Durch dunkle, vernebelte Gänge streifen, flüchtige Blicke auf dem eigenen Körper spüren, sich anonym vergnügen – all das konnte unser Autor wieder erleben, als die Coronabeschränkungen für Gay-Saunen endlich aufgehoben wurden.

Ich würde alles dafür geben, endlich wieder in meine Sauna zu gehen und mich im Dampfbad einnebeln lassen zu können. Ein bisschen ausspannen. Und dann in den Keller, wo ich immer mehrere Stunden verbringe. Das war letztes Jahr wegen Corona ewig nicht möglich.

Unten in den teilweise halbdunklen Gängen, kleine abgetrennte Separees, Guck- und Stecklöcher und hinter einer vollverfliesten Ecke versteckt sich einer der beiden Slings. Der andere ist mir zu zentral in einem der Räume gelegen, die man richtig abschließen kann. Hier in der Ecke ist man zwar zugänglicher, aber dennoch versteckter durch den schmalen kleinen türlosen Raum mit seinen Schwimmbadfliesen.

“Die ganze Sling gerät in Bewegung”

Foto: Florian Hetz

Majestätisch. Vier große Haken. Eine dicke Stahlkette hängt an jedem Haken schräg herab und trifft unten an je einen silbernen Ring. Daran, in der Mitte, ein fester Lederverschlag, die Liege. Ich lege mein Handtuch über eine der gefliesten Wände, die den Keller zum Labyrinth werden lassen, nehme mir einen guten Tropfen Gleitcreme, schmiere mich ein. Mit der Linken greife ich nach einer der Stahlketten. Die ganze Sling gerät in Bewegung, Kettenrasseln. Dieses Gefühl, sich in die Sling zu legen, es ist ein Sich-Fallen-Lassen – und schließlich gleiten meine Füße in die zwei Schlingen, die an den Ketten angebracht und die Beine bequem in die richtige, gespreizte, den Arsch in offene Stellung befördern.

Das Gleitgel wird langsam trocken; ein kühler Hauch fährt über den Anus. Wird mich jemand nehmen? Da kommen zwei Typen, geile Typen. Sie sprechen etwas Unverständliches, stellen sich seitlich vor mein Gesicht, strecken mir ihre sich sofort aufrichtenden Teile entgegen. Ficken mich ab, wie man so schön sagt, oben und unten. Ich werde bedient hier im Himmelbett und bediene gleichzeitig, ohne viel hinzufügen zu müssen. Danach entfernen sie sich.



“Diese drei bis vier Teile haben gereicht”

Foto: Florian Hetz

Ein anderer Mann tritt heran, der nicht meinem Typ entspricht. Egal, auch er darf mal. Er bekommt keinen hoch und begnügt sich damit, meinen Bauch zu streicheln und mich dabei zu beobachten. Neben mich, in der Dunkelheit unbemerkt und durch die leicht merkwürdigen Streicheleinheiten abgelenkt, tritt ein Riese mit entsprechender Ausstattung.

Diese drei bis vier Teile haben gereicht, auch wenn ich in meiner Vorstellung eigentlich die ganze Nacht hier abhängen wollte. Aber es schlaucht ganz schön, so verfügbar und vor allem: so aufgeregt zu sein. Die Sling öffnet mich und hilft mir gleichzeitig, meine Öffnungen zu weiten.

Zurück

Keine HIV-Tests bei Bewerbungen und Einstellungen!

Weiter

Jahresvorschau: Was erwartet uns 2023?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

3 + 7 =

Das könnte dich auch interessieren