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REGULIERUNG STATT REPRESSION

Hochkarätige globale Kommission fordert neue Drogenpolitik

Die Global Commission on Drug Policy ruft die Regierungen in aller Welt zur Entkriminalisierung des Drogenkonsums und zur Legalisierung von Drogen auf.

Zu den Mitgliedern der Kommission gehören unter anderem der ehemalige UNO-Generalsekretär Kofi Annan, der mexikanische Ex-Präsident Ernesto Zedillo, Griechenlands Ex-Ministerpräsident George Papandreou, Literatur-Nobelpreisträger Mario Vargas Llosa und der Unternehmer Richard Branson.

In dem heute veröffentlichten Bericht „Taking Control: Pathways to Drug Policies that Work“ fordert die Kommission unter anderem ein Ende der Kriminalisierung und Inhaftierung von Drogengebrauchern sowie gezielte Prävention, Maßnahmen der Schadensminimierung und Behandlungsstrategien für abhängige Drogenkonsumenten. Es sei außerdem an der Zeit, Strategien zur Regulierung des Drogenmarkts zu entwickeln. Gesetzliche Regelungen, die den legalen Konsum von Cannabis, Koka-Blättern und bestimmten neuen psychoaktiven Substanzen ermöglichen, könnten hierfür ein Anfang sein, heißt es in den Empfehlungen des Berichts.

Der juristische Kampf gegen Drogen sei gescheitert, so die Kommission. Wichtiger sei daher, die gesundheitlichen Schäden bei Drogengebrauchern zu minimieren und die Gewinne der Drogenhändler zu beschneiden. Gelingen könne dies, wenn die gesamte Kette von der Produktion bis zum Verkauf der Drogen reguliert werde und damit kriminelle Organisationen aus dem Geschäft gedrängt würden. Dies führe zu gesicherten Qualitätsstandards und schütze die Gesundheit der Konsumenten, betonte die Schweizer Alt-Bundesrätin Ruth Dreifuss in einer Pressemitteilung.

Auch der Zugang zu Schmerzmitteln, die auf Opiaten basieren, sei für bedürftige Patienten unter der derzeitigen Drogenpolitik erschwert, so der Bericht der Global Commission on Drug Policy. Sie schlägt deshalb den Regierungen ein Programm vor, mit dem diese Medikamente sicher in Umlauf gebracht werden können und das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beaufsichtigt werden soll.

Zudem ruft die Kommission Regierungen in aller Welt auf, die für 2016 geplante UN-Sondersitzung (United Nations General Assembly Special Session, kurz: UNGASS) zum Thema Drogen zu nutzen, um die Drogenpolitik global zu reformieren.

(ascho)

Weitere Informationen:

Bericht der Global Commission on Drug Policy mit Handlungsempfehlungen (in englischer Sprache)

Pressemitteilung zur Veröffentlichung des Berichts

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Axel Schock

Axel Schock

Axel Schock, freier Autor und Journalist, ist seit 2010 Mitglied der DAH-Online-Redaktion.

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