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	<title>Werner Bock, Author at magazin.hiv</title>
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	<description>Hintergründe zum Leben mit HIV, Aids, STIs, Hepatitis</description>
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	<title>Werner Bock, Author at magazin.hiv</title>
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		<title>Bock bloggt 5 &#124; Mao, Iron und ich</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Werner Bock]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 04 Oct 2018 10:38:10 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Im Rahmen eines Austauschprogramms für Nichtregierungsorganisationen zwischen China und der EU lernt unser Mitarbeiter Werner Bock vier Wochen lang die Arbeit einer chinesischen HIV-Organisation in Hefei kennen. Seine Erlebnisse schildert er in Bock bloggt.]]></description>
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        <strong>Im Rahmen eines Austauschprogramms für Nichtregierungsorganisationen zwischen China und der EU lernt unser Mitarbeiter Werner Bock vier Wochen lang die Arbeit einer chinesischen HIV-Organisation in Hefei kennen. Seine Erlebnisse schildert er in Bock bloggt.</strong></p>
<p>7.400 Kilometer weiter, 15 Grad kälter. Ich bin zurück in Berlin. Pan hat es sich nicht nehmen lassen, mich um fünf Uhr morgens zum Flughafen zu bringen. In Gedanken bin ich immer noch in China. Meine letzte Reise dort führte mich nach Peking. Ich will noch mehr über schwul-lesbisches Leben erfahren und besuche das LGBT-Center, das sich im 23. Stock eines Hochhauses befindet.</p>
<h2>Das Beijing LGBT-Center</h2>
<p>Seit 10 Jahren gibt es diese Einrichtung und ich bin überrascht, wie groß die Organisation ist: 16 Schwule, Lesben und Trans* arbeiten hauptamtlich im „Beijing LGBT-Center“. Finanziert wird die Arbeit durch Spenden, auch durch Unterstützung aus dem Ausland. Geld von staatlichen chinesischen Stellen gibt es nicht.</p>
<figure id="attachment_1545752" aria-describedby="caption-attachment-1545752" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><a href="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/10/Hochhaus.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-full wp-image-1545752" src="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/10/Hochhaus.jpg" alt="Beitrag Bock bloggt" width="300" height="475" srcset="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/10/Hochhaus.jpg 300w, https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/10/Hochhaus-189x300.jpg 189w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1545752" class="wp-caption-text">Das &#8222;Beijing LGBT-Center&#8220; in Peking sitzt im 23. Stockwerk</figcaption></figure>
<p>Als ich ankomme, ist gerade das wöchentliche Teamgespräch, zu dem ich kurzerhand eingeladen werde. Ich verstehe zwar nicht, worüber gesprochen wird, bin aber von der Atmosphäre sofort angetan. Reihum berichten die Mitarbeiter_innen von ihrer Arbeit, alles läuft sehr diszipliniert. Es wird aber auch viel gelacht und Erfolge werden beklatscht. Man merkt, dass die Leute dort gerne und mit Herzblut arbeiten. Im Team sind Psycholog_innen, Sozialarbeiter_innen, Soziolog_innen, ein Filmemacher und Iron, die Geschäftsführerin. Iron ist eine zierliche Frau mit schwarzer Lederjacke, knallrotem Lippenstift und einer wahnsinnigen Energie. Und mit Humor. Ich mag sie sofort und bin sehr beeindruckt, als sie mir von ihrer Arbeit erzählt.</p>
<p>Es gibt Gruppenangebote und Beratung für Schwule, Lesben und Trans*. Das Center organisiert aber auch Fortbildungen für Psycholog_innenen und Therapeut_innen, um diese für LGBT-Belange zu sensibilisieren. „In China ist bei vielen Menschen, leider auch bei Fachleuten, immer noch die Meinung verbreitet, man könnte Schwule oder Lesben durch Therapie ‚umpolen‘. Dagegen kämpfen wir an und klären auf“, erzählt mir Iron.</p>
<figure id="attachment_1545757" aria-describedby="caption-attachment-1545757" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/10/Gruppe.jpg"><img decoding="async" class="size-full wp-image-1545757" src="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/10/Gruppe.jpg" alt="Beitrag Bock bloggt" width="800" height="355" srcset="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/10/Gruppe.jpg 800w, https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/10/Gruppe-300x133.jpg 300w, https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/10/Gruppe-768x341.jpg 768w, https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/10/Gruppe-788x350.jpg 788w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1545757" class="wp-caption-text">Das Team von &#8222;LGBT-Beijing-Center&#8220; mit Werner Bock (zweite Reihe, Vierter von links) und Geschäftsführerin Iron (erste Reihe, Dritte von links) mit ihrem Team</figcaption></figure>
<h2>Trans* in China</h2>
<p>Und noch ein Projekt beeindruckt mich sehr: In Zusammenarbeit mit der Universität in Peking wurde eine landesweite Studie durchgeführt, um mehr über die Lebenssituation von trans* Menschen zu erfahren. Fast 6.000 Personen nahmen an der Befragung teil. Die Ergebnisse werden jetzt auf verschiedenen Kongressen vorgestellt. „Wir wollen das Thema Trans* mehr ins öffentliche Bewusstsein bringen und so zur Verbesserung der Situation von trans* Menschen beitragen“, sagt mir ein_e Mitarbeiter_in. „Auch eine ‚transgender hotline‘ haben  wir eingerichtet. Die erste in China.“ Dort können sich nun trans* Menschen beraten lassen.</p>
<p>Das LGBT-Center bespielt auch die Sozialen Medien und hat sogar einen Facebook-Auftritt, obwohl Facebook, Twitter und Youtube auf Anweisung der chinesischen Regierung blockiert werden. „Es gibt da Mittel und Wege“, werde ich von einem Mitarbeiter mit einem Schmunzeln aufgeklärt. Es gibt sie, die kleinen Freiheiten.</p>
<figure id="attachment_1545754" aria-describedby="caption-attachment-1545754" style="width: 300px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/10/Werner-Mao.jpg"><img decoding="async" class="size-full wp-image-1545754" src="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/10/Werner-Mao.jpg" alt="Beitrag Bock bloggt" width="300" height="383" srcset="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/10/Werner-Mao.jpg 300w, https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/10/Werner-Mao-235x300.jpg 235w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1545754" class="wp-caption-text">Werner Bock auf dem &#8222;PLatz des himmlischen Friedens&#8220; in Peking</figcaption></figure>
<p>„Wenn du in Peking bist, muss du dir auf jeden Fall den Platz des Himmlischen Friedens anschauen“, hat mir Pan mit auf den Weg gegeben. Ein Ort mit Geschichte: 1911 hat dort der letzte Kaiser von China abgedankt, und 1949 hat Mao dort das kommunistische China ausgerufen. Noch heute ist ein riesiges Porträt von ihm am Tor des Himmlischen Friedens zu sehen. Traurige Berühmtheit erlangte der Platz 1989, als das chinesische Militär einen Studentenaufstand mit Panzern und Gewehren niederschlug. Eine der Forderungen der Demonstrant_innen war Meinungs- und Pressefreiheit. Ich fahre nachdenklich von Peking nach Hefei zurück.</p>
<h2>Gastfreundschaft</h2>
<p>Über vier Wochen habe ich in China verbracht. Ich habe viele Menschen kennengelernt und viel über HIV und schwules Leben dort erfahren. Ich konnte verschiedene Organisationen besuchen und bin immer mit offenen Armen empfangen worden. Zu keiner Zeit und an keinem Ort habe ich mich als Ausländer komisch oder gar ängstlich gefühlt. Ich hoffe, dass es Pan genauso geht, wenn er bald zum Gegenbesuch nach Deutschland kommt.</p>
<figure id="attachment_1545755" aria-describedby="caption-attachment-1545755" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><a href="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/10/Salat.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-1545755" src="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/10/Salat.jpg" alt="Beitrag Bock bloggt" width="300" height="411" srcset="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/10/Salat.jpg 300w, https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/10/Salat-219x300.jpg 219w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1545755" class="wp-caption-text">&#8222;Heute haben wir Gras gegessen&#8220; &#8211; kulinarische Herausforderung: Western Food</figcaption></figure>
<p>Als es Zeit wird, Abschied zu nehmen, werde ich etwas melancholisch. Pan und seine Kollegen sind mir in der Zeit ans Herz gewachsen. Als kleines Dankeschön lade ich sie zum Essen ein. Zur Feier des Tages gibt es „Western Food“. Kulinarisch war das chinesische Essen für mich eine Herausforderung. Und meinen Gästen scheint es nun mit dem europäischen Essen genauso zu gehen. Lange wird überlegt und beraten, was bestellt werden soll.  Es schmeckt „very special“ versichert mir Rui, der sich für ein Sandwich mit Salatbeilage entschieden hat.</p>
<p>Am Abend schaue ich mir in unserer WeChat-Gruppe die Bilder vom Abschiedsessen an und muss herzhaft lachen: „Heute haben wir Gras gegessen“, hat Rui geschrieben. Salat scheint nicht sein Ding zu sein. Obwohl wir uns sonst prächtig verstanden haben, kulinarisch finden wir nicht so recht zusammen.</p>
<p>Weitere Beiträge der Reihe „China Calling“:</p>
<p class="entry-title"><a href="https://magazin.hiv/2018/08/31/bock-bloggt-1-die-ankunft/">Bock bloggt 1 | Die Ankunft</a></p>
<p class="entry-title"><a href="https://magazin.hiv/2018/09/07/bock-bloggt-2-not-that-different/">Bock bloggt 2 | (Not) that different</a></p>
<p class="entry-title"><a href="https://magazin.hiv/2018/09/17/bock-bloggt-3-schwulsein-in-china-nicht-illegal-aber-abnormal/">Bock bloggt 3 | Schwulsein in China – nicht illegal, aber „abnormal“</a></p>
<p class="entry-title"><a href="https://magazin.hiv/2018/09/28/bock-bloggt-teil-4-work-life-balance-auf-chinesisch/">Bock bloggt 4 | Work-Life-Balance auf Chinesisch</a></p>
</p></div>
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		<title>Bock bloggt Teil 4 &#124; Work-Life-Balance auf Chinesisch</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Werner Bock]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Sep 2018 10:17:10 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Austausch EU-China]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Rahmen eines Austauschprogramms für Nichtregierungsorganisationen zwischen China und der EU lernt unser Mitarbeiter Werner Bock vier Wochen lang die Arbeit einer chinesischen HIV-Organisation in Hefei kennen.]]></description>
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        <strong>Im Rahmen eines Austauschprogramms für Nichtregierungsorganisationen zwischen China und der EU lernt unser Mitarbeiter Werner Bock vier Wochen lang die Arbeit einer chinesischen HIV-Organisation in Hefei kennen. Seine Erlebnisse schildert er in Bock bloggt.</strong></p>
<p>Hefei, Luan Road Nr. 86. Hier befindet sich mein neuer „Arbeitsplatz“, denn hier sind die Räume des „Anhui Hefei Qingwei Health Center“. Um genau zu sein: Es sind zwei. Der erste Raum ist Empfang, Büro und Gruppenraum zugleich, im zweite Raum finden Beratung und Test statt – und er dient als Lager.</p>
<figure id="attachment_1545732" aria-describedby="caption-attachment-1545732" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Pan-Tommy-20180924_203059.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-1545732" src="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Pan-Tommy-20180924_203059.jpg" alt="Beitrag Bock bloggt" width="800" height="355" srcset="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Pan-Tommy-20180924_203059.jpg 800w, https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Pan-Tommy-20180924_203059-300x133.jpg 300w, https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Pan-Tommy-20180924_203059-768x341.jpg 768w, https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Pan-Tommy-20180924_203059-788x350.jpg 788w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1545732" class="wp-caption-text">Pan und Tommy, meine chinesischen Kollegen</figcaption></figure>
<p>Die Ausstattung ist einfach und zusammengewürfelt, ein paar Poster hängen an der Wand, von der an vielen Stellen die Farbe abblättert. Ein Telefon, zwei Computer. Und zwei Mitarbeiter: Pan und Tommy, meine chinesischen Kollegen. Die Aufgaben sind gewaltig, und ich bin beeindruckt, was die beiden hier auf die Beine stellen.</p>
<h2>HIV in China</h2>
<p>In der Provinz Anhui, deren Hauptstadt Hefei ist, leben 70 Millionen Menschen. Laut Statistik gibt es in der gesamten Provinz 20.000 HIV-Positive, 2.000 davon leben in Hefei.</p>
<blockquote><p>70 % der HIV-Übertragungen finden über heterosexuellen Sex statt</p></blockquote>
<p>„In den Städten machen Männer, die Sex mit Männern haben, die größte Gruppe von HIV-Positiven aus“, sagt Pan. „In Hefei sind das 80 %.“ Auf ganz China bezogen zeigt sich aber ein anderes Bild: 70 % der HIV-Übertragungen finden über heterosexuellen Sex statt. HIV betrifft hier die heterosexuelle Bevölkerung also weitaus mehr als in Deutschland.</p>
<p>Für ganz China nennt die Statistik für 2017 die offizielle Zahl von 760.000 HIV-Positiven. Man schätzt aber, dass viele HIV-Infektionen noch unentdeckt sind und die tatsächliche Zahl eher bei über 1,1 Millionen liegt. 134.500 neue HIV-Infektionen wurden 2017 diagnostiziert, 12 % mehr als im Jahr zuvor. 31.000 Menschen sind 2017 in China an den Folgen von Aids gestorben. Viel zu viele in Zeiten, in denen man eine HIV-Infektion gut behandeln kann.</p>
<h2>Test and treat</h2>
<blockquote><p>HIV-Medikamente sind kostenlos</p></blockquote>
<p>Es besteht also großer Bedarf an Aufklärungs- und Testangeboten. Die sind aber äußerst rar, egal ob für Schwule oder Heteros. „Qingwei“ ist die einzige Organisation in Hefei und der ganzen Provinz Anhui, die speziell für Männer, die Sex mit Männern haben, Beratung und Unterstützung anbietet. Die Mittel für HIV-Aufklärung und Prävention sind sehr begrenzt, dafür setzen die Behörden auf die Strategie „test and treat“ – also testen und behandeln. <a href="https://magazin.hiv/2018/01/28/10-jahre-schutz-durch-therapie/">Unter medikamentöser Therapie ist HIV nicht mehr übertragbar</a>, man will so verhindern, dass sich HIV rapide ausbreitet. HIV-Medikamente sind kostenlos. Das hat mich erstaunt und zeigt, dass Regierung und Behörden auf steigende HIV-Zahlen reagieren. Auch im „Qingwei“ muss man für den HIV-Test nichts bezahlen.</p>
<p>Unglaubliche 2.000 HIV-Tests werden pro Jahr von der kleinen Organisation vor Ort durchgeführt. Sieben Prozent der Tests fallen HIV-positiv aus! Den HIV-Test für zu Hause, <a href="https://www.aidshilfe.de/meldung/hiv-selbsttest-aids-verhindern-0">der bald auch in Deutschland erhältlich sein wird</a>, gibt es in China übrigens schon lange. 800 HIV-Selbsttests hat „Qingwei“ im letzten Jahr verschickt.</p>
<figure id="attachment_1545727" aria-describedby="caption-attachment-1545727" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Training-20180922_133845.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-1545727" src="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Training-20180922_133845.jpg" alt="Beitrag Bock bloggt" width="800" height="355" srcset="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Training-20180922_133845.jpg 800w, https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Training-20180922_133845-300x133.jpg 300w, https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Training-20180922_133845-768x341.jpg 768w, https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Training-20180922_133845-788x350.jpg 788w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1545727" class="wp-caption-text">Werner Bock erzählt freiwilligen Helfern von seiner Arbeit in Deutschland</figcaption></figure>
<h2>„Wenn ich es nicht mache, macht es vielleicht keiner“</h2>
<p>Mit 40 Stunden Wochenarbeitszeit ist das alles nicht leistbar. Pan ist eigentlich immer im Dienst. Ständig hängt er am Smartphone und beantwortet Beratungsanfragen, egal ob er gerade im Büro ist, oder ob wir zum Abendessen im Restaurant sitzen. „Auch nachts haben mich schon Leute angerufen, weil sie verzweifelt waren“, sagt Pan. Er lebt sehr für seinen Job – und das schon seit 13 Jahren. Umso mehr überrascht es mich, als er mir erzählt, dass er auch schon ein paarmal daran gedacht hat, aufzuhören: „Ich habe ja eigentlich Informatik studiert, und in der IT-Branche könnte ich viel mehr Geld verdienen, aber hier werde ich gebraucht. Mit vielen bei „Qingwei“ bin ich freundschaftlich verbunden und manchmal denke ich, wenn ich es nicht mache, macht es vielleicht keiner.“ Ich bewundere Pan für das, was er macht, und gleichzeitig mache ich mir wegen seiner nicht vorhanden Work-Life-Balance auch ein wenig Sorgen.</p>
<h2>Raus aufs Land</h2>
<figure id="attachment_1545721" aria-describedby="caption-attachment-1545721" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Berge2-20180920_091700.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-1545721" src="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Berge2-20180920_091700.jpg" alt="Beitrag Bock bloggt" width="800" height="355" srcset="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Berge2-20180920_091700.jpg 800w, https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Berge2-20180920_091700-300x133.jpg 300w, https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Berge2-20180920_091700-768x341.jpg 768w, https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Berge2-20180920_091700-788x350.jpg 788w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1545721" class="wp-caption-text">Die Gelben Berge des Huangshan Gebirges</figcaption></figure>
<p>Deswegen gehe ich mit gutem Beispiel voran – und mache Urlaub! Nachdem ich mich seit Wochen in überfüllten Millionenstädten aufhalte, sehne ich mich nach Natur und Ruhe. „Du musst dir unbedingt Huang Shan, das Gelbe Gebirge anschauen“, sagt mir einer der Volunteers, und auch mein China-Reiseführer preist die Schönheit der Berge, während Hefei darin mit keiner Zeile Erwähnung findet. Also mache ich mich auf, die Fahrt nach Tonkou – Ausgangsort für die Bergtour – dauert nur vier Stunden.</p>
<p><a href="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Wanderung-20180920_101454.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-1545724 alignleft" src="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Wanderung-20180920_101454.jpg" alt="Beitrag Bock bloggt" width="400" height="631" srcset="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Wanderung-20180920_101454.jpg 400w, https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Wanderung-20180920_101454-190x300.jpg 190w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><br />
Am nächsten Morgen mache ich mich zeitig auf den Weg, um die Berge zu erklimmen, und schon der Andrang an der Seilbahn im Tal hätte mich stutzig machen müssen. Oben angekommen, ist der Ausblick wirklich spektakulär und atemberaubend. Zeit, die Natur in Ruhe zu genießen, gibt es allerdings nicht. Auf 1.600 Metern Höhe geht es zu wie an einem verkaufsoffenen Sonntag kurz vor Weihnachten in einer deutschen Fußgängerzone. Menschenmassen, wohin man schaut!</p>
<p>Allerdings ist in China alles wohl organisiert. Es sind viele geführte Gruppen  unterwegs, bei denen über laute Mikros die Schönheiten der Berge erklärt werden. Einheitliche Kopfbedeckung stärkt das Gruppengefühl – zudem findet man sich viel leichter, wenn der Nebel aufzieht. Der kam dann übrigens wirklich, sodass man kaum mehr drei Meter sehen konnte. Dahin war sie, die spektakuläre Aussicht. Das hat die Chines_innen aber nicht davon abgehalten, weiterhin fleißig Fotos zu machen: Selfie im Nebel, zehn Meter weiter dann nochmal Selfie im Nebel, und nach weiteren zehn Metern nochmal. So ganz verstehe ich dieses Land noch nicht.</p>
<h2>Atemlos durch die Nacht</h2>
<figure id="attachment_1545725" aria-describedby="caption-attachment-1545725" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Bar-20180923_213717.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-1545725" src="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Bar-20180923_213717.jpg" alt="Beitrag Bock bloggt" width="800" height="355" srcset="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Bar-20180923_213717.jpg 800w, https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Bar-20180923_213717-300x133.jpg 300w, https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Bar-20180923_213717-768x341.jpg 768w, https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Bar-20180923_213717-788x350.jpg 788w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1545725" class="wp-caption-text">Werner Bock und Sue, die Betreiberin der schwulen Kneipe</figcaption></figure>
<p>Von meinem Landausflug komme ich mit heftigem Muskelkater und viel neuer Motivation zurück. Die brauche ich auch, denn Pan verpasst mir Wochenend-Dienst. Am Samstag nehme ich an einem Training für neue Volunteers teil und erzähle dort auch über HIV und schwules Leben in Deutschland. Sonntag geht´s zum Kondomeverteilen in den Park, in die einzige schwule Kneipe der Stadt und in eine schwule Sauna. Atemlos durch die Nacht. Szenetechnisch kenne ich mich dafür nun bestens aus.</p>
<p>Pan will übrigens auch mal in die Berge fahren. Irgendwann, wenn er mal Zeit hat.</p>
<p>Zaijian aus China!</p>
<p>Bisher erschienen:</p>
<p><a href="https://magazin.hiv/2018/08/31/bock-bloggt-1-die-ankunft/">Bock bloggt 1 | Die Ankunft</a></p>
<p><a href="https://magazin.hiv/2018/09/07/bock-bloggt-2-not-that-different/">Bock bloggt 2 | (Not) that different</a></p>
<p><a href="https://magazin.hiv/2018/09/17/bock-bloggt-3-schwulsein-in-china-nicht-illegal-aber-abnormal/">Bock bloggt 3 | Schwulsein in China – nicht illegal, aber „abnormal“</a>
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		<title>Bock bloggt 3 &#124; Schwulsein in China – nicht illegal, aber „abnormal“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Werner Bock]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Sep 2018 14:41:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Global]]></category>
		<category><![CDATA[Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Austausch EU-China]]></category>
		<category><![CDATA[Bock bloggt]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Hefei]]></category>
		<category><![CDATA[Werner Bock]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Rahmen eines Austauschprogramms für Nichtregierungsorganisationen zwischen China und der EU lernt unser Mitarbeiter Werner Bock vier Wochen lang die Arbeit einer chinesischen HIV-Organisation in Hefei kennen.]]></description>
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        <strong>Im Rahmen eines Austauschprogramms für Nichtregierungsorganisationen zwischen China und der EU lernt unser Mitarbeiter Werner Bock vier Wochen lang die Arbeit einer chinesischen HIV-Organisation in Hefei kennen. Seine Erlebnisse schildert er in Bock bloggt.</strong></p>
<p>Wie sieht schwules Leben in China aus? Diese Frage hat mich am allermeisten interessiert, als klar war, dass ich für das Austauschprogramm angenommen wurde.</p>
<blockquote><p>Homosexualität wurde in China 1997 entkriminalisiert</p></blockquote>
<p>Homosexualität wurde in China 1997 entkriminalisiert, seit 2001 gilt Homosexualität nicht mehr als Geisteskrankheit. Noch nicht so lange her, aber immerhin. In den letzten Jahren hat sich in den Großstädten eine schwule Bar- und Clubszene entwickelt, habe ich vorab im Internet gelesen. Das Ergebnis für Hefei fällt allerdings ernüchternd aus: Es gibt hier nur eine Gay-Bar – und das bei 7 Millionen Einwohner_innen! Im Vergleich zu Peking (22 Millionen) und Shanghai (23 Millionen) lebe ich hier quasi in der Kleinstadt – und somit in der schwulen Diaspora.</p>
<figure id="attachment_1545638" aria-describedby="caption-attachment-1545638" style="width: 400px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/dateing-App.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-1545638" src="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/dateing-App.jpg" alt="Dating App - Bock bloggt" width="400" height="533" srcset="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/dateing-App.jpg 400w, https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/dateing-App-225x300.jpg 225w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1545638" class="wp-caption-text">Schwule in China lernen sich hauptsächlich über das Internet kennen</figcaption></figure>
<p>Zum Glück gibt es auch in China Internet und schwule Dating-Apps – und die nutzen schwule Männer ausgiebig. „89 % aller Männer, die bei uns einen HIV-Test gemacht haben, gaben in einem Fragebogen an, dass sie ihre Sexpartner im Internet kennengelernt haben“, erzählt mir mein chinesischer Kollege Pan. Und die Auswahl an Männerbekanntschaften dort ist  groß: Die angesagteste Dating-App „Blued“ hat über 50 Millionen User – und seit ich hier bin, ja noch einen mehr.</p>
<h2><strong>Flirtfaktor? Null!</strong></h2>
<p>Schwules Leben findet hauptsächlich im Netz und in den eigenen vier Wänden statt. In Hefei gibt es keine LGBT-Organisation, kein schwules Magazin, kein schwules Leben in der Öffentlichkeit. Mein Eindruck ist, dass die meisten Menschen hier überhaupt nicht auf dem Schirm haben, dass es so etwas wie Schwule, Lesben oder Trans* gibt.</p>
<p>Auf der Straße, im Restaurant, im Hotel ist der Flirtfaktor gleich Null. Man macht sein Ding und nimmt vom anderen wenig Notiz. Augenkontakt gibt es nur äußerst flüchtig, ein Lächeln ist die absolute Ausnahme. Ausnahme ist auch, dass man sich im Fahrstuhl grüßt oder jemanden aus Höflichkeit den Vortritt lässt. Ich glaube, das ist ein kulturelles Ding – und da ist sie wieder, die Gemeinsamkeit: Auch der Berliner ist ja eher für seinen spröden Charme bekannt.</p>
<h2><strong>Nicht gutheißen, nicht ablehnen, nicht fördern</strong></h2>
<p>Die offizielle Linie von Regierung und Behörden gegenüber LGBT gilt als äußerst ambivalent. Zwar ist Homosexualität nicht illegal, öffentlich sichtbar soll homosexuelles Leben aber auch nicht sein. Im Fernsehen und im Internet ist die Darstellung von Homosexualität oder gleichgeschlechtlichen Beziehungen verboten – so etwas gilt als „abnormal“. Den chinesischen Behörden war es schon zu viel, als beim diesjährigen Eurovision Song Contest ein verliebtes Jungenpaar auf der Bühne zu sehen war, das miteinander tanzte und Händchen hielt. Dieser Teil der Übertragung wurde herausgeschnitten und zensiert. Das ist erst vier Monate her.</p>
<p>In den letzten Jahren wurden in verschiedenen Städten öffentliche Aktionen von LGBT immer wieder verboten. Dabei geht es vielleicht sogar weniger um das Thema Homosexualität an sich, sondern darum, dass jede Form des „organisierten Andersseins“ von den Behörden als mögliche Gefahr betrachtet wird.</p>
<figure id="attachment_1545642" aria-describedby="caption-attachment-1545642" style="width: 400px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Shanghai.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-1545642" src="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Shanghai.jpg" alt="Skyline Shanghai - Bock bloggt" width="400" height="572" srcset="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Shanghai.jpg 400w, https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Shanghai-210x300.jpg 210w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1545642" class="wp-caption-text">Die Skyline von Shanghai ist märchenhaft</figcaption></figure>
<h2><strong>Ausnahmen bestätigen die Regel</strong></h2>
<p>Wie können LGBT-Organisationen in einem solchen Klima überhaupt arbeiten? Um darüber mehr zu erfahren, bin ich nach Shanghai gereist, eine faszinierende Stadt, in der das alte Europa und das moderne China aufeinandertreffen. Dort habe ich Robert Bu vom „Shanghai Youth AIDS Health Center“ kennengelernt. Neben der HIV-Prävention und der Unterstützung von Menschen mit HIV ist es der Organisation wichtig, die Lebenssituation von LGBT zu verbessern.</p>
<p>„In Shanghai haben es LGBT nicht so schwer wie andernorts in China“, erzählt Robert. „Es ist weniger traditionell hier, Schwule und Lesben sind weniger dem Druck von Familie und Verwandtschaft ausgesetzt.“ In der chinesischen Gesellschaft ist es extrem wichtig, dass die Söhne und Töchter heiraten, Kinder bekommen und so der Name der Familie an die nächste Generation weitergegeben wird. Passiert das nicht, gilt es als Schande für die ganze erweiterte Familie.</p>
<figure id="attachment_1545640" aria-describedby="caption-attachment-1545640" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Robert-20180916_200421.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-1545640" src="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Robert-20180916_200421.jpg" alt="Interview - Bock blockt" width="800" height="306" srcset="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Robert-20180916_200421.jpg 800w, https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Robert-20180916_200421-300x115.jpg 300w, https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Robert-20180916_200421-768x294.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1545640" class="wp-caption-text">Robert Bu vom„Shanghai Youth AIDS Health Center“ erzählt mir von seiner Arbeit</figcaption></figure>
<p>Einen anderen Weg zu gehen und schwules Selbstbewusstsein aufzubauen ist deswegen nicht einfach. „Unsere Organisation bietet einen Freiraum. Jeden Abend finden Gruppen und Aktivitäten für LGBT statt, es gibt Vorträge und Diskussionen“, berichtet Robert. „Wir bauen Netzwerke von LGBT-Aktivist_innen auf, unterstützen sie und vermitteln ihnen, wie sie ihre Arbeit im legalen Rahmen durchführen können.“ Einfach mal demonstrieren? Das kann zu Verhaftungen führen. „Es ist wichtig, die verschiedenen politischen Ebenen zu beachten. Es kommt darauf an, wie man etwas macht“, sagt Robert, der Jura studiert und ein paar Jahre in einer staatlichen Behörde gearbeitet hat. Das ist ein großer Vorteil, weil er weiß, wie die Verwaltung tickt.</p>
<h2><strong>Karaoke gegen den Druck</strong></h2>
<figure id="attachment_1545644" aria-describedby="caption-attachment-1545644" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Karaoke-2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-1545644" src="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Karaoke-2.jpg" alt="Karaoke - Bock bloggt" width="800" height="355" srcset="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Karaoke-2.jpg 800w, https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Karaoke-2-300x133.jpg 300w, https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Karaoke-2-768x341.jpg 768w, https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Karaoke-2-788x350.jpg 788w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1545644" class="wp-caption-text">Karaoke macht Spaß und hilft dabei, den Druck abzubauen</figcaption></figure>
<p>Zurück in Hefei erlebe ich eine Überraschung: Pan und seine Volunteers laden mich zum Karaoke ein, einem beliebten Freizeitvergnügen in China. Ich bin erstaunt: Einige von den Jungs, die ich bisher als eher zurückhaltend erlebt habe, zeigen hier eine ganz andere, lustige, ausgelassene Seite. „Das Singen hilft gegen den großen Druck, dem wir ausgesetzt sind“, sagt mir Rui, einer der Volunteers. Neben chinesischen Sänger_innen, die an Karel Gott oder Helene Fischer erinnern, kennt man hier Lady Gaga genauso wie Celine Dion. Und so singen wir: Laut und schön und falsch. Eine Gruppe von Schwulen, die zusammen viel Spaß hat. Das Normalste der Welt.</p>
<p>Zàijiàn aus China!</p>
<p>Bisher erschienen:</p>
<p><a href="https://magazin.hiv/2018/08/31/bock-bloggt-1-die-ankunft/">Bock bloggt 1 | Die Ankunft</a></p>
<p><a href="https://magazin.hiv/2018/09/07/bock-bloggt-2-not-that-different/">Bock bloggt 2 | (Not) that different</a>
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		<title>Bock bloggt 2 &#124; (Not) that different</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Werner Bock]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Sep 2018 11:43:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Global]]></category>
		<category><![CDATA[Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Austausch EU-China]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Rahmen eines Austauschprogramms für Nichtregierungsorganisationen zwischen China und der EU lernt unser Kollege Werner Bock vier Wochen lang die Arbeit einer chinesischen HIV-Organisation in Hefei kennen]]></description>
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        <strong>Im Rahmen eines Austauschprogramms für Nichtregierungsorganisationen zwischen China und der EU lernt unser Mitarbeiter Werner Bock vier Wochen lang die Arbeit einer chinesischen HIV-Organisation in Hefei kennen. Seine Erlebnisse schildert er in Bock bloggt.</strong></p>
<p>Seit über einer Woche bin ich nun in China – und erschlagen von den vielen Eindrücken.</p>
<p>Nachdem ich ein paar Tage in Hefei war, fliege ich mit Pan nach Chengdu, einer Stadt mit 15 Millionen Einwohnern. Dort findet ein Workshop mit allen 24 „Twinnern“ statt.</p>
<h2>24 Twinner, 12 aus Europa, 12 aus China</h2>
<p>12 davon aus verschiedenen europäischen Ländern, 12 aus China. Alle arbeiten in Non-Profit-Organisationen (in Deutschland würde man am ehesten von Vereinen sprechen).</p>
<p>Die Arbeitsfelder reichen von Klimawandel, Müll-Recycling über nachhaltige Landwirtschaft bis hin zu Sexualaufklärung und HIV.</p>
<p>Es gibt Vorträge, Präsentationen von Teilnehmenden über ihre Arbeit und ein „World-Café“, bei dem es um gemeinsame Ziele unserer Arbeit geht.</p>
<figure id="attachment_1545545" aria-describedby="caption-attachment-1545545" style="width: 800px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Ganze-Gruppe2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-1545545" src="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Ganze-Gruppe2.jpg" alt="Beitrag zu Bock bloggt" width="800" height="368" srcset="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Ganze-Gruppe2.jpg 800w, https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Ganze-Gruppe2-300x138.jpg 300w, https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Ganze-Gruppe2-768x353.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1545545" class="wp-caption-text">Teilnehmer_innen des Austauschprogramms für Nichtregierungsorganisationen zwischen China und der EU</figcaption></figure>
<blockquote><p>Meine wahrscheinlich lustigste Taxifahrt ever</p></blockquote>
<p>An einem Nachmittag machen wir eine Exkursion zu einem Stadtteilzentrum, das in kleinem Rahmen vor Ort Müll recycelt. Wir nehmen ein Taxi.</p>
<p>Der Taxifahrer ist erst etwas zögerlich, drei europäische Männer mitzunehmen, unsere chinesische Kollegin überzeugt ihn aber.</p>
<p>Was dann kommt, ist wahrscheinlich die lustigste Taxifahrt, die ich jemals erlebt habe. Nachdem der Fahrer unsere Nationalitäten erfragt hat (belgisch, englisch, deutsch), hält er uns einen Vortrag über europäischen Fußball. Das Ganze mit Lautstärke, Überzeugung und Bestimmtheit. Würde unsere Kollegin nicht übersetzen, würden wir annehmen, er rede über äußerst ernste, staatstragende Dinge.</p>
<p>Deutschland ist fußballmäßig ganz klar sein Favorit. Als der belgische Kollege einwendet, Belgien sei doch bei der WM weiter gekommen als Deutschland, wird er vom Fahrer in strengem Ton gemaßregelt. Die Deutschen seien die Besten, das sei schon seit Beckenbauer so! Es sind Momente wie dieser, die den Aufenthalt hier so interessant machen.</p>
<blockquote><p>Essen spielt in China und bei diesem Austausch eine wichtige Rolle</p></blockquote>
<p>In der Gruppe lernen wir uns in den drei Tagen immer besser kennen. Das passiert mal wieder beim Essen (Essen spielt in China eine extrem wichtige Rolle) und bei einem Ausflug zu einer Panda-Aufzuchtstation. Immer wieder ergeben sich so Gespräche mit den verschiedenen Teilnehmer_innen. In der Gruppe entsteht ganz schnell ein Wir-Gefühl.</p>
<figure id="attachment_1545546" aria-describedby="caption-attachment-1545546" style="width: 800px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Hot-Pot-Werner2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-1545546" src="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Hot-Pot-Werner2.jpg" alt="Beitrag zu Bock bloggt" width="800" height="345" srcset="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Hot-Pot-Werner2.jpg 800w, https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Hot-Pot-Werner2-300x129.jpg 300w, https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Hot-Pot-Werner2-768x331.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1545546" class="wp-caption-text">Gemeinsam essen stärkt das Wir-Gefühl</figcaption></figure>
<p>Nachdem Pan mir erzählte, dass Chengdu die Schwulenhauptstadt Chinas ist, und ein paar chinesische Kolleginnen unbedingt mal in eine Schwulenbar wollten, feierten wir am letzten Abend unseren Abschied im „Hunk“, einer Bar mit kühlem Ambiente und lauter Musik, wie es sie auch in Berlin geben könnte. Mit unser Gruppe haben wir trotzdem viel Spaß. Schade, dass es schon unser letzter Abend ist.</p>
<h2>Gemeinsamkeiten und Unterschiede</h2>
<p>Zurück in Hefei überkommt mich eine leichte Melancholie. Beim Workshop habe ich interessante, aufgeschlossene und kreative Menschen kennengelernt, mit denen man ernsthaft an Themen arbeiten und ebenso viel Spaß haben konnte. Ob sie Chines_innen oder Europäer_innen waren, spielte dabei keine Rolle. Gemeinsamkeiten haben definitiv eine weitaus größere Rolle gespielt als Unterschiede.</p>
<p>Die Frage nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden beschäftigt mich weiter. Wenn ich durch Hefei laufe, fühlt es sich auf den ersten Blick gar nicht so fremd an, wie ich es mir vorgestellt hatte. Menschen gehen einkaufen, sitzen in Restaurants, es gibt McDonald&#8217;s und Starbucks, junge Menschen tragen westliche Markenklamotten.</p>
<blockquote><p>Das Wort Häusermeer ist hier definitiv passend</p></blockquote>
<p>Unübersehbar ist, in welch ungeheurem Ausmaß hier Neubauten entstehen. An jeder Ecke wird gebaut. Das Wort Häusermeer ist hier definitiv passend. Wobei damit Hochhäuser mit 40, 50 Stockwerken gemeint sind. Das Land boomt, das ist überhaupt nicht zu übersehen.</p>
<figure id="attachment_1545547" aria-describedby="caption-attachment-1545547" style="width: 800px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Hotel-Ausblick2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-1545547" src="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Hotel-Ausblick2.jpg" alt="Beitrag zu Bock bloggt" width="800" height="398" srcset="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Hotel-Ausblick2.jpg 800w, https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Hotel-Ausblick2-300x149.jpg 300w, https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Hotel-Ausblick2-768x382.jpg 768w, https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/09/Hotel-Ausblick2-360x180.jpg 360w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1545547" class="wp-caption-text">An jeder Ecke wird gebaut. Das Wort Häusermeer beschreibt es passend. Hochhäuser mit 40, 50 Stockwerken sind keine Seltenheit.</figcaption></figure>
<h2>Chinesische Leistungsgesellschaft, digital</h2>
<p>Leistungsbereitschaft ist hier ein sehr hoher Wert. Chines_innen scheinen alle Workoholics zu sein.</p>
<p>Der hohe Leistungsdruck beginnt schon in der Schule und setzt sich im Arbeitsleben fort, das haben mir mehrere der chinesischen Kolleg_innen erzählt.</p>
<p>Fast alle haben zwei Smartphones, ein privates und eines für die Arbeit, damit sie ständig erreichbar sind. Bei uns hätte schon längst der Betriebsrat interveniert.</p>
<p>Überhaupt Smartphone: Ohne geht gar nicht. Mit dem Smartphone wird telefoniert, ununterbrochen getextet – und bezahlt.</p>
<p>Das nicht nur in großen Geschäften, sondern auch am kleinsten Straßenstand. Und mit dem Smartphone wird natürlich auch gedatet. Was für Schwule in Deutschland PlanetRomeo oder Grindr sind, ist für den chinesischen schwulen Mann Blued. Pan hat es mir eben auf meinem Smartphone installiert.</p>
<p>Das Pendant zur <a href="https://www.urbandictionary.com/define.php?term=rice%20queen">Rice-Queen</a> (Europäer und andere Nicht-Asiaten, die auf Asiaten stehen) ist übrigens die Potatoe-Queen (Asiaten, die auf Europäer stehen). Das hatte ich bisher noch nicht gewusst.</p>
<p>Das Austauschprogramm zeigt jetzt schon erste Erfolge 😉</p>
<p>Fortsetzung folgt. Zàijiàn aus China!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Teil 1 (Die Ankunft) vom 31.8.2018 findet sich hier: <a href="https://magazin.hiv/2018/08/31/bock-bloggt-1-die-ankunft/">https://magazin.hiv/2018/08/31/bock-bloggt-1-die-ankunft/</a></em>
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		<title>Bock bloggt 1 &#124; Die Ankunft</title>
		<link>https://magazin.hiv/magazin/global/bock-bloggt-1-die-ankunft/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Werner Bock]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Aug 2018 10:17:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Global]]></category>
		<category><![CDATA[Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Austausch EU-China]]></category>
		<category><![CDATA[Bock bloggt]]></category>
		<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Werner Bock]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Rahmen eines Austauschprogramms für Nichtregierungsorganisationen zwischen China und der EU lernt unser Kollege Werner Bock vier Wochen lang die Arbeit einer chinesischen HIV-Organisation in Hefei kennen]]></description>
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        <strong>Im Rahmen eines Austauschprogramms für Nichtregierungsorganisationen zwischen China und der EU lernt unser Mitarbeiter Werner Bock vier Wochen lang die Arbeit einer chinesischen HIV-Organisation in Hefei kennen. Seine Erlebnisse schildert er in Bock bloggt.</strong></p>
<p>Gestern bin ich in China angekommen. Nachdem Fotos von mir gemacht sind und alle Fingerabdrücke abgenommen wurden, darf ich einreisen.</p>
<p>Am Flughafen in Peking heißt mich ein wunderschöner Sonnenaufgang willkommen. Das nehme ich als gutes Omen für meine Reise.</p>
<p>Weiterflug nach <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hefei">Hefei</a>, einer Stadt mit sieben Millionen Einwohnern, also zweimal so groß wie Berlin. Vor der Beschäftigung mit dem <a href="https://www.eu-china-twinning.org/2018/06/2018-eu-china-ngo-twinning-selection-of-24-ngos/">EU-China-Austausch</a> habe ich den Namen der Stadt noch nie gehört.</p>
<blockquote><p>Ich fühle mich in guten Händen</p></blockquote>
<p>Am Flughafen werde ich von Tommy, einem Mitarbeiter der chinesischen HIV-Organisation, abgeholt. Da chinesische Namen für Europäer schwer auszusprechen sind, geben sich manche Chinesen noch einen zusätzlichen englischen Namen.</p>
<p>Tommy bringt mich zum Hotel, wo bereits Pan auf mich wartet. Pan wird im Oktober zu einem Gegenbesuch nach Berlin kommen und dann die Deutsche AIDS-Hilfe kennenlernen. Ich fühle mich in guten Händen.</p>
<figure id="attachment_1545469" aria-describedby="caption-attachment-1545469" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/08/erstesAbendessen2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-1545469" src="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/08/erstesAbendessen2.jpg" alt="Betrag zu " width="800" height="504" srcset="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/08/erstesAbendessen2.jpg 800w, https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/08/erstesAbendessen2-300x189.jpg 300w, https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/08/erstesAbendessen2-768x484.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1545469" class="wp-caption-text">Mitarbeiter und Freiwillige vom „Anhui Hefei Qingwei Health Center“ – in der Mitte Austausch-Kollege Werner Bock</figcaption></figure>
<p>Abends eine Einladung zum Essen, bei dem ich auch zwei Freiwillige vom „Anhui Hefei Qingwei Health Center“, „meiner“ HIV-Organisation in Hefei, kennenlerne. Alle sind sehr freundlich und aufgeschlossen.</p>
<blockquote><p>Zwischen interkultureller Öffnung und Dschungel-Camp</p></blockquote>
<p>Beim Abendessen werden lokale Spezialitäten aufgetischt: Algensuppe, Schweineohren, Ziegenmagen, Frosch in Stückchen und Tunke, dazu Gans. Beilagen gibt es keine. In einem China-Reiseführer habe ich gelesen, dass man sich bei festlichen Essen nicht mit Beilagen abgibt, sondern sich auf die Spezialitäten konzentriert.</p>
<p>Das Abendessen ist für mich eine kulinarische Herausforderung. Einerseits will ich mich der chinesischen Küche öffnen, andererseits kommen mir Bilder aus dem Dschungel-Camp in den Sinn, die ich nicht unterdrücken kann. Zum Glück gibt es Bier.</p>
<p>Alles wird dokumentiert und gleich über WeChat (das chinesische Pendant zu WhatsApp) in der neuen Gruppe „Welcome Werner to Hefei“ gepostet.</p>
<figure id="attachment_1545472" aria-describedby="caption-attachment-1545472" style="width: 800px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/08/köstlichkeiten.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-1545472" src="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/08/köstlichkeiten.jpg" alt="Betrag Zu Bock bloggt" width="800" height="300" srcset="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/08/köstlichkeiten.jpg 800w, https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/08/köstlichkeiten-300x113.jpg 300w, https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2018/08/köstlichkeiten-768x288.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1545472" class="wp-caption-text">Kulinarische Köstlichkeiten: Frosch in Tunke links, Ziegenmagen rechts</figcaption></figure>
<p>Vor dem Schlafengehen schaue ich mir dir fotografierten kulinarischen Köstlichkeiten noch einmal an und schlafe glücklich und zufrieden ein.</p>
<p>Wäre ich im Dschungel-­Camp, hätte ich die Prüfung bestanden und fünf Sterne geholt. Für den ersten Tag habe ich mich hier nicht schlecht geschlagen. 😉</p>
<p>Fortsetzung folgt. Zàijiàn aus China!</p>
<p>Werner</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Bühnenbild unter Verwendung von: <a class="extiw" title="w:en:Creative Commons" href="https://en.wikipedia.org/wiki/en:Creative_Commons">Creative Commons</a> <a class="external text" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en" rel="nofollow">Attribution-Share Alike 3.0 Unported</a>, Fotograf: Pedro Aragão
      </div>
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		<title>„Ich habe HIV – und was hast du?“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Werner Bock]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Aug 2014 10:55:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Szene & Community]]></category>
		<category><![CDATA[#PoBe2014]]></category>
		<category><![CDATA[Bock bloggt]]></category>
		<category><![CDATA[Kassel]]></category>
		<category><![CDATA[Positive Begegnungen]]></category>
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					<description><![CDATA[<span style="color: #304454;">Die Positiven Begegnungen 2014 sind Geschichte – Bock bloggt zum dritten und letzten Mal.</span>]]></description>
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        Die Positiven Begegnungen begannen für mich mit einem rauchenden Kopf – und sie enden auch damit. Die vielen Menschen, die interessanten Workshops, die Begegnungen am Rande, die Arbeit hinter den Kulissen – das alles macht viel Spaß, ist aber auch ganz schön anstrengend. Trotzdem ist immer das Gefühl dabei: Es lohnt sich!</p>
<p>Welche Situationen sind mir besonders in Erinnerung geblieben? Viele Menschen, die in den Workshops über ihr vielfältiges Engagement berichten, zum Beispiel <a href="https://magazin.hiv/2013/12/04/an-mir-siehst-du-dass-ich-es-uberlebt-habe/">im Projekt „Sprungbrett“</a>. HIV-Positive, die schon länger mit dem Virus leben, stellen sich als „Buddys“ für Menschen zur Verfügung, die eben erst ihr positives Testergebnis erhalten haben. Die wünschen sich in erster Linie nicht einen Berater oder Psychologen, sondern Menschen, die Gleiches erlebt haben. Die Buddys wurden dafür geschult. „Das war ganz schön intensiv, besonders, sich mit seiner eigenen Geschichte noch einmal auseinanderzusetzen.“, berichtet ein Teilnehmer. Und ein anderer: „Ich mache mit, weil ich mir damals – als ich meine Diagnose bekommen habe – genau so einen Kumpel gewünscht hätte.“</p>
<blockquote><p>Anstrengend, aber es lohnt sich!</p></blockquote>
<p>Viele zufällige Begegnungen. Eine Szene im Hotelaufzug auf dem Weg zum Frühstück. Ein PoBe-Teilnehmer erzählt mir, wie toll es für ihn ist, in einem Hotel zu sein – es ist für ihn das erste Mal –, und ich schätze, er ist mindestens so alt wie ich. So viel zu sozialen Unterschieden in Deutschland.</p>
<p>Viele Menschen im orangefabenen T-Shirt mit dem Aufdruck „Positiv – nicht infektiös“ beim CSD-Umzug. Sie sind nicht zu übersehen und haben ihre Forderungen und Slogans auf Plakate geschrieben. Ein Spruch: „Ich habe HIV – und was hast du?“ Das gefällt mir. Es klingt so ähnlich wie „Ich fahre Golf – und was fährst du?“ oder „Ich heiße Werner  – und wie heißt du?“ Ganz normal eben – und so soll es auch sein.</p>
<p>Nach vier Tagen „Positive Begegnungen“ kehre ich nun wieder in die Normalität des Alltags zurück. Die Eindrücke sind noch sehr präsent. Schön war´s – und bei den nächsten PoBe bin ich gerne wieder dabei.</p>
<p>&nbsp;
      </p></div>
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		<title>„Ich bin ein Therapieerfolg“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Werner Bock]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 23 Aug 2014 08:24:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Szene & Community]]></category>
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		<category><![CDATA[Positive Begegnungen]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir haben Bock: Wenn die Positiven Begegnungen stattfinden, ist unser Blogger Werner Bock nicht weit.]]></description>
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        Soll ich – oder lieber nicht? Mit dieser Frage beschäftigten sich in einem Workshop über 30 Personen. Es ging darum, wie offen man mit der eigenen HIV-Infektion umgehen will. Spannend fand ich, dass dieses Thema auch viele Menschen interessierte, die schon lange, manche sehr lange HIV-positiv sind. Im Workshop waren Leichtigkeit und Schwere spürbar. Für die meisten ist das Coming-out, die Frage nach dem Wann, Wo und Wie, ein langer Prozess. Sie stellt sich in verschiedenen Lebensbezügen immer wieder neu. Sag ich es am Arbeitsplatz? Soll ich das meinen alten Eltern überhaupt zumuten? Wann muss ich ehrlich sein? Und ist das Weglassen der halben Wahrheit gleichbedeutend mit lügen?</p>
<p>Wie sagt man „es“ überhaupt? Die Antwort darauf hat viel damit zu tun, wie Menschen die HIV-Infektion für sich selbst erleben. Die alten Zuschreibungen von Krankheit und Gesundheit passen nicht mehr. Eine Teilnehmerin sagte: „Wir nehmen Tabletten nicht, weil wir krank sind, sondern weil wir gesund bleiben wollen.“ Ein anderer Teilnehmer beschrieb es so: „Früher sagte ich, ich bin krank, dann sagte ich, ich bin HIV-infiziert. Heute sage ich: Ich bin ein Therapieerfolg.“ Diese Sichtweise fand ich sehr erfrischend.</p>
<p>Immer neue medizinische Fortschritte lassen auch das Thema „Heilung“ am Horizont – und in einem Workshop – erscheinen. Nicht in den nächsten zwei, drei Jahren, aber durchaus als Szenario, das im eigenen Lebenslauf Wirklichkeit werden könnte. Geforscht wird zu verschiedenen Ansätzen: Sie reichen von möglichst früher Therapie – in der Hoffnung, das Immunsystem so fit zu machen, dass in späteren Jahren auf Medikamente ganz verzichtet werden kann – über neue Therapie-Möglichkeiten mit Antikörpern bis hin zur Gentherapie. Das Virus soll aus dem Körper verschwinden, oder zumindest – auch ohne ständig Medikamente einnehmen zu müssen – unter Kontrolle gebracht werden.</p>
<p>Wie gesagt: Zukunftsmusik. Was heißt das aber für Positive jetzt? Wie steht es z. B. um die Bereitschaft, selbst an Medikamenten-Studien teilzunehmen? Skepsis ist verbreitet. „Mir geht es seit 15 Jahren gut. Warum sollte ich an Studien teilnehmen und mich vielleicht einem Risiko aussetzen? Es kann ja eigentlich nur schlimmer werden“, sagt ein Teilnehmer. Ein anderer meint: „Wir müssen aber auch unseren Teil zur Forschung beitragen und können bei Medikamentenstudien nicht immer sagen: Macht das mal in Afrika.“ Ein schwieriges Thema, bei dem es im Einzelfall gut abzuwägen gilt.</p>
<p>Bevor es nun zu ernst wird: Therapie gibt es allabendlich auch im Tagungsbüro der PoBe: für gestresste Mitarbeiter. Heilung verspricht man sich aus einem Mix von Gin und Tonic. Für die besonders Gesundheitsbewussten gibt’s auch noch ein Stück Gurke. Ich begebe mich jetzt auch in die Behandlung. Mal sehen, ob ich morgen ein Therapieerfolg bin. Schön wär´s.
      </p></div>
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		<title>Damit wir alle groß und stark werden</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Werner Bock]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 22 Aug 2014 13:38:06 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Wir haben Bock: Wenn die Positiven Begegnungen stattfinden, ist unser Blogger Werner Bock nicht weit.]]></description>
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        Donnerstag, 21. August. 20.00 Uhr. Die „Positiven Begegnungen 2014“ (PoBe) sind noch keine vier Stunden alt – und mir raucht jetzt schon der Kopf. Bis zum Sonntag gibt es bei Europas größter HIV-Selbsthilfekonferenz in Kassel rund 40 Workshops, Podiumsdiskussionen und Plenarveranstaltungen, die sich mit verschiedenen Facetten des Lebens mit HIV beschäftigen. „Ganz schön was los hier“ bringt es Holger Wicht, der Pressesprecher der Deutschen AIDS-Hilfe (DAH), zur Begrüßung auf den Punkt. Und Recht hat er!</p>
<p>Auf der Veranstaltung stehen vier Schwerpunktthemen im Fokus. Eines ist Diskriminierung – „auch wenn das Thema nicht sexy ist“ wie DAH-Vorstand Manuel Izdebski in seiner Begrüßungsrede bemerkt. Nicht sexy, aber leider allgegenwärtig. Die meisten Menschen mit HIV können ein Lied davon singen. Sie haben es heute in der Regel aber weniger mit den medizinischen, als vielmehr mit den psychologischen und gesellschaftlichen Folgen einer HIV-Infektion zu tun. Nicht umsonst heißt das Motto der Konferenz „Wir machen uns stark. Und Du?“</p>
<p>Wie „Starkmachen“ aussehen kann, wurde schon bei der Auftaktveranstaltung auf vielfältige Weise gezeigt: die Theatergruppe von Afro-Leben+ mit selbstgeschriebenen Theaterszenen zum Thema Abschiebung, Stephan Gellrich von der Selbsthilfekampagne <a href="http://www.posithivhandeln.de/PosithivHandeln/front_content.php">POSITHIV HANDELN</a> mit öffentlichkeitswirksamen Auftritten beim CSD und DAH-Vorstandsmitglied Carsten Schatz mit klaren und mitunter provozierenden T-Shirt-Botschaften. Fazit: Jeder kann etwas machen.</p>
<p>Mein Highlight des Abends: Das Grußwort der Richterin am Bundesverfassungsgericht Prof. Dr. Susanne Baer, die die Schirmherrschaft für die PoBe übernommen hat. Sie hielt keine abgelesene, „gewollte“ Rede, sondern eine sehr kluge und emotionale Ansprache. Als sie von ihrem Onkel erzählt, der vor 30 Jahren an AIDS gestorben ist, war Frau Baer wohl selbst von der Heftigkeit ihrer eigenen Emotionen überrascht: „Damals war das ein großes Tabu“ berichtet sie stockend und man sieht, dass es sie immer noch sehr bewegt. Im Publikum sitzen viele Menschen, die das sehr gut verstehen können. So fließen nicht in diesem Moment nur am Rednerpult ein paar Tränen. Der langanhaltende Applaus am Ende ihrer Rede kommt daher auch von Herzen.</p>
<p>Was in den nächsten Tagen in Kassel noch so alles passiert, gibt es hier täglich im Blog. Ich verabschiede mich jetzt erst einmal zum Essen, um den Wunsch von Manuel Izdebski an die PoBe-Teilnehmer_innen zu erfüllen: „Ich wünsche uns, dass wir alle groß und stark werden.“ Na gut, ich tue, was ich kann. 😉
      </p></div>
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		<title>„Wir können stolz auf uns sein!“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Werner Bock]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Aug 2012 13:26:22 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Positive Begegnungen]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfsburg]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Konferenz ist zu Ende. Vieles hat mich sehr beeindruckt, zum Beispiel die Demo durch die Wolfsburger Innenstadt. So eine Konferenz ist auch dazu da, Mut zu machen und zu sehen, ich bin nicht allein.]]></description>
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        <strong>Die Konferenz ist zu Ende. Vieles hat mich sehr beeindruckt, zum Beispiel die Demo durch die Wolfsburger Innenstadt. Noch mehr berührt hat mich aber eine Äußerung eines jungen Positiven am abendlichen Plenum. Er bedankte sich bei allen Demo-Teilnehmer/innen. „Ich habe mich selber nicht getraut mitzugehen, war aber in Gedanken dabei und habe euch positive Energie geschickt.“ Das machte mir noch mal deutlich, wie schwer ein positives Coming-out ist. So eine Konferenz ist auch dazu da, Mut zu machen und zu sehen, ich bin nicht allein.</strong></p>
<figure id="attachment_13666" aria-describedby="caption-attachment-13666" style="width: 180px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://magazin.hiv/2012/08/27/bock-bloggt-wir-konnen-stolz-auf-uns-sein/wolfsburg-2/" rel="attachment wp-att-13666"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-thumbnail wp-image-13666" title="Bahnhof Wolfsburg" src="//magazin.hiv/wp-content/uploads/2012/08/Wolfsburg-180x180.jpg" alt="Bahnhof Wolfsburg" width="180" height="180" /></a><figcaption id="caption-attachment-13666" class="wp-caption-text">Die Positiven Begenungen 2012 sind vorbei. Wolfsburg verabschiedet sich als ausrichtende Stadt.</figcaption></figure>
<p>Zu hören, wie andere mit ihrer Infektion umgehen, war auch spannend für Felix (26) aus Braunschweig. Er war zum ersten Mal bei den PoBe und besuchte das „Erzählcafe“, wo Menschen über ihr Leben mit HIV berichteten. „Mich hat die große Bandbreite der Geschichten überrascht: eine junge Frau, die von Geburt an mit dem Virus lebt, ein heterosexueller Mann, ein ehemaliger Drogengebraucher und Menschen mit Migrationshintergrund. Schon krass, welche Diskriminierungen manche erlebt haben und wie heftig die sozialen Hintergründe zum Beispiel bei Sucht sind. Andererseits war es für mich auch beeindruckend, wie die Erzähler es schafften, ihr Leben wieder in die Bahn zu bringen.“</p>
<p>Auch für Franziska (38) aus Hamburg war es die PoBe-Premiere. Sie kam mit ihrer Mutter, die seit vier Jahren positiv ist, und mit ihrer 9-jährigen Tochter. Franziska  wollte mit anderen Angehörigen ins Gespräch kommen. „Den Schreck, als meine Mutter die HIV-Diagnose bekam, konnte ich noch nie besprechen“. Sie wollte auch Ideen, wie sie ihrer Tochter vermitteln kann, dass ihre Oma infiziert ist. „Gestern hat sie mich tatsächlich auch gefragt: ‚Mama, was ist HIV?’ Es war dann gar nicht so schwer, darüber zu reden“, sagt Franziska. Man kann aber auch die Erleichterung an ihr spüren, dass es jetzt endlich raus ist.</p>
<p>Erleichtert und sehr zufrieden zeigte sich auch die Vorbereitungsgruppe mit dem Verlauf der Veranstaltung. „Wir können stolz auf uns sein!“ sagte Michèle Meyer allen beim Abschlussplenum. Überschattet wurde die Veranstaltung allerdings von einem gewaltsamen Angriff gegen zwei schwule Konferenzteilnehmer in der Wolfsburger Innenstadt. Drei junge Männer gingen mit einem Schlagstock auf die beiden los und verletzten sie am Schienbein und Rücken. Freude und Entsetzen können manchmal ganz schön nahe beieinander liegen.</p>
<p>Weitere Folgen von „Bock bloggt“ / Positive Begegnungen 2012:</p>
<p><a title="Wissenswertes über Wolfsburg" href="https://magazin.hiv/2012/08/23/bock-bloggt-wissenswertes-uber-wolfsburg/" target="_blank" rel="noopener">23.08.: Wissenswertes über Wolfsburg</a></p>
<p><a title="Im Bett mit dem Staatsanwalt" href="https://magazin.hiv/2012/08/25/bock-bloggt-im-bett-mit-dem-staatsanwalt/" target="_blank" rel="noopener">24.08.: Im Bett mit dem Staatsanwalt</a></p>
<p><a title="Die lauten und die leisen Töne" href="https://magazin.hiv/2012/08/26/bock-bloggt-die-lauten-und-die-leisen-tone/" target="_blank" rel="noopener">26.08.: Die lauten und die leisen Töne</a>
      </div>
</p></div>
</p></div>
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		<title>Die lauten und die leisen Töne</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Werner Bock]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Aug 2012 08:48:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Szene & Community]]></category>
		<category><![CDATA[Bock bloggt]]></category>
		<category><![CDATA[Kriminalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Nachweisgrenze]]></category>
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		<category><![CDATA[Viruslast]]></category>
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					<description><![CDATA[Auch am Samstag spielte das Thema Kriminalisierung auf den Positiven Begegnungen eine große Rolle. Bei einer Podiumsdiskussion hierzu ging es aber nicht nur um juristische Aspekte.]]></description>
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        <strong>Auch am Samstag spielte das Thema Kriminalisierung auf den Positiven Begegnungen eine große Rolle. Bei einer Podiumsdiskussion hierzu ging es aber nicht nur um juristische Aspekte.</strong></p>
<figure id="attachment_13652" aria-describedby="caption-attachment-13652" style="width: 180px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://magazin.hiv/2012/08/26/bock-bloggt-die-lauten-und-die-leisen-tone/strafbar/" rel="attachment wp-att-13652"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-thumbnail wp-image-13652" title="Strafbar" src="//magazin.hiv/wp-content/uploads/2012/08/Strafbar-180x180.jpg" alt="Strafbar" width="180" height="180" /></a><figcaption id="caption-attachment-13652" class="wp-caption-text">Unser Autor mit einer Teilnehmerin, die sagt: Sex mit mir kann strafbar sein (Foto: privat)</figcaption></figure>
<p>Podiumsteilnehmer Marcel, 23, hat sich vor zwei Jahren mit HIV infiziert. Er hatte ungeschützten Sex, sein Partner hatte ihm nicht gesagt, dass er HIV-positiv ist.„Hattest du nicht den Gedanken, ihn deswegen anzuzeigen?“, kam die Frage vom Moderator. „Es gab natürlich so einen ersten Impuls, ihm nun eins auszuwischen“, sagt Marcel, „mir wurde aber auch schnell klar, dass auch ich Verantwortung habe.“ War er damals – als Negativer – automatisch„Opfer“ und ist er heute – als Positiver – automatisch „Täter“? „Zum Sex gehören ja immer zwei“, sagt Marcel. „Und es geht auch darum, sich  fallen zu lassen. Es kann nicht sein, dass nur der negative Partner immer den Kopf ausschalten darf und der Positive immer alles im Griff haben muss.“</p>
<p>„Es ist höchste Zeit, die Kriminalisierung von Positiven in Justizkreisen und der Gesellschaft breit und auf vielfältige Weise zu thematisieren“, sagt Carsten Schatz, Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe. Der Appell wurde danach gleich mit einen Demonstrationszug durch die Wolfsburger Innenstadt umgesetzt.</p>
<p>Es sind aber auch die leisen Töne, die Gespräche mit verschiedenen Teilnehmerinnen und Teilnehmern zwischen und nach den Workshops, die die PoBe ausmachen. Tim (20), Student aus Stuttgart und zum ersten Mal auf der PoBe, erzählt mir, wie wohltuend es für ihn ist, dass er hier mit vielen anderen Positiven zusammenkommen kann. „Dass es viele gibt, wusste ich vorher auch schon, aber es ist schön, dass ich das hier auch erleben kann.“</p>
<figure id="attachment_13655" aria-describedby="caption-attachment-13655" style="width: 220px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://magazin.hiv/2012/08/26/bock-bloggt-die-lauten-und-die-leisen-tone/demowolfsburg/" rel="attachment wp-att-13655"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-13655" title="DemoWolfsburg" src="//magazin.hiv/wp-content/uploads/2012/08/DemoWolfsburg.jpg" alt="Demo Wolfsburg" width="220" height="165" /></a><figcaption id="caption-attachment-13655" class="wp-caption-text">Demonstration in Wolfsburg (Foto: DAH)</figcaption></figure>
<p>Tim ist seit anderthalb Jahren positiv. Was er mir darüber erzählt, beeindruckt mich sehr: Ein Brief nach dem Blutspenden, er möge sich mit seinem Hausarzt in Verbindung setzen, die Ergebnismitteilung: HIV-positiv, das Reden darüber mit dem besten Freund und der anfängliche Schock der Mutter, der Beginn der Therapie, die gut wirkt. „An der Uni habe ich es ein paar Kommilitonen erzählt, die reagierten ganz gut.“ Sagt Tim. Und was beschäftigt ihn bezüglich seiner HIV-Infektion am meisten? „Die Angst, jemand anderen zu infizieren – obwohl ich im Kopf weiß, dass das gar nicht geht. Ich bin ja unter der Nachweisgrenze.“</p>
<p><strong>Weitere Folgen von „Bock bloggt“/Positive Begegnungen 2012:</strong></p>
<p><a href="https://magazin.hiv/2012/08/23/bock-bloggt-wissenswertes-uber-wolfsburg/" target="_blank" rel="noopener">23.08.: Wissenswertes über Wolfsburg</a></p>
<p><a href="https://magazin.hiv/2012/08/25/bock-bloggt-im-bett-mit-dem-staatsanwalt/" target="_blank" rel="noopener">24.08.: „Im Bett mit dem Staatsanwalt“</a>
      </div>
</p></div>
</p></div>
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