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	<title>Inga Pylypchuk, Author at magazin.hiv</title>
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	<description>Hintergründe zum Leben mit HIV, Aids, STIs, Hepatitis</description>
	<lastBuildDate>Thu, 09 Apr 2026 12:54:31 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Inga Pylypchuk, Author at magazin.hiv</title>
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	<item>
		<title>„Jungen Menschen sage ich: Gebt nicht auf. Mit HIV kann man heute leben“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Inga Pylypchuk]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Mar 2026 18:46:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gesellschaft & Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Jung und positiv]]></category>
		<category><![CDATA[Jungundpositiv]]></category>
		<category><![CDATA[Leben mit HIV]]></category>
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					<description><![CDATA[Stefania, 24, stammt aus der Region Dnipro in der Ukraine und lebt seit vier Jahren in Berlin. Im Interview mit magazin.hiv spricht sie über ihr Leben mit HIV in der Ukraine und in Deutschland. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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<p><em>Ihr erster Vorname war Jasja – so wurde sie im Kinderheim in der Ukraine genannt, in dem sie aufwuchs. Den zweiten Namen – Switlana – gab ihr die Adoptivmutter. Heute ist sie Stefania. Diesen Namen hat sie sich selbst gegeben, und genau dieser gefällt ihr am </em><em>besten.</em></p>

              </div>
    </div>
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<p><em>Stefania ist 24 Jahre alt. Sie stammt aus der Region Dnipro in der Ukraine, lebt seit vier Jahren in Berlin, arbeitet, engagiert sich ehrenamtlich und spricht zunehmend offener über </em><em>ihr Leben mit HIV. Wir treffen uns bei ihr zu Hause – sie </em><em>bewohnt ein Zimmer im Komplex eines buddhistischen Zentrums</em><em> in der Nähe des S-Bahnhofs Jannowitzbrücke. </em><em>Hier, umgeben von </em><em>Ostberliner </em><em>Plattenbauten, verbirgt sich eine kleine Oase mit einem Garten, in dem Vögel singen. </em><em>Stefania, die ihre Augen vor der ersten Frühlingssonne </em><em>mit einer Sonnenbrille </em><em>schützt, erzählt von ihrem Leben, ihrer Kindheit, von Stigmatisierung und Selbstakzeptanz.</em></p>

              </div>
    </div>
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<p><strong>Stefania, kannst du erzählen, wie HIV Teil deines Lebens wurde?</strong></p>

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    </div>
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<p>Ich lebe seit meiner Geburt mit HIV. Genau habe ich das mit zehn Jahren erfahren, als ich zu einer routinemäßigen Untersuchung in einem Krankenhaus in Dnipro war. Bis dahin hieß es immer, dass ich „Vitamine“ nehme, aber irgendwann begann ich Fragen zu stellen: Wenn das nur Vitamine sind, warum muss ich sie dann ständig nehmen – und warum sind es so viele? Damals musste ich mehrmals täglich Medikamente einnehmen, dazu kamen Sirupe – das alles war sehr ermüdend.</p>

              </div>
    </div>
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<p>In der Familie hatte meine Adoptivmutter Angst vor HIV.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
<cite>Stefania, 24, lebt seit ihrer Geburt mit HIV</cite></blockquote>

        </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Die Ärztin erklärte mir, dass ich HIV habe. Damals habe ich noch nicht wirklich verstanden, was das bedeutet. Ich dachte einfach: „Ach, ein Virus ist ein Virus.“ Aber zumindest wusste ich, was mit mir los ist, und verstand, warum ich Medikamente nehme. Erst später begann ich die „Nebenwirkungen“ zu begreifen, nicht nur die medizinische Seite, sondern auch die soziale – wie die Gesellschaft auf Anderssein reagiert.</p>

              </div>
    </div>
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<p><strong>Das heißt, du hattest in so jungem Alter schon den Verdacht, dass das nicht einfach „Vitamine“ sind? Woher?</strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
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<p>Im Kinderheim waren wir zu viert – ich und noch drei Jungs in meinem Alter. Man nannte uns sogar „die Vierergruppe“. Wir nahmen immer dieselben Tabletten, man brachte uns in dasselbe Krankenhaus, wir aßen von anderem Geschirr.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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<p><strong>Wie war es in sozialer Hinsicht, ein Kind mit HIV zu sein?</strong></p>

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    </div>
  </div>
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<p>Solange ich im Kinderheim war, wurde mein Status nicht bekannt gemacht – höchstens gegenüber den Krankenschwestern, damit sie Bescheid wussten, falls etwas passiert.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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<p>Als ich in eine Familie kam, wurde die Situation komplizierter.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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<p>Von Gleichaltrigen wurde ich nicht akzeptiert und in der Schule wurde ich gemobbt, weil ich aus dem Kinderheim kam – und manchmal auch, wenn sie erfuhren, dass ich HIV habe. In der Familie hatte meine Adoptivmutter Angst vor HIV. Eine Zeit lang bewahrte sie mein Geschirr getrennt von dem der anderen auf und solche Dinge.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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<p>Ich hatte ständig das Gefühl, anders zu sein als alle anderen. Es war schwer, mit der Welt um mich herum zurechtzukommen. Deshalb hörte ich irgendwann auf, die Medikamente zu nehmen, und das für mehrere Jahre.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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<p><strong>Kannst du das bitte etwas genauer erklären: Warum wolltest du auf Medikamente verzichten, wie hing das zusammen?</strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
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<p>Das hing mit Selbstablehnung zusammen. Andere akzeptierten mich nicht – und ich selbst akzeptierte mich auch nicht. Ich machte mir große Sorgen wegen vieler Dinge: wegen meiner geringen Körpergröße, weil ich aus dem Kinderheim war, wegen eines Grundgefühls, dass mit mir etwas nicht stimmt.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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<p>Vielleicht sind das für manche Kleinigkeiten, aber damals hatten sie einen sehr starken Einfluss auf mich. Wenn man mich nicht verstand und ich mich selbst nicht verstand, wozu brauchte ich das alles überhaupt? Also hörte ich auf, die Medikamente zu nehmen. Ich tat so, als würde ich sie nehmen, aber dann schmiss ich sie weg.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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<p><strong>Hast du damals verstanden, dass das gefährlich ist?</strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
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<p>Nicht wirklich. Ich war etwa 15 Jahre alt. Zwar verstand ich schon, was ich tat, aber ich dachte nicht, dass der Körper so heftig reagieren würde. Als ich nach zwei Jahren ins Krankenhaus eingeliefert wurde, war aber klar, wie sehr mein Körper unter der Vernachlässigung gelitten hatte.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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<p><strong>Was ist passiert?</strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
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<p>Mein Immunsystem war sehr geschwächt. Ich war ständig krank. Und im Krankenhaus sagte man mir deutlich: Wenn du nicht anfängst, die Medikamente wieder zu nehmen, wird es noch schlimmer.</p>

              </div>
    </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Ich habe sofort gemerkt, dass man hier [in Berlin] entspannter mit HIV umgeht.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
<cite>Stefania, 24, lebt seit ihrer Geburt mit HIV</cite></blockquote>

        </div>
      </div>
    </div>
  </div>
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<p>In dieser Zeit begann ein Psychologe mit mir zu arbeiten. Man brachte mir regelrecht bei, dass mein Leben normal sein kann, dass sich alles verbessern lässt. Und letztendlich hat das geholfen – ich nahm die Behandlung wieder auf.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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<p><strong>Wie erinnerst du dich heute an diese Zeit?</strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
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<p>Heute schon mit einem gewissen Lachen, weil die Pubertät vorbei ist – Gott sei Dank. Manchmal denke ich: Ja, damals habe ich aus Dummheit meiner Gesundheit geschadet. Danach war es zwar schwierig, die Behandlung wieder richtig einzustellen, aber es hat zum Glück geklappt.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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<p><strong>Wie fühlst du dich jetzt?</strong></p>

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    </div>
  </div>
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<p>Gut. Eine Tablette am Tag und alles ist wunderbar.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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<p><strong>Und wie geht es dir in Berlin? Wie hat Deutschland dich insgesamt aufgenommen?</strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Ich bin vor vier Jahren gekommen, am 14. März 2022, als Geflüchtete. Wie andere Menschen damals floh ich vor dem Krieg Russlands gegen die Ukraine. Ich wurde mit dem Team der Organisation für HIV-positive Jugendliche <em>Teens Ukraine</em> evakuiert, dort arbeitete ich damals. Wir wussten nicht wirklich, wohin wir fahren.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>In Berlin wurden wir von Freiwilligen aufgenommen. Sie verhielten sich respektvoll, stellten keine unnötigen Fragen.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Ich habe sofort gemerkt, dass man hier entspannter mit HIV umgeht. Natürlich sagt man mir auch hier: Erzähle nicht allen von deinem Status, weil es unterschiedliche Menschen gibt. Und ich weiß das – ich habe verschiedene Reaktionen erlebt. Aber wenn ich das mit der Ukraine vergleiche: Dort wurde ich oft richtig schlecht behandelt.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Sogar in medizinischen Einrichtungen gab es sehr unangenehme Situationen. Zum Beispiel reagierten einige Ärzt*innen aggressiv, als ich nach meinem 18. Geburtstag von einer medizinischen Kommission zur Feststellung einer Behinderung untersucht wurde. Mit sehr harten, stigmatisierenden Worten. Nach diesen Erfahrungen wollte ich gar keine medizinische Hilfe mehr in Anspruch nehmen.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Hier ist alles anders. Hier habe ich meinen HIV-Status ungefähr ein Jahr nach dem Umzug offengelegt, weil man mich als normalen Menschen wahrnimmt, der einfach Medikamente nimmt, alle paar Monate Tests macht und wie alle anderen lebt.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p><strong>Was bedeutet „Status offengelegt“, was genau hast du gemacht?</strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Zum ersten Mal habe ich am 20. Mai 2023 offen über HIV in meinem Leben gesprochen, und zwar in einem Post über mich. Ich schreibe manchmal Notizen auf meinem Handy – über den Tag, was mir durch den Kopf geht. Auch damals schrieb ich etwas und dachte dann: Warum nicht posten? Das war nachts.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Hier nimmt man mich als normalen Menschen wahr, der einfach Medikamente nimmt, alle paar Monate Tests macht und wie alle anderen lebt.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
<cite>Stefania, 24, lebt seit ihrer Geburt mit HIV</cite></blockquote>

        </div>
      </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Ich habe das sowohl auf Instagram als auch auf Facebook veröffentlicht. Dann begann eine unruhige Nacht: War das richtig oder nicht, wie werden die Leute reagieren? Aber am Morgen stellte sich heraus, dass die meisten Reaktionen positiv waren.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p><strong>Was genau stand in dem Post?</strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Ich schrieb, wer ich bin, dass ich seit meiner Geburt mit HIV lebe, erklärte ein wenig, was das bedeutet. Es war kein großer Post, eher eine kurze persönliche Vorstellung.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Und für mich war das wirklich das erste Mal, dass ich so offen über mich in sozialen Netzwerken gesprochen habe. Davor hielten mich viele für eine verschlossene Person, weil ich fast nie über mein Leben sprach. Es war mir unangenehm, mich zu öffnen. Mir schien, dass ich früher oder später über HIV sprechen müsste, wenn ich anfing, über mich zu erzählen. Und dazu war ich nicht bereit.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p><strong>Hast du nach diesem Post auch Hass im Netz erlebt?</strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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<p>Echten starken Hass gab es nicht. Es gab ein paar Kommentare im Stil von „du bist irgendwie anders“, aber das ist für mich schon lange nichts Neues mehr. Ich nehme das als Versuch wahr, Aufmerksamkeit zu bekommen. Manchem habe ich sogar geantwortet: „Danke, Sie haben meine Online-Sichtbarkeit erhöht.“</p>

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    </div>
  </div>
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<p><strong>Hattest du danach den Wunsch, insgesamt offener zu sein?</strong></p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Ja. Kürzlich habe ich auch ein TikTok-Video aufgenommen – nicht so sehr über HIV, sondern über meine Kindheit, mein Leben im Kinderheim. Im Stil einer Ansprache an meine biologische Mutter. Darüber, wie ich jahrelang auf sie gewartet habe und sie nie gekommen ist. Das war auch spontan: abends aufgenommen, gepostet, ich dachte, ein paar Leute schauen es. Am Morgen wachte ich auf – und da waren schon Hunderte Aufrufe. Dann ging das Video viral (zum Zeitpunkt des Interviews 803.000 Aufrufe).</p>

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              © Inga Pylypchuk | DAH 
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<p><strong>Das heißt, du bist heute ziemlich offen, was deine Geschichte betrifft?</strong></p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Ja. Aber das hat gedauert. Bis zu meinem 20. Lebensjahr habe ich darüber überhaupt nicht gesprochen. Nach dem Umzug wurde ich entspannter. Hier ist die Mentalität anders. Und ich selbst habe mich natürlich auch verändert, bin erwachsener geworden.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Mir scheint, in der Ukraine hätte ich nicht so offen darüber sprechen können. Aber gleichzeitig sind der Großteil meiner Follower*innen Ukrainer*innen, viele von ihnen leben jetzt wie ich im Ausland.</p>

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    </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p><strong>Weißt du, ob deine biologische Mutter noch lebt? Könnte sie deine Videos und Posts theoretisch auch sehen?</strong></p>

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  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Sie ist nur einmal in meinem Leben aufgetaucht – in der Neujahrsnacht von 2022 auf 2023. Sie schrieb ein paar Nachrichten: Zuerst entschuldigte sie sich, dann gab sie mir die Schuld an ihren Problemen, dann entschuldigte sie sich wieder. Bevor ich antworten konnte, hatte sie mich schon blockiert. Das war es dann.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Ich merke, dass es in der deutschen Gesellschaft Interesse gibt: Man will verstehen, wie man es jungen Menschen mit HIV leichter machen kann, besonders Kriegsgeflüchteten.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
<cite>Stefania, 24, lebt seit ihrer Geburt mit HIV</cite></blockquote>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Davor, im Jahr 2019, hatte ich versucht, sie und meinen jüngeren Bruder zu treffen. Ich fuhr nach Nikopol, wo sie lebten, blieb dort einige Tage, wir verabredeten uns, aber sie kamen dann nicht. So haben wir uns nie getroffen.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p><strong>Und wie ist es jetzt bei dir mit Menschen, mit Gemeinschaft, hier in Deutschland?</strong></p>

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  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Ich bin bei verschiedenen Organisationen als Freiwillige aktiv. Zum Beispiel bei PlusUkrDe – das ist eine Organisation von HIV-positiven Ukrainer*innen in Deutschland –, und bei Kwitne Queer, einer ukrainischen LGBTQ+-Organisation in Berlin.</p>

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  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p><strong>Ist es dir wichtig, Kontakt zu anderen jungen Menschen mit ähnlichen Erfahrungen zu halten?</strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Ja. Und ich denke, das ist nicht nur für mich wichtig, sondern generell für die Gesellschaft.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p><strong>Kennst du viele Menschen, die von Geburt an mit HIV leben?</strong></p>

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    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Durch die Organisation, in der ich gearbeitet habe, ungefähr hundert. Aber ich denke, in Wirklichkeit sind es viel mehr. Nur sind nicht alle bereit, darüber zu sprechen.</p>

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    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p><strong>Was machst du derzeit in Berlin?</strong></p>

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    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Zurzeit arbeite ich in einem Hotel, ich putze, ich kümmere mich um die Zimmer. Ich bin dort noch nicht lange, aber es ist schon manchmal schwer – sowohl körperlich als auch psychisch. Gefunden habe diesen Job über Bekannte, die dort schon lange arbeiten. Außerdem babysitte ich gelegentlich, kümmere mich um Tiere, putze Wohnungen. Ich kann nicht stillsitzen.</p>

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    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p><strong>Wie kommst du mit der Sprache zurecht?</strong></p>

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    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Deutsch fällt mir schwer. Ich versuche schon zum dritten Mal, einen Kurs zu Ende zu machen. Beim ersten Mal kam ich bis A2, habe dann aber nicht abgeschlossen – entweder hat die Arbeit abgelenkt oder mir fehlte die Geduld.</p>

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    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Beim zweiten Mal klappte es auch nicht, weil ich etwa ein halbes Jahr in einem depressiven Zustand war. Ich habe das beim Jobcenter erklärt, und ich durfte den Kurs wiederholen. Also: Die Chance ist da – die Frage ist, ob ich sie nutzen kann. Ich versuche es, aber gleichzeitig zieht es mich mehr zur Arbeit.</p>

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  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p><strong>Bist du in Berlin meistens in der ukrainischen Community unterwegs?</strong></p>

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    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Ja, im Moment schon. Aber ich wurde mehrmals zu deutschen Konferenzen eingeladen, wo ich über HIV und über Migrationserfahrungen sprechen durfte. Ich merke, dass es in der deutschen Gesellschaft Interesse gibt: Man will verstehen, wie man es jungen Menschen mit HIV leichter machen kann, besonders Kriegsgeflüchteten.</p>

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    </div>
  </div>
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    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p><strong>Was fehlt deiner Meinung nach in diesem Bereich in Deutschland noch?</strong></p>

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    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Meiner Meinung nach sind hier ausreichend Informationen vorhanden. Wer will, der findet sie. Es gibt Selbsthilfegruppen in verschiedenen Städten, Trainings, Treffen, Konferenzen. Das Problem ist eher, dass viele sich trotzdem nicht trauen, sich zu melden, zu schreiben, zu suchen, zu kommen.</p>

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    </div>
  </div>
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    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p><strong>Was ist dein größter Traum?</strong></p>

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    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Wie bei vielen: dass der Krieg endet. Und außerdem – zu reisen, das ist mein Traum seit meiner Kindheit. Und eine eigene Familie zu gründen.</p>

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    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Früher habe ich von einer Familie geträumt, in der ich selbst leben würde. Eine Zeit lang habe ich in einer Pflegefamilie gelebt, aber das hat nicht gut funktioniert. Und seit einigen Jahren ist mein Traum genau das – meine eigene Familie zu gründen.</p>

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    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p><strong>Wie siehst du dein Leben in fünf bis zehn Jahren?</strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Das ist eine schwierige Frage für mich. Seit vielen Jahren denke ich nicht sehr weit voraus. Ich kann für ein halbes Jahr planen, aber für fünf bis zehn Jahre? Nein. Ich weiß nicht, was morgen sein wird, geschweige denn in zehn Jahren.</p>

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  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Seit einigen Jahren ist mein Traum, meine eigene Familie zu gründen.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
<cite>Stefania, 24, lebt seit ihrer Geburt mit HIV</cite></blockquote>

        </div>
      </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Aber einige grundlegende Dinge schweben mir vor: Ich möchte eine stabile Arbeit und ein Gefühl von Zuhause haben.</p>

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    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>In letzter Zeit denke ich immer öfter an Kinder. Ich würde gerne ein bis drei eigene Kinder haben. Und seit meiner Kindheit habe ich noch einen weiteren Traum – mindestens ein Kind zu adoptieren, vielleicht auch mehrere. Ich weiß sehr gut, wie es Kindern ohne Familie geht, und ich würde gerne irgendwann jemandem das Leben glücklicher machen.</p>

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    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p><strong>Und wie stellst du dir eine „stabile Arbeit“ vor?</strong></p>

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    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>So eine, bei der es geregelte Arbeitszeiten gibt und bei der man arbeiten kann, ohne seine Gesundheit zu zerstören. Denn es ist sehr leicht, in den Modus „ich arbeite ohne Pause“ zu geraten – und dann plötzlich zusammenzubrechen.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Das hatte ich schon: Letztes Jahr lag ich einen Monat mit einer Lungenentzündung im Krankenhaus. Damals kam sehr viel auf einmal zusammen – körperlich und psychisch. Nach so etwas versteht man, dass man Zeit für sich selbst, für Gesundheit und für Erholung haben muss.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p><strong>Wenn der Krieg endet, würdest du in die Ukraine zurückkehren wollen?</strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Ganz zurückkehren – das weiß ich noch nicht. Aber ich möchte sehr gern öfter dorthin fahren als nur einmal im Jahr.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Für mich ist auch die Frage, wie die Gesellschaft Menschen wie mich wahrnehmen wird. Wenn die Menschen besser informiert sind, toleranter gegenüber verschiedenen Gruppen, wenn das Stigma kleiner wird – dann könnte ich mir eine Rückkehr vorstellen. Wenn nicht, ist es schwierig.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-quote block--align-left ">
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    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>HIV ist für viele immer noch eine beängstigende Diagnose, aber das Leben ist nicht zu Ende.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
<cite>Stefania, 24, lebt seit ihrer Geburt mit HIV</cite></blockquote>

        </div>
      </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Ich habe Freundinnen, die keinen Job finden, weil bei der medizinischen Untersuchung ihr HIV-Status bekannt wird – und dann werden sie einfach nicht eingestellt. Für mich ist das immer noch schockierend. Wenn sich die Situation ändert, würde ich gerne zurückkehren oder zumindest eine Zeit lang in der Ukraine leben – in Dnipro, Odesa oder Kyjiw. Vor dem Krieg dachte ich gerade über einen Umzug nach Kyjiw nach. Mir gefiel die Stadt sehr.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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<p><strong>Was würdest du jungen Menschen sagen, die gerade von ihrer HIV-Infektion erfahren haben?</strong></p>

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<p>Ich würde sagen: Gebt nicht auf. Mit HIV kann man heute leben. Ja, für viele ist es immer noch eine beängstigende Diagnose, aber das Leben ist nicht zu Ende.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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<p>Man muss die Medikamente regelmäßig nehmen. Ich kenne viele Fälle, in denen Menschen nach der Diagnose Angst hatten, zum Arzt zu gehen. Aber man sollte keine Angst haben. Lebt euer Leben weiter. Es ist nicht immer perfekt, aber es ist eures. Und ihr selbst gestaltet es. Folgt euren Träumen.</p>

              </div>
    </div>
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<p><strong>Was gibt dir selbst Kraft?</strong></p>

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  </div>
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<p>Manchmal sehr einfache Dinge. Ich bin aufgewacht, die Sonne scheint mir ins Gesicht – das ist schon gut. Nichts tut weh – auch wunderbar. Es gibt Zukunftspläne, wenn auch nur kleine, auch das ist etwas, woran man sich festhalten kann.</p>

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<p>Und noch etwas habe ich schon als Teenager verstanden: Man muss für sich selbst leben, nicht für jemand anderen. Man darf nicht ständig darauf schauen, wer was sagt. Jeder hat seine eigene Meinung. Aber sie darf mein Leben nicht bestimmen.</p>

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<p><em>Das Gespräch führte Inga Pylypchuk</em>.<a id="_msocom_1"></a></p>

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<p></p>

              </div>
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<h1 class="wp-block-heading" id="h-einladung-zu-jung-positiv">Einladung zu &#8222;jung + positiv&#8220;</h1>

              </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Du bist unter 27 und lebst mit HIV? Du hast Lust, Gleichaltrige mit HIV kennenzulernen und dich auszutauschen? Dann komm zu unserem Online-Meeting! Hier könnt ihr entspannt über alles reden, was euch interessiert: Seit März 2026 jeden 2. Donnerstag im Monat, immer von 18.30 bis 20 Uhr. Wir freuen uns auf dich! <a href="http://aidshilfe.de/jung-und-positiv">Weitere Infos und Anmeldung hier.  </a></p>

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<p></p>

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		<item>
		<title>„Für mich muss es im Leben etwas Wichtigeres geben als das physische Überleben”</title>
		<link>https://magazin.hiv/magazin/borys-hrachov-ukraine-arm/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Inga Pylypchuk]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 Sep 2025 09:57:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Magazin]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://magazin.hiv/?p=1558793</guid>

					<description><![CDATA[Borys Hrachov war in der Ukraine queerer Aktivist und diente danach zweieinhalb Jahre in der Armee. Im Interview spricht er über seine Kriegserfahrungen, LGBTIQ*-Rechte und den Zugang zu HIV-Medikamenten für Soldat*innen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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<p><strong>Borys Hrachov ist Projektleiter von <a href="https://www.aidshilfe.de/de/aktuelles/projekt-digitale-plattform-fuer-ukrainische-gefluechtete-mit-hiv-gestartet">DATACHECK Connect</a> der Deutschen Aidshilfe – einer digitalen Plattform zur Unterstützung von ukrainischen Menschen mit HIV durch aktuelle Informationen und die Vermittlung von Angeboten in Deutschland. Borys arbeitete in der Ukraine bei <a href="https://ga.net.ua/en/home/">Alliance.Global</a>, diente danach zweieinhalb Jahre in der Armee. Im Interview spricht er über den Krieg, seine Erfahrungen als schwuler Mann in der Armee und den Zugang zu Medikamenten für Soldat*innen mit HIV.</strong></p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p><strong>Borys, du warst in der Ukraine ein bekannter Aktivist und Menschenrechtsverteidiger. Was hat dich dazu gebracht, den ukrainischen Verteidigungskräften beizutreten?</strong></p>

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    </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>2021 arbeitete ich in einem Think Tank, wo wir die Stimmung in Russland und im russischen Informationsraum untersuchten. Schon damals war mir klar, dass es zu einem umfassenden Krieg kommen würde. Was ich in diesem Fall tun würde, wusste ich allerdings noch nicht. Damals dachte ich noch, die Armee sei ein Ort für hypermaskuline Männer. Für einen Monat bin ich sogar nach Deutschland gegangen. Doch eine Woche vor Kriegsbeginn kehrte ich zurück – mein Pflichtgefühl war zu stark und überwog alles andere. Zunächst wollte ich als Freiwilliger helfen, aber bereits in der ersten Woche nach dem Beginn der russischen Vollinvasion suchte ich nach Wegen, in die Armee zu kommen.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p><strong>Was heißt „suchen“ – war das schwierig?</strong></p>

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    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Ja. Damals konnte man erst ab 27 Jahren eingezogen werden, und ich war noch 26. Nach der ersten Ablehnung in Kyjiw versuchte ich es in Luzk, aber auch das klappte nicht. Das war ein richtiges Abenteuer, denn es war sehr schwer, Richtung Westen zu reisen – in die Züge durften nur Frauen und Kinder einsteigen. Schließlich wurde mir eine Einheit der Territorialverteidigung (TRO) in Kyjiw empfohlen, und dort kam ich schließlich unter.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p><strong>Wie hast du diese Entscheidung getroffen? Was hat dich motiviert?</strong></p>

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    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Mich hat erschreckt, wie viele Menschen flohen. Gleichzeitig hat mich die Zahl derer motiviert, die blieben und kämpfen wollten. Mir war klar: Ich werde mir das nie verzeihen, wenn ich nicht in die Armee gehe. Ich hatte keine Angst zu kämpfen und keine Angst zu sterben. Das Einzige, was mir Angst machte, war die Aussicht auf einen endlosen Krieg.</p>

              </div>
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  </div>
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<p>Ich hatte keine Angst zu kämpfen und keine Angst zu sterben. Das Einzige, was mir Angst machte, war die Aussicht auf einen endlosen Krieg.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
<cite>Borys Hrachov</cite></blockquote>

        </div>
      </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p><strong>Du hast also zuerst in Kyjiw gedient?</strong></p>

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    </div>
  </div>
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    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Ja. Damals war die Lage noch sehr angespannt, weil wir damit rechneten, dass russische Truppen in die Stadt einbrechen könnten. Als sie sich zurückzogen, konzentrierte ich mich auf taktische Medizin – ich fuhr an die Frontlinie, um in den Einheiten zu unterrichten. Ich habe schon früher eine medizinische Ausbildung als Feldscher in Poltawa absolviert. So fühlte ich mich nützlich. Später wurde unsere Einheit an die Front bei Kreminna verlegt. Ich war dort mehrere Monate als Kampfmediziner, übernahm aber nicht nur medizinische Aufgaben. Danach arbeitete ich im Kommando der Territorialverteidigung am Aufbau eines Systems zur sozialen Betreuung von Verwundeten. Später war ich im Verteidigungsministerium und befasste mich mit der Reform der taktischen Medizin.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p><strong>Wussten deine Kamerad*innen, dass du schwul bist?</strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Anfangs wussten es nur mein Kommandeur und eine gute Freundin von mir in der Armee. Dann passierte jedoch eine kuriose Geschichte, nach der es alle erfuhren. Eine Journalistin fragte mich, wie viele LGBTIQA* Personen ich in der Armee vermute. Ich sagte, ich glaube, die Armee sei ein Spiegelbild der ukrainischen Gesellschaft – also vielleicht 3 bis 5 %. Das klang ihr wohl nicht überzeugend, und sie rechnete das auf 50.000 um. Diesen Satz griffen internationale Medien auf, und er reiste um die Welt als Schlagzeile „50.000 Schwule dienen in der ukrainischen Armee“ – zusammen mit meinem Foto. Danach wussten es alle. Aber Probleme hatte ich damit nie.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Die Schlagzeile „50.000 Schwule dienen in der ukrainischen Armee“ – zusammen mit meinem Foto. Danach wussten es alle. Aber Probleme hatte ich damit nie.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
<cite>Borys Hrachov</cite></blockquote>

        </div>
      </div>
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  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p><strong>Also bist du in der Armee nicht auf Diskriminierung gestoßen?</strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Nein. In meiner Einheit waren alle sehr freundlich mir gegenüber. Ich weiß nicht, ob sie besonders tolerant waren oder ob es daran lag, dass ich der Einzige mit medizinischer Ausbildung war. Sich mit dem einzigen Sanitäter zu zerstreiten, wäre sicher keine gute Idee.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p><strong>Aber du hast sicher auch mit anderen LGBTIQA* Menschen gesprochen. Wie sieht die Gesamtsituation aus?</strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Ja. Parallel zum Militärdienst leitete ich weiterhin ein Menschenrechtsprojekt, und wir bekamen manchmal Meldungen zu einzelnen Diskriminierungsfällen. Wichtig ist aber: In den meisten Fällen reagierte das Kommando schnell zugunsten der Betroffenen – sie wurden in andere Einheiten versetzt oder es gab aufklärende Gespräche. Diskriminierung gibt es in der ukrainischen Armee, aber sie ist nicht systematisch – eher Einzelfälle.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p><strong>Wie erklärst du dir das? Man könnte ja erwarten, dass in einer konservativen Struktur wie der Armee Homophobie besonders stark ausgeprägt ist.</strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Die ukrainische Armee besteht aus Zivilist*innen, die durch bestimmte Werte verbunden sind. Und im Krieg zählt viel mehr, was du für deine Einheit leistest. Wenn du deine Arbeit gut machst, interessiert es niemanden, welche sexuelle Orientierung du hast. Wichtiger ist, was hier und jetzt passiert. Ich glaube überhaupt, dass das Beispiel der Ukraine für die weltweite LGBTIQA*-Community wichtig ist. Wir bauen viele Stereotype ab. Die Repräsentation von LGBTIQA* Personen an der Front ist im Vergleich zu anderen Ländern sehr groß.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p><strong>Wie sind die Bedingungen für HIV</strong><strong>&#8211;</strong><strong>positive Menschen in der Armee?</strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Zu Beginn des Krieges war es verboten, mit HIV zu dienen. Wer es trotzdem wollte, musste die Diagnose verschweigen. Seit August 2023 können Menschen mit HIV offiziell eingezogen werden. Der Zugang zu antiretroviraler Therapie (ART) läuft über die medizinischen Dienste der Bataillone. Das funktioniert unterschiedlich gut, aber große Probleme gibt es nicht. Problematisch ist eher, dass viele ihren Status gar nicht kennen. HIV-Tests werden empfohlen, sind aber nicht verpflichtend. Ich finde, HIV darf kein Hindernis sein, wenn jemand dienen will. Die Bataillone müssen den Zugang zu Medikamenten sichern. Gleichzeitig bin ich der Meinung, dass HIV-positive Menschen freiwillig dienen sollten. Es kommt vor, dass Leute ihre ART absichtlich absetzen, um die Viruslast zu erhöhen und Aids zu entwickeln – das ist dann ein Entlassungsgrund. Das ist extrem gefährlich, denn selbst wenn man wieder mit der Therapie beginnt, weiß man nicht, ob sie in diesem Stadium noch wirkt.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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        <div class="quote">
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    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>HIV-positive Menschen sollten freiwillig dienen. Es kommt vor, dass Leute ihre ART absichtlich absetzen, um die Viruslast zu erhöhen und Aids zu entwickeln – das ist dann ein Entlassungsgrund. Das ist extrem gefährlich.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
<cite>Borys Hrachov</cite></blockquote>

        </div>
      </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p><strong>Was sind aus deiner Sicht die größten Probleme der ukrainischen Armee?</strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Für mich sind es die Frage der Dienstzeiten und der Demobilisierung. Wir sind im vierten Kriegsjahr, und es gibt immer noch keine vernünftigen Rotationen. Viele Kinder kennen ihre Väter nur als Bild auf einem Handybildschirm. Im Ergebnis opfern wir einen Teil der Gesellschaft, damit der andere Teil leben kann, als wäre nichts. Das muss sich ändern.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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<p><strong>Was war für dich persönlich das Schwierigste während des Dienstes?</strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
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<p>Es war schwer, in fremde Häuser an der Front einzuziehen, ohne zu wissen, ob die Besitzer*innen noch leben: überall ihre Dinge, Spielsachen, Bücher. Schwer war auch der Anblick zerstörter Städte und Dörfer: Wenn man von Isjum in den Donbass fährt, sind die Ausmaße der Zerstörung schockierend. Das können Fernsehberichte nicht wiedergeben. Besonders belastend waren Tage mit über 20 Evakuierungen. Das Auto voller Blut, und irgendwann überkommt dich der Horror: Warum bin ich hier, warum passiert das alles? Und dann diese schwarzen Säcke am Stabilisierungspunkt: Wenn man begreift, dass jeder einzelne ein Mensch war, ein ganzes Universum für jemanden.</p>

              </div>
    </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Es sollte endlich das Gesetz zu Hassverbrechen verabschiedet werden und die rechtliche Anerkennung eingetragener Partnerschaften erfolgen.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
<cite>Borys Hrachov</cite></blockquote>

        </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p><strong>Was könnte ukrainische LGBTIQA* Militärangehörige unterstützen?</strong></p>

              </div>
    </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Vor allem sollte endlich das längst überfällige Gesetz zu Hassverbrechen verabschiedet werden, dessen Entwurf seit Jahren im Parlament liegt, und zudem die rechtliche Anerkennung eingetragener Partnerschaften erfolgen. Letztere ist entscheidend, denn viele LGBTIQA* Menschen dienen oder haben haben Partner*innen, die dienen. Im Falle einer Verwundung oder des Todes sind diese rechtlich völlig ungeschützt: kein Anspruch auf Entschädigung, kein Zugang zum Krankenhaus, kein Mitspracherecht bei der Beerdigung. Diese Beziehungen bleiben für den Staat unsichtbar. Das ist zutiefst ungerecht, wenn man bedenkt, dass LGBTIQA* Personen genauso kämpfen, ihr Leben riskieren und sterben wie alle anderen. Der Staat muss grundlegende Rechte für alle sicherstellen, die ihn verteidigen.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p><strong>Und wie können andere Länder unterstützen?</strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Natürlich gehört Advocacy dazu. Aber das Wichtigste sind Waffen und finanzielle Hilfe. Das Problem ist nicht, wie effektiv wir Communitys aufbauen oder Schulungen durchführen. Das Problem ist: Wenn Russland kommt, werden nicht nur LGBTIQA* Menschen keine Rechte mehr haben, es wird grundsätzlich keine Menschenrechte mehr geben. In Mariupol gab es zum Beispiel tolle queere Initiativen, aber mit der Ankunft der russischen Panzer war sofort alles weg. Das Wirksamste, was man derzeit für den Schutz von LGBTIQA*-Rechten in der Ukraine tun kann, ist, der Ukraine mit Waffen zu helfen. Jeder Meter Land, frei von russischer Besatzung, bedeutet für die Menschenrechte mehr als jedes Seminar.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Jeder Meter Land, frei von russischer Besatzung, bedeutet für die Menschenrechte mehr als jedes Seminar.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
<cite>Borys Hrachov</cite></blockquote>

        </div>
      </div>
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<p><strong>Du hast gesagt, du hattest keine Angst zu sterben. War das schon immer so oder kam dieses Gefühl mit der Zeit?</strong></p>

              </div>
    </div>
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<p>Eigentlich war ich schon seit der Maidan-Revolution 2013/14 der Überzeugung, dass es seine Werte sind, die den Menschen zum Menschen machen. Und dass es sich lohnt, für diese zu kämpfen. Ich meine: Wenn das einzige, was dir wichtig ist, dein Überleben ist – lebst du dann überhaupt? Für mich muss es im Leben etwas Wichtigeres geben als das physische Überleben. Während der Revolution der Würde und später, als Russland in den Donbass einmarschierte, war ich viel als Freiwilliger unterwegs. Nach und nach wurde mir klar: Freiheit ist mein zentraler Wert. Deshalb war ich bereit, dafür zu kämpfen, als die russische Invasion begann. Der Tod selbst macht mir keine Angst. Wenn man ihn oft gesehen hat, sieht man ihn anders. Für die Welt ist der Tod nichts Tragisches, nur eine Tatsache. Sterben werden alle. Die Frage ist nur, wann. Und doch wäre es gut, so zu leben, dass man am Ende nicht allzu traurig ist, sterben zu müssen.</p>

              </div>
    </div>
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<h2 class="wp-block-heading" id="h-mehr-zum-thema">Mehr zum Thema</h2>

              </div>
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<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="ObSXjuobd8"><a href="https://magazin.hiv/magazin/lgbtiq-in-der-ukraine-besatzung/">„Unter Besatzung lernst du, dich unsichtbar zu machen”</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;„Unter Besatzung lernst du, dich unsichtbar zu machen”&#8220; &#8212; magazin.hiv" src="https://magazin.hiv/magazin/lgbtiq-in-der-ukraine-besatzung/embed/#?secret=crT863opzO#?secret=ObSXjuobd8" data-secret="ObSXjuobd8" width="500" height="282" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
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			</item>
		<item>
		<title>„Am Tag der Geburt war alles anders“</title>
		<link>https://magazin.hiv/magazin/hiv-und-schwangerschaft/</link>
					<comments>https://magazin.hiv/magazin/hiv-und-schwangerschaft/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Inga Pylypchuk]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Feb 2025 09:04:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Prävention & Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[HIV und Schwangerschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Stillen]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://magazin.hiv/?p=1558097</guid>

					<description><![CDATA[Jule ist 34, lebt mit HIV und ist zum zweiten Mal schwanger. Im Gespräch mit Inga Pylypchuk erzählt sie von ihren Erfahrungen mit Ärzt*innen und Geburtskliniken.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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<p><strong><strong>Jule ist 34, lebt mit HIV und ist zum zweiten Mal schwanger. Im Gespräch mit Inga Pylypchuk erzählt sie von ihren Erfahrungen mit Ärzt*innen und Geburtskliniken.</strong></strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
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<p><strong>Jule, kannst du ein bisschen von deiner Lebenssituation erzählen?</strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Ich wohne in einer Kleinstadt in Nordrhein-Westfalen mit meinem Mann und meinem Sohn und bin im sozialen Bereich tätig. Mit HIV lebe ich seit meiner Geburt. In meiner Familie wissen alle Bescheid, aber nicht mein Arbeitgeber. Mein Sohn ist etwas älter als ein Jahr und jetzt erwarten wir unser zweites Kind. Es soll im Juni kommen.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p><strong>Wie waren deine Erfahrungen mit der ersten Schwangerschaft? Hast du dich in deiner Selbstbestimmung eher gefördert oder eher gehindert gefühlt?</strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Am Anfang der Schwangerschaft hatte ich gute Erfahrungen. In meiner niedergelassenen gynäkologischen Praxis wurde ich gut beraten. Meine Gynäkologin war auch schon im Vorfeld der Schwangerschaft sehr professionell im Umgang mit HIV. Dann war ich noch zum Vorgespräch an der Medizinischen Hochschule Hannover, wo ich die HIV-Ambulanz eh regelmäßig besuche, und das lief ebenfalls gut. Ich hatte mich vorher informiert und wusste genau, was ich wollte: eine Spontangeburt <em>[Anm. d. Red.: Lange Zeit wurde Menschen mit HIV eine Kaiserschnitt-Entbindung empfohlen]</em>, keine Neo-PEP <em>[Anm. Postexpositionsprophylaxe für das Kind, das heißt Behandlung des Neugeborenen mit einem HIV-Medikament]</em> und auf jeden Fall stillen. Der Arzt hat mich darin bestärkt und ich war zufrieden. Wir haben uns zusammen die Leitlinien angeschaut, alles durchgesprochen, er hat meine Blutwerte überprüft und meine Wünsche aufgenommen. „Alles kein Problem,“ hat er gesagt. Doch am Tag der Geburt war plötzlich alles anders.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Das Klinikpersonal ist in diesen Fragen oft nicht gut informiert.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
</blockquote>

        </div>
      </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p><strong>Wie war es dann?</strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Als ich auf die Wöchnerinnenstation kam, musste ich zuerst einen Anamnesebogen ausfüllen. Ich habe gefragt, wo denn meine Akte sei, die bereits vorbereitet wurde. Aber irgendwie gab es keine Verbindung zwischen der Pränataldiagnostik, der Wöchnerinnenstation und dem Kreißsaal. Also habe ich alles noch einmal detailliert aufgeschrieben: meine Werte und meine Wünsche. Dann hat mir eine Krankenschwester ein paar Flyer gegeben. „Den Flyer zum Stillen nehme ich schon mal raus, den brauchen Sie ja nicht,“ sagte sie. Ich erwiderte: „Doch, das ist möglich mit einer Viruslast unter der Nachweisgrenze, lesen Sie die Leitlinien.“ Daraufhin antwortete sie, dass HIV-positive Frauen bei ihnen auf Station normalerweise nicht stillen. Ich war auf 180 und sagte, dass das alles bereits besprochen wurde und ich stillen darf. Danach brachte sie mich einfach auf mein Zimmer und sagte nichts mehr.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p><strong>Wie erklärst du dir das?</strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Das Klinikpersonal ist in diesen Fragen oft nicht gut informiert. Ich habe mich dann bei einer Oberärztin beschwert. Sie meinte, es tue ihr leid, dass die Schwestern es nicht wussten. Das war für mich sehr ärgerlich, aber ich konnte dagegenhalten. Es gibt jedoch Frauen, die sich durch solche Kommentare stark verunsichern lassen. Die dann denken: „Oh, wenn sie das so sagt, vielleicht sollte ich lieber nicht stillen,“ und es aufgeben. Ich wünsche mir einfach, dass Frauen an dieser Stelle ausgewogen beraten werden. Dass nicht Ängste in den Vordergrund geschoben werden, sondern dass sie sachlich informiert werden – insbesondere darüber, dass Frauen mit supprimierter Viruslast stillen können. Generell sollte mehr über die Vorteile des Stillens gesprochen werden und die interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Klinik besser laufen.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p><strong>Wie lief es dann weiter?</strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>36 Stunden später kam mein Sohn auf die Welt. Die Geburt verlief gut. Aber was ich noch nicht erwähnt habe: Die Geburt musste fünf Wochen früher eingeleitet werden, aufgrund von Schwangerschaftskomplikationen – das hatte nichts mit HIV zu tun. Mein Sohn musste daher zunächst unter Beobachtung bleiben. Auch bei den Kinderärzten fehlte die Information über meine Viruslast, sie haben während der ersten Untersuchung noch einmal bei meinem Mann nachgefragt, ob darüber etwas bekannt sei, da wir uns gegen die Neo-PEP entschieden hatten.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Generell sollte mehr über die Vorteile des Stillens gesprochen werden und die interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Klinik besser laufen.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
</blockquote>

        </div>
      </div>
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<p>Da mein Sohn fünf Wochen zu früh kam, trank er schwach und das erste Anlegen hat im Kreißsaal zunächst nicht geklappt. Als ich dann drei Stunden später fragte, ob wir es noch einmal mit dem Anlegen versuchen könnten, war die Antwort der Schwester: „Wenn Sie meinen …“ Sie hat mich überhaupt nicht unterstützt. Generell war die Einstellung der Schwestern in dieser Hinsicht: „Muss das denn sein?“</p>

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<p>Wir waren zehn Tage im Krankenhaus. Die ganze Zeit habe ich abgepumpt, mehr oder weniger alleine Stillversuche unternommen und mich bemüht, eine Stillberatung zu bekommen. Erst am letzten Tag haben wir endlich eine Beraterin gesehen. Sie war super und hat sehr hilfreiche Tipps gegeben. Aber wenn ein Kind zehn Tage lang aus der Flasche trinkt, klappt das mit dem Stillen oft nicht mehr, mein Sohn hatte eine Saugverwirrung. Letztendlich habe ich sieben Monate lang pumpgestillt.</p>

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<p><strong>Wie fühlst du dich jetzt in deiner zweiten Schwangerschaft? Helfen dir deine Erfahrungen?</strong></p>

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<p>Ganz unabhängig von HIV vergeht die zweite Schwangerschaft viel schneller als die erste. Und ich muss nicht so viel vorbereiten, weil mein erster Sohn noch so klein ist. Was den Umgang mit HIV betrifft, bleibt es eine Herausforderung. Erstens gibt es in der Nähe keine Klinik, die in Frage kommt, wir müssen weit fahren. Meine Wünsche sind die gleichen wie beim ersten Mal. Ich spreche darüber, aber man weiß nie, wie es dann auf der Station tatsächlich läuft.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Ein Arzt sollte im Jahr 2025 auf dem aktuellen Stand sein und nicht auf dem der 1990er Jahre.</p>

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    </div>
  </div>
</blockquote>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Ich habe nach einer besseren Geburtsklinik gesucht, aber bisher keine gefunden. Eine, die wir besucht haben, hatte sogar noch strengere Regeln. Der Chefarzt konnte zunächst nicht glauben, dass wir unser Kind auf natürlichem Wege gezeugt haben. Selbst wenn das nicht sein Fachgebiet ist – ein Arzt sollte im Jahr 2025 auf dem aktuellen Stand sein und nicht auf dem der 1990er Jahre.</p>

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    </div>
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<p><strong>Auf jeden Fall. Was würdest du anderen schwangeren Frauen raten?</strong></p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Jule: Sich vorzubereiten. Auf die Geburt kann man sich vielleicht nicht ganz vorbereiten, aber auf diese Gespräche schon. Sich informieren und souverän bleiben.</p>

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  </div>
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<p><strong>Was wünschst du dir von den Kliniken?</strong></p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Ich wünsche mir, dass Ärzt*innen und das Personal die aktuellen Leitlinien kennen und sich daran halten. Dass sie nicht ihre eigenen Regeln aufstellen und man nicht ständig diskutieren muss. Und dass die Kommunikation untereinander funktioniert – damit Frauen nicht immer wieder alles neu erklären müssen.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Am meisten hasse ich den Satz: „Bei uns war das aber schon immer so.“</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Traut den Frauen mehr zu! Sie können sehr wohl Verantwortung für sich selbst und ihre Kinder übernehmen.</p>

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    </div>
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</blockquote>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Außerdem wünsche ich mir einen respektvollen Umgang – und das betrifft das gesamte Gesundheitssystem, nicht nur Geburts- oder Unikliniken. Ich wurde schon so oft aus reiner Neugier gefragt, wie ich mich infiziert habe und wie ich damit lebe. Ich will diese übergriffigen Fragen nicht beantworten müssen, sondern einfach medizinisch betreut werden.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p><strong>Du hast selbst an den neuen Leitlinien zu HIV und Schwangerschaft mitgearbeitet, die im März 2025 vorgestellt werden. Gab es Punkte, die umstritten waren? Wie findest du die neuen Leitlinien?</strong></p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Bei den pädiatrischen Kapiteln gab es schon Diskussionen – zum Beispiel darüber, ob man wirklich weniger Kontrollen zulassen kann. Aber im Großen und Ganzen werden die neuen Leitlinien den Frauen und auch den Kindern das Leben etwas erleichtern.</p>

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    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Was mich oft stört, ist die Annahme, dass die Geburt eines Kindes das Leben so sehr verändert, dass Frauen es nicht mehr schaffen, ihre Medikamente zu nehmen. Da denke ich immer: Traut den Frauen mehr zu! Sie können sehr wohl Verantwortung für sich selbst und ihre Kinder übernehmen. Wenn die Gesundheit meines Kindes davon abhängt, nehme ich meine Medikamente doch erst recht zuverlässig.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p><strong>Spielt HIV generell eine Rolle in deinem Muttersein?</strong></p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Ich würde sagen: Nein. Das Einzige, woran ich denken muss, ist, wie ich meine regulären Termine in der HIV-Ambulanz und die 200 Kilometer zur Klinik – bald mit zwei Kindern – organisiere. Mein Mann nimmt sich dafür frei, dann geht es. Die Logistik bleibt das größte Problem.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p><strong>Danke für dieses Gespräch. Ich wünsche dir alles Gute bei der Suche nach einer Klinik und für die Geburt!</strong></p>

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<p>Danke.</p>

              </div>
    </div>
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<div class="wp-block-media-text is-stacked-on-mobile" style="grid-template-columns:25% auto"><figure class="wp-block-media-text__media"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="223" src="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2025/02/Cover-positiv-schwanger-1-300x223.jpg" alt="" class="wp-image-1558127 size-medium" srcset="https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2025/02/Cover-positiv-schwanger-1-300x223.jpg 300w, https://magazin.hiv/wp-content/uploads/2025/02/Cover-positiv-schwanger-1.jpg 1256w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></figure><div class="wp-block-media-text__content">  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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<p>Weitere Informationen bietet unser <strong>digitales Medium „Positiv schwanger“</strong>, das auf Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Ukrainisch und Russisch vorliegt:</p>

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<p><a href="https://www.aidshilfe.de/medien/md/positiv-schwanger/">https://www.aidshilfe.de/medien/md/positiv-schwanger/</a></p>

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<p><strong>Ältere Beiträge zum Thema (Auswahl)</strong></p>

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<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="s8mTq44XMR"><a href="https://magazin.hiv/magazin/praevention-wissen/stillen-und-hiv/">Stillen bei nicht nachweisbarer HIV-Viruslast: Lasst die Frauen entscheiden!</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Stillen bei nicht nachweisbarer HIV-Viruslast: Lasst die Frauen entscheiden!&#8220; &#8212; magazin.hiv" src="https://magazin.hiv/magazin/praevention-wissen/stillen-und-hiv/embed/#?secret=Y7M2lvOnA8#?secret=s8mTq44XMR" data-secret="s8mTq44XMR" width="500" height="282" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
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			</item>
		<item>
		<title>„Unter Besatzung lernst du, dich unsichtbar zu machen”</title>
		<link>https://magazin.hiv/magazin/lgbtiq-in-der-ukraine-besatzung/</link>
					<comments>https://magazin.hiv/magazin/lgbtiq-in-der-ukraine-besatzung/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Inga Pylypchuk]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 30 Jan 2025 09:55:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>
		<category><![CDATA[Leben mit HIV]]></category>
		<category><![CDATA[LGBTIQA+]]></category>
		<category><![CDATA[Russland]]></category>
		<category><![CDATA[Ukraine]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://magazin.hiv/?p=1557896</guid>

					<description><![CDATA[Wie ist die Situation für LGBTIQ* in der Ukraine? In den besetzten Gebieten werden sie verfolgt. Einige kämpfen an der Front, trans Personen warten auf die Transition und Queerfeindlichkeit nimmt zu. Doch Community-Projekte helfen. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p><strong>Der Überfall Russlands hat die Situation für <strong>LGBTIQ* in der </strong></strong><a href="https://magazin.hiv/schlagwort/ukraine/"><strong><strong>Ukraine</strong></strong> </a><strong>auf ganz verschiedene Weise verändert. Einige von ihnen kämpfen in der Armee, während trans Personen auf die Anerkennung ihres Geschlechts warten und queerfeindliche Angriffe zunehmen. In den besetzten Gebieten werden Queers verfolgt und es fehlt an HIV-Versorgung. Doch Community-Projekte bieten praktische Hilfe und machen Mut.</strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
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<h2 class="wp-block-heading" id="h-queer-in-der-armee">Queer in der Armee</h2>

              </div>
    </div>
  </div>
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    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Wolodymyr Weselowskyj ist einer von vielen schwulen Männern in der ukrainischen Armee, aber einer der wenigen, die offen über ihre sexuelle Orientierung sprechen. Der 28-jährige Unteroffizier stammt aus Kamjanez-Podilskyj im Westen der Ukraine und verteidigt sein Land seit fast sieben Jahren.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Schon vor der russischen Vollinvasion 2022 hatte sich Weselowskyj freiwillig den ukrainischen Streitkräften angeschlossen. Russland hatte 2014 die Krim annektiert und einen Krieg im Osten der Ukraine begonnen. 2018 trat er der Nationalgarde bei, inspiriert von seiner jüngeren Schwester, die bereits ein Jahr zuvor in die Armee eingetreten war. Ende 2020 wurde er demobilisiert, meldete sich jedoch 2022 erneut freiwillig: „Ich habe keine Sekunde überlegt. Natürlich musste ich zurück an die Front, als Russland den Großangriff startete.“</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>2022 wurde er schwer verwundet. Seine gesamte rechte Körperhälfte war betroffen, vom Lungenflügel über die Leber und die Niere bis hinunter über das Knie zum Fuß. Er verbrachte drei Monate&nbsp;in der Reha, dann kehrte er zum Dienst zurück. &nbsp;Diesmal nicht in einer Kampfeinheit, sondern in der&nbsp;Leitungsabteilung einer Brigade. Aktuell arbeitet er im Monitoring-Bereich.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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        <div class="quote">
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    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Zu wissen, dass ich nicht alleine bin, dass ich jederzeit juristische oder psychologische Hilfe bekommen kann, das hilft sehr.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
<cite>Wolodymyr Weselowskyj</cite></blockquote>

        </div>
      </div>
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<p>Seine Kameraden nennen ihn „Gioconda“, nach dem italienischen Namen der berühmten „Mona Lisa“ von Leonardo da Vinci. Bevor er zur Armee kam, hatte Weselowskyj eine Ausbildung zum Maler und Restaurator absolviert. Ein Kamerade gab ihm den Spitznamen, weil er auch an der Front malte. Und weil er ihn an einen gleichnamigen Protagonisten aus einem populären Kriegsfilm aus den Nullerjahren erinnerte: „Die neunte Kompanie”.</p>

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<h2 class="wp-block-heading" id="h-fortschritte-und-herausforderungen-fur-lgbtiq-in-der-ukraine">Fortschritte und Herausforderungen für LGBTIQ* in der Ukraine</h2>

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<p>Olena Shevchenko, Leiterin der ukrainischen LGBTIQ*-Organisation „Insight“, sieht eine gestiegene Sichtbarkeit der Community in den letzten Jahren, auch wenn dies auf tragische Umstände zurückzuführen ist. „Dadurch, dass Menschen aus unserer Community an die Front gegangen sind, ist die Gesellschaft mehr mit den Themen Gleichheit und Gerechtigkeit konfrontiert. Es geht um konkrete Rechte: bei der Suche nach Vermissten, bei der Pflege von Verletzten und bei Entschädigungen für Familien von Gefallenen. Diese Diskussionen haben dann auch die Menschen erreicht, die früher sich nicht so viele Gedanken darüber gemacht haben“, sagt Shevchenko.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>„Insight“ realisiert seit 2008 LGBTIQ*-Projekte in Kyjiw sowie in anderen Regionen der Ukraine. Eine Umfrage des Kyjiwer Instituts für Soziologie zeigt einen eindeutigen&nbsp;Wandel: Der Anteil der Menschen mit negativer Einstellung gegenüber LGBTIQ+ sank von 60,4 % (2016) auf 34 % (2023). Gleichzeitig stieg der Anteil von Menschen mit positiver Einstellung von 3,3 % auf 15,5 %.&nbsp;45 %&nbsp; der Befragten gaben an, neutral eingestellt zu sein, ein Anstieg vom 14,3 % seit 2016.</p>

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<p>Der Krieg beschleunigte Prozesse, die schon früher begonnen hatten: die Annäherung an die EU, wo in vielen Ländern gleiche Rechte für LGBTIQ+ angestrebt werden, und die Abgrenzung von Russland, das seine trans- und queerfeindlichen Gesetze verschärft.</p>

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<h2 class="wp-block-heading" id="h-petitionen-und-gesetzesentwurfe">Petitionen und Gesetzesentwürfe</h2>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Im Juni 2022 erreichte eine Petition zur Legalisierung gleichgeschlechtlicher Ehen in weniger als 45 Tagen die erforderlichen 25.000 Unterschriften – ein Rekord. 2023 wurde ein Gesetzesentwurf zu eingetragenen Partnerschaften ins Parlament eingebracht. Dort&nbsp;geriet das Verfahren dann&nbsp;allerdings ins Stocken. Es heißt, ein alternativer Vorschlag sei in Arbeit.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Olena Shevchenko blickt skeptisch in die Zukunft dieser Initiative: „Ich glaube nicht, dass der neue Entwurf es durch die Komitees schafft. Die geopolitische Situation hat sich geändert: Mit dem Sieg von Trump in den USA erstarkt der Konservatismus weltweit. Und die Ukraine ist von westlicher Finanzierung abhängig. Das Fenster der Möglichkeiten schließt sich.“ Sie bedauert, dass westliche Partner nicht mehr Druck ausgeübt haben.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Ein weiteres Anliegen der Aktivist*innen ist ein Gesetz, das sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität explizit in den Diskriminierungsschutz aufnimmt. Das heißt, dass die Strafen für Taten, die aus Hass oder Intoleranz begangen werden, härter werden sollen. Besonders relevant wird dies angesichts der Tatsache, dass 2024 erstmals seit vier Jahren die Zahl der Angriffe gegen LGBTIQ-Personen in der Ukraine wieder gestiegen ist.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Mit 75 dokumentierten Fällen von homo- und transfeindlicher Gewalt sowie Diskriminierung gab es laut der Organisation „Unsere Welt“ in dem Jahr einen deutlichen Anstieg im Vergleich zu 2023 (56 Fälle). Die LGBTIQ*-Aktivist*innen bringen&nbsp;die Radikalisierung der Gegner*innen mit der gestiegenen Sichtbarkeit der LGBTIQ*-Communitys in Verbindung.&nbsp;</p>

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<h2 class="wp-block-heading" id="h-besetzung-und-binnenmigration">Besetzung und Binnenmigration</h2>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>In den von Russland besetzten Gebieten verschlechtert sich die Lage ständig. Anastasia Bila von der feministischen Organisation „Inscha“ („Die Andere”) aus Cherson im Süden der Ukraine berichtet: „Evakuierungen werden immer schwieriger. Wir haben auch keine verlässlichen Informationen darüber, was dort passiert, weil es für die Menschen gefährlich ist, in Kontakt mit uns zu bleiben.“ In den besetzten Gebieten gelten russische Gesetze, darunter das Verbot von „Propaganda nichttraditioneller Beziehungen“. Seit 2023 ist auch Transition in Russland verboten, medizinische Eingriffe, hormonelle Behandlungen und Dokumentenänderungen zur Geschlechtsanpassung sind also absolut unmöglich.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Viele Ukrainer*innen finden sich in den besetzen Gebieten nicht nur in einem rechtsfreien Raum wieder, sie haben&nbsp;auch keine&nbsp;Möglichkeit, die für sie lebensnotwendigen Medikamente zu bekommen. Menschen, die fliehen konnten, berichten von Gewalt gegen LGBTIQ-Personen. Doch viele Opfer schweigen aus Angst um ihre Angehörigen vor Ort.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Albina Jermakova, 38 Jahre alt, Kunstmanagerin und Mitarbeiterin bei „Inscha”, hat selbst Besetzung erlebt. Neun Monate hatte Russland Cherson besetzt gehalten, bis die ukrainische Armee es im November 2022 befreite. Sie kann die Angst gut verstehen. „Unter Besatzung lernst du, dich unsichtbar zu machen, bloß nicht auffallen. Dein Gesicht verlernt langsam, Emotionen zu zeigen. Das ist eine Sicherheitsmaßnahme.“</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Unter Besatzung lernst du, dich unsichtbar zu machen, bloß nicht auffallen. Dein Gesicht verlernt langsam, Emotionen zu zeigen &#8211; eine Sicherheitsmaßnahme.</p>

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    </div>
  </div>
<cite>Albina Jermakova</cite></blockquote>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Um diese Erkenntnis festzuhalten, hat Jermakova ein Fotoprojekt gemacht, bei dem nur Hände von Frauen fotografiert wurden. Sie würden ehrlichere Geschichten erzählen, meint die Künstlerin. <a href="https://www.instagram.com/p/CuFlOcrMykm/?img_index=7"><u>Das Projekt</u></a> bekam den Namen „Was mich hält, ist das, was ich halte“.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Beide Frauen, Bila und Jermakova, wohnen und arbeiten momentan in Mykolajiw, weil das ca. 60 Kilometer entfernte Cherson von Russland weiterhin stark beschossen wird.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>In der Ukraine gibt es 4,9 Millionen Binnengeflüchtete, darunter geschätzt über 300.000 LGBTIQ*. Etwa sechs Millionen Menschen sind ins Ausland geflohen.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Die meisten Binnengeflüchteten in der Ukraine haben mit vielen Hürden zu kämpfen. Viele haben ihre Jobs verloren, müssen neue Wohnungen suchen, ihr Leben von Grund auf neu aufbauen. Für Angehörige der LGBTIQ*-Communitys&nbsp;ist die Situation dabei oft besonders schwer. Notunterkünfte in verschiedenen Städten bieten temporäre Lösungen, reichen jedoch bei weitem nicht aus.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<h2 class="wp-block-heading" id="h-hiv-versorgung">HIV-Versorgung</h2>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Menschen mit HIV sind in den von Russland besetzten Gebieten besonders gefährdet, da sie oft keinen Zugang zu Medikamenten haben. Außerdem sind Ersatztherapien für Drogenabhängige dort nicht verfügbar, was zu Rückfällen und erhöhtem Infektionsrisiko führt. Es gibt Berichte über gezielte sexuelle Gewalt, einschließlich absichtlicher HIV-Infektionen.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Was den Rest der Ukraine betrifft, ist die Situation nahe der Front am schwierigsten. Doch dank innovativer Lösungen gelingt es, sie&nbsp;einigermaßen zu stabilisieren. Internationale Stiftungen finanzieren mobile Kliniken, die vor allem in ländlichen und frontnahen Regionen eingesetzt werden. Diese mobilen Ambulanzen leisten Primärversorgung und führen HIV- und Tuberkulose-Screenings durch. Organisationen wie „Ärzte ohne Grenzen“ liefern Medikamente in schwer erreichbare Gebiete, wo medizinisches Personal vor Ort für ihre Verteilung&nbsp;sorgt. Bis zum 1. Oktober 2024 erhielten 118.529 Menschen in der Ukraine antiretrovirale Medikamente. Laut Untersuchungen der „Allianz für öffentliche Gesundheit“ können 92 % der HIV-positiven Menschen ihre Therapie ohne Unterbrechung fortsetzen.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<h2 class="wp-block-heading" id="h-situation-von-trans-personen">Situation von trans Personen</h2>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>2023 stieg die Nachfrage nach Unterstützung bei Transition stark an. Trans Frauen ohne rechtliche Anerkennung ihres Geschlechts können die Ukraine aufgrund rechtlicher Hürden nicht verlassen. LGBTIQ*-Organisationen haben internationale Netzwerke aufgebaut, um Medikamente zu beschaffen, doch diese Versorgung bleibt begrenzt.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Zudem ist die Transition in der Ukraine kompliziert und wird durch den Mangel an spezialisierten Ärzt*innen erschwert. Viele mit der Community solidarische Mediziner*innen haben das Land verlassen. Der Bedarf an rechtlicher Anerkennung in Zeiten des Krieges wächst jedoch weiter. Im Jahresbericht 2024 der Organisation „Unsere Welt” wird festgestellt, dass laut zahlreichen Aussagen von trans&nbsp;Personen ukrainische Ärzt*innen praktisch aufgehört hätten, „Transsexualismus” und „Geschlechtsdysphorie” zu diagnostizieren. Die Begründung: Diese Diagnosen können dazu dienen, den Militärdienst zu umgehen. Der Verdacht liegt nahe, dass die Ärzt*innen Strafverfolgung fürchten.&nbsp;Organisationen wie „Insight” und „Unsere Welt” helfen dabei, die notwendigen Informationen und Hilfe zu bekommen.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Auch für queere Menschen in der Armee ist es sehr wichtig, eine Community zu haben. Dafür wurde bereits 2018 der Verein „<a href="https://www.lgbtmilitary.org.ua/en/"><u>LGBTIQ+ Military</u></a>“ („Ukrainische LGBT-Militärs für gleiche Rechte”) gegründet. Er zählt momentan über 600 Mitglieder, auch Weselowskyj gehört dazu. „Zu wissen, dass ich nicht alleine bin, dass ich jederzeit juristische oder psychologische Hilfe bekommen kann, das hilft sehr“, sagt Weselowskyj. Er träumt davon, nach dem Krieg „ein ruhiges und friedliches Leben zu führen”. Er will dann als Friseur und Tätoowierer arbeiten. Die Skizzen für seine Tattoo-Kunst arbeitet er schon in seiner Freizeit aus.</p>

              </div>
    </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<h2 class="wp-block-heading" id="h-weitere-artikel-zu-hiv-oder-lgbtiq-in-der-ukraine">Weitere Artikel zu HIV oder LGBTIQ* in der Ukraine</h2>

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<ul class="wp-block-list">    
<li><a href="https://magazin.hiv/magazin/hiv-praevention-ukraine/">HIV-Prävention in den besetzten Gebieten der Ukraine: Für Russland keine Priorität</a></li>



    
<li><a href="https://magazin.hiv/magazin/queere-frauen-aus-der-ukraine/">„Ich bin IN der Ukraine. Ich bin AUS der Ukraine“: Queere junge Frauen berichten</a></li>



    
<li><a href="https://magazin.hiv/magazin/plusukrde-support-fuer-ukrainerinnen-mit-hiv/">PlusUkrDe: Deutschlandweiter Support für Ukrainer*innen mit HIV</a></li>



    
<li><a href="https://magazin.hiv/magazin/krieg-ukraine-hiv-interview-valeria-rachinska/">„Wenn es hart auf hart kommt, sind all die großen Organisationen nutzlos“</a>: Interview mit Valeria Rachinska</li>



    
<li><a href="https://magazin.hiv/magazin/ukraine-krieg-interview-gennady-roshchupkin/">„Mein Traum ist, dass ich bald wieder auf der Chreschtschatyk spazieren gehe“</a>: Interview Gennady Roshchupkin</li>



    
<li><a href="https://magazin.hiv/magazin/ukraine-krieg-im-moment-arbeiten-wir-rund-um-die-uhr/">„Im Moment arbeiten wir rund um die Uhr“</a>: Ein Gespräch mit Sasha Gurinova aus dem Team „Internationales“ der Deutschen Aidshilfe und Oksana Panochenko von&nbsp;<a href="https://www.aidsactioneurope.org/en" target="_blank" rel="noreferrer noopener">AIDS Action Europe</a></li>

</ul>

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<p></p>

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		<title>Jugendliche mit HIV: Tanzen, Rappen und Lachen gegen das Stigma</title>
		<link>https://magazin.hiv/magazin/jugendliche-mit-hiv/</link>
					<comments>https://magazin.hiv/magazin/jugendliche-mit-hiv/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Inga Pylypchuk]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Nov 2023 17:47:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Szene & Community]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendliche mit HIV]]></category>
		<category><![CDATA[Leben mit HIV]]></category>
		<category><![CDATA[Stigma]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://magazin.hiv/?p=1555226</guid>

					<description><![CDATA[Ein Workshop bringt acht Teenager mit HIV mit verschiedenen Hintergründen zusammen – für viele das erste Mal, dass sie sich mit Gleichaltrigen austauschen können.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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<p><strong>Ein Workshop bringt acht Teenager mit HIV mit verschiedenen Hintergründen zusammen – für viele das erste Mal, dass sie sich mit Gleichaltrigen austauschen können.</strong></p>

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<p>Gloria <em>(Anm. d. Red.: Die Namen der Jugendlichen sowie einige andere Angaben wurden zu ihrem Schutz geändert)</em> ist fünfzehn Jahre alt, kommt aus Namibia und lebt seit mehreren Jahren in einer westdeutschen Großstadt. Sie spricht fließend Deutsch, aber wenn sie müde ist, switcht sie lieber ins Englische. „I can’t believe it“, sagt sie und schlägt mit den Handflächen auf ihre Oberschenkel. „Ich kann das einfach nicht glauben. Alle hier sind so hübsch, so clever, so ganz normal! Wie kann das sein, dass sie alle HIV haben? Manchmal vergesse ich das sogar, und dann fällt es mir wieder ein und ich kann es wieder nicht glauben.“</p>

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<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p></p><p>Eine Afrikanerin in Deutschland zu sein ist hart, eine HIV-positive Afrikanerin – doppelt hart.</p><cite>Gloria (Name geändert), Teilnehmerin eines Workshops für Jugendliche mit HIV</cite></blockquote>

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<p>Bis zu diesem herbstlichen Wochenende in der Nähe von Duisburg, zwischen Feldern und Teichen, waren sie selbst und ihre Eltern die einzigen Menschen mit HIV, die Gloria kannte. Zum ersten Mal in ihrem Leben kann sie nun darüber in einer Gruppe von Gleichaltrigen sprechen, ihre Gefühle teilen.</p>

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<h2 class="wp-block-heading" id="h-ein-workshop-schafft-einen-raum-ohne-hiv-diskriminierung">Ein Workshop schafft einen Raum ohne HIV-Diskriminierung</h2>

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<p>Hier, im Rahmen dieses Workshops, soll ein diskriminierungsfreier Raum entstehen. „So, wie ihr seid, seid ihr richtig“, sagt Seminarleiter Christoph Leder, 42, der selbst seit über 15 Jahren mit HIV lebt.</p>

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<p>Die Gruppe ist sehr heterogen, viele Jugendliche haben Wurzeln in verschiedenen Ländern Afrikas und Osteuropas. Es gibt auch queere Teilnehmer*innen. Fast alle verbindet, dass sie oder ihre Eltern Erfahrungen mit Flucht oder Migration gemacht haben.</p>

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<p>„Eine Afrikanerin in Deutschland zu sein ist hart, eine HIV-positive Afrikanerin – doppelt hart“, sagt Gloria. Und das noch im Teenager-Alter, eine absolute Katastrophe. In der Zeit, in der viele sich ausprobieren, fühlt sich Gloria wie viele andere hier in der Gruppe irritiert und herausgefordert. „Es gab Erwachsene, sogar Ärzte, die mir gesagt haben, dass ich niemanden küssen darf.“ – „Was für ein Quatsch!“, erwidert Christoph. „Vom Küssen kriegt man kein HIV“, sagt er. „Und vom Küssen wird man nicht schwanger,“ fügt Julia, auch eine Teilnehmerin der Gruppe, hinzu.</p>

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<h2 class="wp-block-heading">Jugendliche mit HIV werden eher von sozialen Fragen umgetrieben</h2>

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<p>Dank der HIV-Medikamente geht es allen acht Jugendlichen, die aus verschiedenen Ecken Deutschlands angereist sind, körperlich gut. Es sind eher soziale Fragen, die sie umtreiben. Wie sage ich jemandem, dass ich HIV-positiv bin? Wann muss ich das sagen, wenn ich jemanden date?</p>

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<p>„Ich habe eines Tages für mich beschlossen, es den Männern, die ich mag, so früh wie möglich zu sagen. Wenn jemand blöd reagiert, dann ist es einfacher für mich, über ihn hinwegzukommen, solange wir nicht so eng sind und ich mich nicht richtig verliebt habe“, erzählt Christoph. Jeder und jede müsse aber für sich selbst entscheiden.</p>

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<p>Alle hier Anwesenden sind von Geburt an HIV-positiv. Schon als Kinder haben sie Medikamente genommen, aber viele wussten nicht, warum. So dachte zum Beispiel Vlad aus der Ukraine, dass er Pillen nehmen muss, weil etwas mit seiner Leber nicht stimme. Erst Jahre später hat ihm seine Mutter die Wahrheit offenbart.</p>

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<p>Vlad ist fünfzehn und in Kyjiw aufgewachsen. Er ist mit seiner Familie nach Deutschland gekommen, weil sie vor dem russischen Angriffskrieg fliehen mussten, und besucht eine Willkommensklasse. Allmählich klappt es, sich mit den anderen Jugendlichen zu verständigen.</p>

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<p>Auch Vlad hat bis zu diesem Wochenende niemanden mit HIV persönlich gekannt, außer seine Eltern. „Manchmal habe ich überlegt, es vielleicht meinen Freunden zu erzählen, aber dann habe ich mich doch anders entschieden. Wenn wir uns mal streiten, können sie diese Information gegen mich verwenden, das will ich nicht.“</p>

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<h2 class="wp-block-heading">Tanzen bringt die Gruppe zusammen</h2>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Der Workshop, den die Deutsche Aidshilfe für Jugendliche anbietet, wird von Carlinhos Bata, 52, durchgeführt, Tänzer und Sozialarbeiter. Bata kommt aus Brasilien und lebt schon seit 25 Jahren in Deutschland. Er bringt den Jugendlichen Tanzschritte bei, um eine gemeinsame Show auf die Beine zu stellen. Die Idee dahinter ist, als Gruppe zusammenzufinden, aber auch, bei sich selbst, im eigenen Körper, anzukommen.</p>

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<p>Die Jugendlichen gestalten die Show mit: Sie bringen ihre eigenen Lieblingstracks mit und entscheiden, wer an welchem Teil der Performance teilnimmt. So wird zu „Hamba Wena“ getanzt, zu den südafrikanischen Beats von Deep London und Boohle, zu „Blase Blah“ vom New Yorker Kwest Tha Madd Lad und zum alten Hit „Macarena“ der spanischen Band Los del Río.</p>

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<p>„Kick, Ball, Change, Kick, Ball, Change“, leitet Bata die Teilnehmer*innen an, während sie die Tanzbewegung ausführen. Drei Schritte, die auf zwei Zähler getanzt werden, den Fuß vor, dann nach hinten.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Manche haben bereits Tanzerfahrung, sind sicher und energetisch dabei, andere tasten sich schüchtern heran. Carlinhos Bata macht dabei mehr, als ihnen nur den Tanz beizubringen, er motiviert. Als Gloria plötzlich ihren Teil nicht vorführen will, bleibt er geduldig, geht mit ihr noch mal die Bewegungen durch.</p>

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<h2 class="wp-block-heading">Das HIV-Stigma belastet Jugendliche</h2>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Amara, 17, die Älteste in der Gruppe, bekommt eine spezielle Aufgabe: Sie soll rappen. Der Text wurde kollektiv Zeile für Zeile geschrieben, aber Amara hat ihn zusammen mit Aygul verfeinert und ergänzt. Daran hatten sie Spaß. Sich vor die Gruppe zu stellen und den Text laut vorzutragen, findet Amara dann doch peinlich. Aber es dauert letztendlich nur drei, vier Versuche, bis es klappt. Es geht dann ungefähr so: „Ich habe keinen Bock, willkommen in meinem Block. Du kriegst gleich einen Schock von meinem großen Wok.“</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Ihre Eltern kamen als Geflüchtete aus Ghana nach Deutschland. Amara ist in Deutschland geboren und aufgewachsen. Von ihrer HIV-Infektion hat sie erst mit 12 erfahren. Bis dahin dachte Amara, dass sie ihre Medikamente wegen einer anderen Krankheit nimmt.</p>

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<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow"><p></p><p>HIV ist ein Stigma. Ich erzähle es nicht, weil ich nicht verurteilt werden will.</p><cite>Amara (Name geändert), Teilnehmerin eines Workshops für Jugendliche mit HIV</cite></blockquote>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Eines Tages, bei einer Kontrolluntersuchung, hat ein Arzt sich dann mit ihr zusammengesetzt und ihr erklärt, dass sie HIV-positiv ist und was das bedeutet. Sie habe geweint, erzählt sie. „Das klang so groß und so negativ.“ Später fand sie Unterstützung bei ihrer Mutter. Die beiden können offen über die Infektion sprechen, auch über die Erfahrungen, die sie damit machen. Außerhalb des engen Kreises der Familie darf aber niemand davon wissen.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>„HIV ist ein Stigma. Ich erzähle es nicht, weil ich nicht verurteilt werden will. Manchmal fühlt es sich okay an, damit zu leben, manchmal ist es doch sehr frustrierend. Man hat viele Fragen: Wie soll ich jemals jemanden kennenlernen? Wird mich jemand heiraten? Werde ich Kinder kriegen? Kann ich eine Familie gründen? Aber irgendwann werden die Antworten kommen“, sagt Amara. Dieses Wochenende mit den anderen Teenagern habe ihr ein bisschen mehr Sicherheit und Glauben an sich selbst gegeben.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<h2 class="wp-block-heading">Mehr Treffen von Jugendlichen mit HIV wären wichtig, aber es fehlen die Gelder</h2>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Nach zwei Tagen Proben ist die Show komplett. Die Jugendlichen wirken, als würden sie sich schon Monate lang kennen. Sie tanzen selbstbewusster, auch die Stimme von Amara wird etwas lauter.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Am letzten Abend wird zusammen gekegelt. Hawi aus Äthiopien führt. Bei jedem Wurf legt er sechs bis neun Kegel um. Aber auch die anderen sind gut im Kegeln. Als die Teilnehmer*innen die Kegelbahn verlassen, ist die Nacht vom Licht des Vollmondes erhellt und niemand will schlafen gehen.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Gloria will unbedingt noch mal ihren Tanz draußen üben und macht Musik an. Vlad spricht Christoph an: „Ganz ehrlich, ich konnte mir gar nicht vorstellen, dass man über HIV so frei reden kann. Dieses Wochenende bringt mich auf ein neues Level.“</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>„Es wäre schön, wenn solche Treffen öfter stattfinden könnten“, sagt Christoph. Er leitet bereits seit zwölf Jahren Seminare für Jugendliche. „Aufgrund der mangelnden Finanzierung findet nur ein Seminar pro Jahr statt. Ich bin der DAH für die Organisation und der Michael Stich Stiftung für die Förderung sehr dankbar – &nbsp;sie haben dieses Jugendtreffen möglich gemacht. Aber für Jugendliche in diesem Alter fühlt sich ein Jahr wie fünf Jahre für Erwachsene an. Ich wünsche mir sehr, dass es mehr Mittel für die Jugendtreffen gäbe. Auch betreute Online-Angebote wären wichtig, damit die Jugendlichen in Kontakt bleiben können“, fügt Christoph hinzu.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p>Es ist schon spät, aber die Gespräche und das Lachen wollen nicht aufhören. Alle hier sagen, dass sie sich bereits auf das nächste Treffen freuen.</p>

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