <a href="http://www.aidshilfe.de/de/aktuelles/meldungen/unterstuetzung-statt-strafrecht">die Deutsche AIDS-Hilfe bereits die „Osloer Erklärung“ unterzeichnet</a>, in der Organisationen und Menschen aus zahlreichen Ländern ein Ende der Strafbarkeit fordern.</p>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_14321" aria-describedby="caption-attachment-14321" style="width: 180px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://magazin.hiv/2012/12/28/das-war-2012/thomas-und-familie/" rel="attachment wp-att-14321"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-thumbnail wp-image-14321" src="//magazin.hiv/wp-content/uploads/2012/12/Thomas-und-Familie-180x180.png" alt="Eine glückliche, junge Familie (Foto: BzgA)" width="180" height="180" /></a><figcaption id="caption-attachment-14321" class="wp-caption-text">Eine glückliche, junge Familie (Foto: BzgA)</figcaption></figure>
<p><strong>Nachwuchs in Leipzig</strong></p>
<p><a href="https://magazin.hiv/2012/05/15/„wir-schaffen-das-schon/">Welt-Aids-Botschafter Thomas ist Vater geworden!</a> Seine Lebensgefährtin Silke brachte am 1. April Sohn Chris-Maurice zur Welt. „Wenn mir nach der Diagnose jemand gesagt hätte, ich würde irgendwann Vater werden, von einem gesunden Kind – den hätte ich für total verrückt gehalten!“, sagte Thomas nach der Geburt. Weil durch seine HIV-Therapie die Viruslast konstant niedrig blieb, konnte Thomas eine natürliche Zeugung wagen, ohne den Virus an seine Partnerin bzw. an den Nachwuchs weiterzugeben.</p>
<figure id="attachment_14324" aria-describedby="caption-attachment-14324" style="width: 180px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://magazin.hiv/2012/12/28/das-war-2012/gegen-den-strich-athen/" rel="attachment wp-att-14324"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-thumbnail wp-image-14324" src="//magazin.hiv/wp-content/uploads/2012/12/Gegen-den-Strich-Athen-180x180.png" alt=" Griechenland will den „sauberen“ Strich (Foto: s.media / pixelio.de)" width="180" height="180" /></a><figcaption id="caption-attachment-14324" class="wp-caption-text">Griechenland will den „sauberen“ Strich (Foto: s.media / pixelio.de)</figcaption></figure>
<p><b>Gegen den Strich – Sexarbeiterinnen am Internet-Pranger</b></p>
<p>HIV-positive <a href="http://www.aidshilfe.de/de/aktuelles/meldungen/hilflos-gefangen-den-netzen-der-huren">Sexarbeiterinnen aus Athen werden an den Internet-Pranger</a> gestellt – in der irrigen Annahme, so Freier zu schützen..</p>
<p>Elf Frauen werden im Mai festgenommen und gegen ihren Willen auf HIV getestet. Das Recht auf körperliche Unversehrtheit wird dadurch massiv verletzt. Doch damit nicht genug: Die Athener Polizei veröffentlicht ihre Gesichter mit vollem Namen und Geburtsdatum im Internet und gibt sie damit der gesamten Welt preis.</p>
<p>Wer sind diese scheinbar rechtlosen Frauen? Sie sollen Opfer von Menschenhandel und Zuhälterei aus Osteuropa sein. Sie sind drogenabhängig und wehrlos. Der griechische Staat hat sie nicht geschützt, sondern wiederum zu Opfern gemacht und sie ein Stück mehr ihrer Menschenwürde beraubt.</p>
<figure id="attachment_14326" aria-describedby="caption-attachment-14326" style="width: 180px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://magazin.hiv/2012/12/28/das-war-2012/truvada/" rel="attachment wp-att-14326"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-thumbnail wp-image-14326" src="//magazin.hiv/wp-content/uploads/2012/12/Truvada-180x180.png" alt="Umstrittene blaue Pillen - Truvada soll vor HIV-Infektionen schützen (Foto: AIDS.org)" width="180" height="180" /></a><figcaption id="caption-attachment-14326" class="wp-caption-text">Umstrittene blaue Pillen &#8211; Truvada soll vor HIV-Infektionen schützen (Foto: AIDS.org)</figcaption></figure>
<p><b>Auf Pille sicher: USA lässt Truvada zur HIV-Prävention zu</b></p>
<p><a href="http://aidshilfe.de/de/aktuelles/meldungen/deutsche-aids-hilfe-begruesst-obama-entscheidung-gegen-einreisebeschraenkungen">2010 schafften die USA das Einreiseverbot </a>für Menschen mit HIV ab. Dies war unter anderem Voraussetzung dafür, dass die weltweit größte Aids-Konferenz 2012 im Land der „unbegrenzten Möglichkeiten“ stattfinden konnte. Im Vorfeld der Konferenz konnte man sogar die Löschung des positiven HIV-Status bei den US-Meldebehörden beantragen.</p>
<p>Ob Zufall oder strategische Absicht, kurz vor Beginn der Aids-Konferenz ließ die <a href="http://www.aidshilfe.de/de/aktuelles/meldungen/usa-hiv-medikament-zur-infektions-vorbeugung-zugelassen">amerikanische Arzneimittelbehörde FDA das Medikament Truvada </a>als sogenannte Prä-Expositions-Prophylaxe (PrEP) zum Schutz HIV-Negativer vor HIV zu. Die Schutzwirkung in Studien bei schwulen Männern und bei heterosexuellen Paaren aus Kenia und Uganda lag bei Ersteren bei 44 und bei den anderen bei 75 %. Damit liegt sie deutlich unter der des Kondoms (95 %) und der sogenannten „Viruslast-Methode“ (96 %).</p>
<p>Wenn man zudem die monatlichen Kosten von rund 800,- EUR (auf Deutschland bezogen) berücksichtigt, drängt sich unweigerlich die Frage auf, wer hiervon profitieren soll – zumal viele HIV-Infizierte in Entwicklungsländern Medikamente bräuchten, sie aber nicht bekommen. Eine Finanzierung der PrEP außerhalb von Studien in Entwicklungs- und Schwellenländern scheint nicht denkbar. Selbst in den Industrienationen wird es fraglich sein, wer sich die Kosten leisten kann und vor allem will.</p>
<p>Und in den USA? Hier soll die PrEP vor allem Gruppen zukommen, die besonders von HIV betroffen sind. Dies sind vor allem Afroamerikaner und Latinos. Beide Gruppen aber verfügen überproportional häufig nicht einmal über eine Krankenversicherung.</p>
<figure id="attachment_14328" aria-describedby="caption-attachment-14328" style="width: 180px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://magazin.hiv/2012/12/28/das-war-2012/welt-aids-konferenz-washington/" rel="attachment wp-att-14328"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-thumbnail wp-image-14328" src="//magazin.hiv/wp-content/uploads/2012/12/Welt-Aids-Konferenz-Washington-180x180.png" alt="Demonstration anlässlich der Welt-Aids-Konferenz" width="180" height="180" /></a><figcaption id="caption-attachment-14328" class="wp-caption-text">Demonstration anlässlich der Welt-Aids-Konferenz</figcaption></figure>
<p><b>Welt-Aids-Konferenz Washington</b></p>
<p>Die<a href="http://aidshilfe.de/de/aktuelles/meldungen/xix-internationale-aids-konferenz-ticker"> Welt-Aids-Konferenz</a> im Juli in Washington ist geprägt von Widersprüchen: US-Außenministerin <a href="http://www.youtube.com/watch?v=yiYs32WSXfo">Hillary Clinton</a> sichert die Unterstützung der USA im Kampf gegen HIV/Aids zu und macht Hoffnung auf eine „Aids-freie Generation“, gleichzeitig aber durften Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter sowie Drogengebraucher nicht zu dem Kongress die USA einreisen. Dagegen formierte sich lautstarker und ideenreicher <a href="http://drogriporter.hu/en/node/2169">Protest</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_14330" aria-describedby="caption-attachment-14330" style="width: 180px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://magazin.hiv/2012/12/28/das-war-2012/bill-clinton-spray-films/" rel="attachment wp-att-14330"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-14330" src="//magazin.hiv/wp-content/uploads/2012/12/Bill-Clinton-Spray-Films.jpg" alt="Bill Clinton: &quot;Es war falsch, dass ich als Präsident gegen Spritzenaustauschprogramme war.&quot; (Foto: Spray Films)" width="180" height="180" /></a><figcaption id="caption-attachment-14330" class="wp-caption-text">Bill Clinton: &#8222;Es war falsch, dass ich als Präsident gegen Spritzenaustauschprogramme war.&#8220; (Foto: Spray Films)</figcaption></figure>
<p><b>War over – Der Krieg gegen Drogen ist nicht zu gewinnen</b></p>
<p>„Intravenöser Drogengebrauch ist für ein Drittel der neuen HIV-Infektionen außerhalb Subsahara-Afrikas verantwortlich“, heißt es im <a href="http://globalcommissionondrugs.org/wp-content/themes/gcdp_v1/pdf/GCDP_HIV-AIDS_2012_REFERENCE.pdf">Bericht</a> der „Globalen Kommission zur Drogenpolitik“.</p>
<p>Es geht um Geld, um sehr viel Geld. Der Jahresumsatz mit illegalisierten Drogen liegt bei geschätzten 330 Milliarden Dollar. Das ist etwa so viel wie in der Textilindustrie. Jährlich verschlingt dieser Krieg rund 100 Milliarden Dollar, ohne Erfolge. Dazu das menschliche Leid: Allein in Mexiko gab es in den zurückliegenden fünf Jahren rund 50.000 Tote im Krieg gegen Drogen.</p>
<p>Zahlen für Deutschland: Jedes Jahr werden für Betäubungsmitteldelikte Freiheitsstrafen (inklusive Bewährungsstrafen) von 300.000 Monaten verhängt, das sind mehr als 25.000 Jahre bzw. mehr als 300 Menschenleben pro Jahr (Statistisches Bundesamt, 2007). Laut einer vom <a title="Schätzung der Ausgaben der öffentlichen Hand durch den Konsum illegaler Drogen in Deutschland" href="http://www.dbdd.de/images/publikationen/dbdd/mostardt_floeter_neumann_wasem_pfeiffer-g_2010.pdf" target="_blank" rel="noopener">Bundesgesundheitsministerium in Auftrag gegebenen Studie </a> entstehen pro Jahr mindestens 3,8 Milliarden Euro Ausgaben aufgrund des Drogenverbotes. Das sind 317 Millionen Euro pro Monat bzw. 10,4 Millionen Euro pro Tag.</p>
<p>Noch scheint ein anderer Umgang mit illegalisierten Drogen in den meisten Gesellschaften dieser Erde aus ideologischen Gründen kaum vorstellbar. Doch die Ergebnisses jahrzehntelanger repressiver Drogenpolitik machen deutlich, wie wichtig ein Strategiewechsel ist.</p>
<figure id="attachment_14333" aria-describedby="caption-attachment-14333" style="width: 180px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://magazin.hiv/2012/12/28/das-war-2012/arzte-in-den-op/" rel="attachment wp-att-14333"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-14333" src="//magazin.hiv/wp-content/uploads/2012/12/Ärzte-in-den-OP.jpg" alt="Gute Nachrichten nicht für Positive im OP-Saal (Foto: agp/pixelio.de)" width="180" height="180" /></a><figcaption id="caption-attachment-14333" class="wp-caption-text">Gute Nachrichten nicht für Positive im OP-Saal (Foto: agp/pixelio.de)</figcaption></figure>
<p><b>HIV-positive Ärzte in den OP!</b></p>
<p>Eine im August herausgegebene <a href="http://aidshilfe.de/de/aktuelles/meldungen/hiv-positive-aerzte-den-op">gemeinsame Empfehlung </a>der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten (DVV) und der Gesellschaft für Virologie GfV) macht dem Quasi-Berufsverbot von HIV-positiven OP-Ärzten ein Ende. Denn, so die Experten: eine HIV-Übertragung durch infiziertes medizinisches Personal auf Patienten sei bei nichtinvasiven medizinischen Maßnahmen „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ ausgeschlossen, wenn die üblichen Maßnahmen zur Hygiene eingehalten werden.</p>
<figure id="attachment_13655" aria-describedby="caption-attachment-13655" style="width: 180px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://magazin.hiv/2012/08/26/bock-bloggt-die-lauten-und-die-leisen-tone/demowolfsburg/" rel="attachment wp-att-13655"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-thumbnail wp-image-13655" src="//magazin.hiv/wp-content/uploads/2012/08/DemoWolfsburg-180x165.jpg" alt="Demo Wolfsburg" width="180" height="165" /></a><figcaption id="caption-attachment-13655" class="wp-caption-text">Demonstration in Wolfsburg (Foto: DAH)</figcaption></figure>
<p><b>Positive Begegnungen Wolfsburg</b></p>
<p>Zwei besonders emotionale Ereignisse kennzeichnen die Positiven Begegnungen im August in Wolfsburg. Rund 200 Menschen setzten mit ihrer Demonstration durch die Fußgängerzone ein kraftvolles Zeichen gegen Diskriminierung und die Strafbarkeit der HIV-Übertragung. Überschattet wurde der Kongress durch einen <a href="http://aidshilfe.de/de/aktuelles/meldungen/gewalttat-ueberschattet-positive-begegnungen">gewaltsamen Angriff</a> auf zwei schwule Konferenzteilnehmer, die in der Innenstadt niedergeschlagen wurden.</p>
<figure id="attachment_14335" aria-describedby="caption-attachment-14335" style="width: 180px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://magazin.hiv/2012/12/28/das-war-2012/dirk-bach-foto-ruprecht-stempel-2/" rel="attachment wp-att-14335"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-thumbnail wp-image-14335" src="//magazin.hiv/wp-content/uploads/2012/12/Dirk-Bach-Foto-Ruprecht-Stempel-180x180.jpg" alt=" Dirk Bach 23. April 1961-01. Oktober 2012 (Foto: Ruprecht Stempel)" width="180" height="180" /></a><figcaption id="caption-attachment-14335" class="wp-caption-text">Dirk Bach 23. April 1961-01. Oktober 2012 (Foto: Ruprecht Stempel)</figcaption></figure>
<p><b>Trauer um Dirk Bach, und das Ende von kreuz.net</b></p>
<p>Mit Dirk Bach, der am 1. Oktober 51-jährig überraschend einem Herzleiden erlegen war, ist nicht nur ein gefeierter Schauspieler und Entertainer gestorben, sondern auch ein engagierter Homosexuellen- und Aidsaktivist. Der verleumderische Nachruf auf kreuz.net löst einen Sturm der Entrüstung aus – und führt schließlich dazu, dass das homophobe, antisemitische wie islamfeindliche katholische Nachrichtenportal offline geht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<figure id="attachment_14336" aria-describedby="caption-attachment-14336" style="width: 180px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://magazin.hiv/2012/12/28/das-war-2012/hiv-im-fokus/" rel="attachment wp-att-14336"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-thumbnail wp-image-14336" src="//magazin.hiv/wp-content/uploads/2012/12/HIV-im-Fokus-180x180.png" alt="Plakat des Berliner Kongresses &quot;HIV im Fokus&quot;" width="180" height="180" /></a><figcaption id="caption-attachment-14336" class="wp-caption-text">Plakat des Berliner Kongresses &#8222;HIV im Fokus&#8220;</figcaption></figure>
<p><b>Safer Sex ohne Kondom ist möglich</b></p>
<p>Es gibt ein sicheres, <a href="https://magazin.hiv/2012/01/30/„eine-wunderschone-erleichterung/">kondomfreies Sexleben auch mit HIV</a>. Wer seit mindestens sechs Monaten eine Viruslast unter der Nachweisgrenze hat, die Therapie konsequent durchführt und keine anderen symptomatischen Geschlechtskrankheiten hat, überträgt HIV bei Kondomverzicht mit einer Wahrscheinlichkeit, die der von Safer Sex mit Kondom entspricht. Was diese Erkenntnisse für das (Sex-)Leben, die Behandlung und die Prävention bedeuten, wurde im September mit <a href="http://www.update-your-life.com/projekte/hiv-im-fokus/startseite.html">„HIV im Fokus“</a> im Berliner Roten Rathaus erstmals auf einem deutschen Fachkongress diskutiert. Auch der <a href="http://www.bmg.bund.de/praevention/nationaler-aids-beirat/nationaler-aids-beirat/votumantiretroviralenmedikamenten.html">Nationale AIDS-Beirat </a>macht sich dafür stark, die präventive Wirkung von HIV-Therapien „offen und öffentlichkeitswirksam“ zu kommunizieren.</p>
<figure id="attachment_14338" aria-describedby="caption-attachment-14338" style="width: 180px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://magazin.hiv/2012/12/28/das-war-2012/online-beratungsteam/" rel="attachment wp-att-14338"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-thumbnail wp-image-14338" src="//magazin.hiv/wp-content/uploads/2012/12/Online-Beratungsteam-180x180.jpg" alt=" Das Team von aidshilfe-beratung.de (Foto: privat)" width="180" height="180" /></a><figcaption id="caption-attachment-14338" class="wp-caption-text">Das Team von aidshilfe-beratung.de (Foto: privat)</figcaption></figure>
<p><strong>20.000 mal Rat und Hilfe im Netz</strong></p>
<p>Seit fünf Jahren erhalten Hilfesuchende auf <a href="www.aidshilfe-beratung.de">www.aidshilfe-beratung.de</a> fachkundigen Rat in allen Fragen rund um HIV und Aids.<strong><a href="http://aidshilfe.de/de/aktuelles/meldungen/onlineberatung-der-aidshilfen-auf-erfolgskurs"> Am 10. September wurde bereits die 20.000 Anfrage beantwortet</a>. </strong>Absender war ein junger Mann, der nach einem sexuellen Erlebnis und einer schlaflosen Nacht um die fachliche Einschätzung des Infektionsrisikos bat. „Unsere große Stärke ist die Vielfalt in unserem Team: Schwule, Lesben und Heteros, darunter selbstverständlich auch Menschen mit HIV. Wir kennen die Lebenswelten unserer Zielgruppen und wissen, wovon wir reden“, nennt Werner Bock, fachlicher Leiter der Onlineberatung, als einen der wichtigsten Gründe für die hohe Qualität der Beratungsarbeit.</p>
<figure id="attachment_14219" aria-describedby="caption-attachment-14219" style="width: 180px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://magazin.hiv/2012/11/28/uberlebensgros/markus-uberlebensgros/" rel="attachment wp-att-14219"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-thumbnail wp-image-14219" src="//magazin.hiv/wp-content/uploads/2012/11/Markus-überlebensgroß-180x180.jpg" alt="Markus vor seinem Plakat" width="180" height="180" /></a><figcaption id="caption-attachment-14219" class="wp-caption-text">Markus vor seinem Plakat der Kampagne &#8222;Positiv zusammen leben&#8220; (Foto: Holger Wicht)</figcaption></figure>
<p><b>Zum Tod des IWITT-Botschafters Markus</b></p>
<p>Als 2010 die bundesweite Welt-Aidstags-Kampagne „Positiv zusammen leben“ startete, gehörte Markus zu den ersten Mutigen, die als Botschafter der bis dahin europaweit einmaligen Kampagne mit HIV-Positiven mit dabei waren. Markus’ bewegende <a href="Markus’ Lebensgeschichte bei ICH WEISS WAS ICH TU">Lebensgeschichte</a> und sein Engagement bei ICH WEISS WAS ICH TU hat auch dort viele Menschen berührt. Markus’ gab HIV ein Gesicht. „Um die Ausgrenzung zu beenden“, sagte Markus, „muss man den Menschen die Angst nehmen“. <a href="https://magazin.hiv/2012/11/28/uberlebensgros/">Am 27. November ist er an den Folgen einer Krebserkrankung verstorben.</a></p>
<figure id="attachment_10107" aria-describedby="caption-attachment-10107" style="width: 180px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://magazin.hiv/2012/02/06/halbzeit-bei-%e2%80%9epositive-stimmen/logo-aidshilfe-de-quadratisch/" rel="attachment wp-att-10107"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-thumbnail wp-image-10107" src="//magazin.hiv/wp-content/uploads/2012/02/logo-aidshilfe-de-quadratisch-180x180.jpg" alt="Logo positive stimmen" width="180" height="180" /></a><figcaption id="caption-attachment-10107" class="wp-caption-text">Gegen die Ausgrenzung von Menschen mit HIV/Aids</figcaption></figure>
<p><b>„positive stimmen“ verschaffen sich Gehör!</b></p>
<p>Ein einmaliges Projekt legt im August <a href="http://aidshilfe.de/de/shop/positive-stimmen-verschaffen-sich-gehoer">überraschende wie erschreckende Zahlen</a> vor. Ein halbes Jahr hatten rund 40 speziell geschulte HIV-positive Interviewerinnen und Interviewer in ganz Deutschland erstaunliche 1.148 andere Menschen mit HIV über ihre Erfahrungen mit Stigmatisierung befragt. 29% der Befragten etwa gehen gegenüber ihrem Arbeitgeber offen mit ihrer Infektion um – mehr als meist vermutet. Knapp 77% der Befragten hatten im Jahr vor der Befragung Diskriminierung erlebt – von Tratsch über Beleidigungen bis hin zu tätlichen Angriffen. <a href="http://www.positive-stimmen.de/">www.positive-stimmen.de</a></p>
<figure id="attachment_14340" aria-describedby="caption-attachment-14340" style="width: 180px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://magazin.hiv/2012/12/28/das-war-2012/homohat-in-osteuropa/" rel="attachment wp-att-14340"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-thumbnail wp-image-14340" src="//magazin.hiv/wp-content/uploads/2012/12/Homohat-in-Osteuropa-180x180.png" alt="Homohatz in Osteuropa" width="180" height="180" /></a><figcaption id="caption-attachment-14340" class="wp-caption-text">Protestaktion in St. Petersburg gegen das umstrittene Gesetz (Foto: Thinkprogress.org)</figcaption></figure>
<p><b>Hatz auf Homosexuelle</b></p>
<p><a href="https://magazin.hiv/2012/05/17/„blut-wird-fliesen-in-den-strasen/">In vielen Ländern Osteuropas</a> wird die Lage von Schwulen und Lesben immer bedrohlicher. In Belgrad kapituliert der Rechtssaat erneut vor rechten Drohungen und verbietet wie schon im Vorjahr den &#8222;Belgrad Pride“ – wegen „Sicherheitsbedenken“.</p>
<p>In der Ukraine, Georgien und in den russischen Städten <a href="http://aidshilfe.de/de/aktuelles/meldungen/trotz-internationaler-proteste-st-petersburg-verbietet-homo-propaganda">St. Petersburg</a> und <a href="http://aidshilfe.de/de/aktuelles/meldungen/keine-homosexuelle-propaganda-st-petersburg-kein-methadon-russland">Moskau</a> wäre eine Gay Pride Demonstration überhaupt nicht mehr denkbar – dort überall sind Gesetze in Vorbereitung bzw. schon ratifiziert, die die Propagierung von Homosexualität’ unter Strafe stellen. Positive Kommentare zur Homosexualität oder die Einfuhr und Verbreitung von Materialen, die „Homosexualität bewerben“ können zum Teil mit mehrjährigen Haftstrafen geahndet werden.</p>
<p>Madonna machte bei ihrem St. Petersburger Konzert die Probe aufs Exempel und erntete eine Strafanzeige. Weil sie in Moskau zum Coming-out ermunterte, droht Lady Gaga nun eine Geldstrafe. In der ukrainischen Hauptstadt Kiew gingen Nationalisten mit Tränengas gegen Schwule und Lesben vor, die gegen das geplante Verbot von &#8222;Homo-Propaganda&#8220; demonstrierten.</p>
<figure id="attachment_13955" aria-describedby="caption-attachment-13955" style="width: 180px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://magazin.hiv/2012/10/27/es-ist-einfach-zeit-mit-dem-versteckspiel-aufzuhoren/marika1/" rel="attachment wp-att-13955"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-thumbnail wp-image-13955" src="//magazin.hiv/wp-content/uploads/2012/10/Marika1-180x180.jpg" alt="Marika ist Botschafterin der diesjährigen Welt-Aids-Tag-Kampagne. Foto: " width="180" height="180" /></a><figcaption id="caption-attachment-13955" class="wp-caption-text">Marika ist Botschafterin der diesjährigen Welt-Aids-Tag-Kampagne. Foto:</figcaption></figure>
<p><b>Welt-Aidstags-Botschafterin Marika schreibt Geschichte</b></p>
<p>„Ich lebe schon 23 Jahre mit dem Virus, und es ist einfach Zeit, mit dem Versteckspiel aufzuhören“, sagt die 52-jährige Marika. Über lange Jahre wurde Marika von der Drogensucht beherrscht. Doch durch eine Substitutionsbehandlung hat sie ihr Leben wieder in den Griff bekommen – und auch den Mut gefunden, offen zu ihrer HIV-Infektion zu stehen. Sie ist die erste substituierte Welt-Aidstags-Botschafterin.</p>
<p>Marikas ist nur eine von vielen durch Drogenersatzprogramme ermöglichten Erfolgsgeschichten. Am Landgericht Augsburg ist man davon offensichtlich unbeeindruckt. <a href="http://aidshilfe.de/de/aktuelles/meldungen/deutsche-aids-hilfe-kritisiert-menschenverachtende-gerichtsbeschluesse">Die Klagen zweier Inhaftierter </a>auf Substitutionsbehandlung wurden niedergeschlagen.</p>
<figure id="attachment_14341" aria-describedby="caption-attachment-14341" style="width: 180px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://magazin.hiv/2012/12/28/das-war-2012/hans-peter-hauschild-preis/" rel="attachment wp-att-14341"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-thumbnail wp-image-14341" src="//magazin.hiv/wp-content/uploads/2012/12/Hans-Peter-Hauschild-Preis-180x180.jpg" alt="Preisverleihung" width="180" height="180" /></a><figcaption id="caption-attachment-14341" class="wp-caption-text">Norbert Dräger vom Café Karussell (Foto: Dirk Hetzel)</figcaption></figure>
<p><b>Ehrung für das Frankfurter Café Karussell </b></p>
<p>Das schwule Seniorenprojekt „Café Karussell“ im offenen Szenetreff Switchboard der AIDS-Hilfe Frankfurt wurde im Dezember mit dem diesjährigen Hans-Peter-Hauschild-Preis ausgezeichnet. „Es schlägt Brücken zwischen altgedienten Polittunten und versteckt lebenden Homosexuellen, die erst auf ihre alten Tage lernen, dass der Paragraph 175 der Vergangenheit angehört. Es bietet den Raum für neue Freundschaften und das Flicken der durch das Aidsgeschehen oder einfach nur das Alter löchrig gewordenen sozialen Netze“, lobte Bernd Aretz, HIV-Aktivist der ersten Stunde, in seiner Laudatio das seit 2009 bestehende Projekt.
      </p></div>
</p></div>
</p></div>
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		<title>Der Antipode wird 70</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Dirk Hetzel]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 Nov 2012 09:34:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Szene & Community]]></category>
		<category><![CDATA[Ein virus kennt keine Moral]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[Guido Vael]]></category>
		<category><![CDATA[Hans Peter Hauschild]]></category>
		<category><![CDATA[Kino]]></category>
		<category><![CDATA[Rosa von Praunheim]]></category>
		<category><![CDATA[Spiegel]]></category>
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					<description><![CDATA[K(l)eine Jubelschrift anlässlich des siebzigsten Geburtstags von Rosa von Praunheim]]></description>
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        <figure id="attachment_14179" aria-describedby="caption-attachment-14179" style="width: 180px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://magazin.hiv/2012/11/25/der-antipode-wird-70/rosa-70/" rel="attachment wp-att-14179"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-thumbnail wp-image-14179" title="Rosa 70" src="//magazin.hiv/wp-content/uploads/2012/11/Rosa-70-180x180.jpg" alt="Rosa von Praunheim in rosa Tüll" width="180" height="180" /></a><figcaption id="caption-attachment-14179" class="wp-caption-text">Ganz in rosa: Rosa von Praunheim wird 70 (Foto: Basisfilm)</figcaption></figure></p>
<p>Nein, dies wird keine Jubelschrift anlässlich des siebzigsten Geburtstags von Rosa von Praunheim. Aber auch keine Abrechnung oder ein Nachtreten nach jahrzehntelanger Fehde zwischen „unfreiwilligen“ Gegenspielern.</p>
<p>Die  Ansichten des Filmemachers und Schwulenaktivisten zur deutschen HIV-Prävention sind bis zum heutigen Tag umstritten, und die Wunden der heftigen Auseinandersetzungen der 90er Jahre scheinen bis heute nicht geheilt zu sein.</p>
<p>Auf beiden Seiten. Anders scheint es kaum erklärbar, warum die Gegner von einst, auch zwanzig Jahre später kein Statement anlässlich des Geburtstags abgeben wollen. Auch der Jubilar selbst stand der Deutschen AIDS-Hilfe für ein Interview nicht zur Verfügung.</p>
<blockquote><p>Die Mörder unter uns</p></blockquote>
<p>AIDS – und in diesem Fall muss das Wort in seiner alten Schreibweise mit großen Lettern geschrieben werden – die Metapher also, wie Susan Sontag in ihrem Buch so vortrefflich herausgearbeitet hat, die uns alle zu verschlingen drohte, hat heftigste Gefühle wie Zorn, Wut und Hass in uns allen ausgelöst.</p>
<p>Warum wir? Warum trifft AIDS ausgerechnet die schwulen Männer, die gerade an Selbstbewusstsein gewonnen hatten und deren Kampf um Anerkennung ihrer Sexualität in der Gesellschaft noch lange nicht zu Ende war?</p>
<p>In dieser verzweifelten Situation, in der Tausende Männer ihre Männer, Lover, One-Night-Stands verloren und mit Kriegsmetaphern gegen die Krankheit selbst, aber auch gegen Politik und Gesellschaft wie auch gegen die Gay-Community gefeuert wurde, schlug auch Rosa von Praunheims Vorwurf an die Adresse der HIV-Präventionisten in Deutschland ein wie ein Bombe: „Ihr seid alle Mörder!“.</p>
<p>Der Vorwurf Praunheims richtete sich vornehmlich gegen das deutsche Präventionsverständnis, das sich von dem unterschied, dass er während seines langjährigen Aufenthaltes in den USA kennengelernt hatte.</p>
<p>Gingen dort die Schwulen gewissermassen selbst mit dem Schlüssel in der Hand los, um Saunen und Darkrooms zu schließen, so stritten die damaligen Top-Präventionisten in Deutschland wie Hans Peter Hauschild, Rainer Schilling und Guido Vael für den Erhalt dieser Räume als „Lernorte von Safer Sex“.</p>
<p>Ihr Credo lautete: Schwule Männer können lernen sich zu schützen. Saunen und Darkrooms sind soziale Orte schwulen Lebens, die genutzt werden müssen, um der Ohnmacht, die AIDS auslöste und schwule Sexualität erneut ins Abseits stellte, Gemeinschaft entgegen zu setzen.</p>
<p>Nicht weniger, sondern mehr Nähe sollte helfen, den trennenden Kräften von AIDS Einhalt zu bieten. Kein trotziges „Jetzt erst Recht“, sondern vielmehr ein Zusammenrücken<em> trotz</em> AIDS sollte das Trauma überwinden helfen.</p>
<blockquote><p>Seuchenstrategische Maßnahmen richten sich immer gegen Menschen</p></blockquote>
<p>AIDS drohte mehr als Anderes, das gewonnene Selbstbewusstsein zu zerstören. Dieses Selbstbewusstsein mag sich mancherorts in einem hemmungslosen hedonistischen Ausleben von Sexualität gezeigt haben. Und es ist sicherlich richtig, dass an diesen Orten HIV-Infektionen stattgefunden haben. Doch seuchenstrategische Maßnahmen, wie das Schließen solcher Orte, richten sich auch immer gegen die Menschen, die sie aufsuchen.</p>
<figure id="attachment_14181" aria-describedby="caption-attachment-14181" style="width: 180px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://magazin.hiv/2012/11/25/der-antipode-wird-70/rosa-portrat/" rel="attachment wp-att-14181"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-thumbnail wp-image-14181" title="Porträt Praunheim" src="//magazin.hiv/wp-content/uploads/2012/11/Rosa-Porträt-180x180.png" alt="Praunheim mit roter Base-Cap" width="180" height="180" /></a><figcaption id="caption-attachment-14181" class="wp-caption-text">Mit Leidenschaft produktiv und provokant (Foto: Praunheim Film)</figcaption></figure>
<p>Die Paternalisten von einst so wie die von heute, argumentieren natürlich mit dem Wohl für die schwulen Männer, die sich diesen Gefahren dann nicht mehr aussetzen können. Und es stimmt traurig wie wenig Selbstbewusstsein, wie wenig Zutrauen und wie wenig emanzipatorische Reife in diesem Ansinnen liegen.<br />
Aus deutscher Präventionssicht muss gesagt werden: Wir hatten Glück, dass die, die es für uns besser zu wissen glaubten, nicht die Oberhand gewonnen haben.</p>
<p>Sexualität wurde nicht zurückgedrängt, die Lernorte schwuler Sexualität durften in Deutschland weiter existieren. Wer sie nutzen wollte, konnte und wer nicht, musste nicht hingehen. Es ist in Deutschland nicht gelungen durch Schließung von Saunen und Darkrooms, ein Exempel gegen schwule Sexualität als vermeintliche Ursache für AIDS zu statuieren! Und das ist gut so!</p>
<p>Wie gut die hiesige gegenüber der nordamerikanischen Präventionsstrategie geglückt ist, zeigt seit Jahrzehnten der unterschiedliche Verlauf der HIV-Infektionen, die in internationalem Vergleich in Deutschland besonders niedrig ausfällt. Das ist und bleibt das Verdienst der Verunglimpften von damals, „den Mördern“ der „Wir-wissen-was-gut-für-euch-ist-Strategie“.</p>
<blockquote><p> Herzlichen Dank und Glückwunsch Rosa von Praunheim!</p></blockquote>
<p>Genauso wie Praunheims großartige Kampfansage aus den 70er – „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation in der er lebt“  – noch heute gilt, hat auch sein Schlagwort aus den 80er Jahren Gültigkeit bewahrt; „Ein Virus kennt keine Moral.“</p>
<figure id="attachment_14180" aria-describedby="caption-attachment-14180" style="width: 180px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://magazin.hiv/2012/11/25/der-antipode-wird-70/ein-virus-kennt-keine-moral/" rel="attachment wp-att-14180"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-thumbnail wp-image-14180" title="Ein Virus kennt keine Moral" src="//magazin.hiv/wp-content/uploads/2012/11/Ein-Virus-kennt-keine-Moral-180x180.jpg" alt="Filmszene aus &quot;Ein Virus kennt keine Moral&quot;" width="180" height="180" /></a><figcaption id="caption-attachment-14180" class="wp-caption-text">Filmszene aus &#8222;Ein Virus kennt keine Moral&#8220; (Foto: Praunheim Filmproduktion)</figcaption></figure>
<p>Warum in alles in der Welt hat man jedoch bis heute das Gefühl, dass viele Äußerungen Praunheims zum Thema HIV mehr von moralinsaurer Bevormundung als von respektvoller Zugewandtheit geprägt sind?</p>
<p>Natürlich muss man Rosa von Praunheim für all seine Bemühungen danken, die er dem Thema Aids in Deutschland geschenkt hat. Ob Fernsehauftritte, eigene Filme oder Benefizveranstaltungen – all das wird mit seinem Namen verbunden bleiben.</p>
<p>Doch vielleicht sein größter Verdienst liegt in seiner Kampfansage an die deutsche Präventionsstrategie selbst. In einem „Spiegel“-interview von 2009 sagt er: „Ohne Reibung, ohne Tabubrüche gibt es keinen Fortschritt.“ Und eines ist gewiss: An Praunheims harten Worten wurde sich gerieben, ja, wundgerieben.</p>
<p>Die Präventionsstrategen der 80er und 90er Jahre haben den Fehdehandschuh aufgehoben und ihre eigene Position daran gestärkt. So kräftezehrend und kränkend für beide Seiten die Auseinandersetzung war, sinnlos war sie nicht. Sie hat den „deutschen Präventionsweg“ in Abgrenzung zu Praunheims Anwürfen unterstützt und vorangetrieben.</p>
<p>Ganz gleich, ob man der Auffassung ist, dass Praunheim seinen eigenen Erkenntnissen hinterherhinkt, wollen wir dem Sturkopf, Provokateur und „Nestbeschmutzer“ Rosa von Praunheim für seine Angriffsfläche danken und ihm zu seinem Siebzigsten gratulieren. Mag es auch manchem noch so wehtun.</p>
<p><em>Dirk Hetzel</em>
      </div>
</p></div>
</p></div>
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