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ZIELE UND MASSNAHMEN

UNAIDS drängt auf schnelles Handeln, um die Aids-Epidemie bis 2030 zu beenden

Nahezu 28 Millionen HIV-Neuinfektionen und 21 Millionen aidsbedingte Todesfälle können bis zum Jahr 2030 verhindert werden.

So heißt es in einem UNAIDS-Bericht, der gestern in den USA vorgestellt wurde. Dafür seien laut der Aids-Organisation der Vereinten Nationen allerdings sofortige Maßnahmen sowie ein Milliardenprogramm vonnöten.

„Wenn wir die nächsten fünf Jahre drei Dollar am Tag für jeden Menschen mit HIV investieren, werden wir die Epidemie für immer beenden“, wird UNAIDS-Direktor Michel Sidibé in der Pressemitteilung zum Bericht zitiert. Anfangs müssten laut dem „Fast-Track“-Bericht („Überholspur“-Bericht) noch mehr als 35 Milliarden Dollar in die Bekämpfung der Epidemie investiert werden, dafür würde sich der Ressourcenbedarf ab 2020 weltweit reduzieren.

Laut UNAIDS komme es vor allem auf die nächsten fünf Jahre an, um die Epidemie bis 2030 zu beenden. Würde man in dieser Zeit nicht die nötigen Maßnahmen treffen, könne sich die Lage auch wieder verschlechtern: „Wir haben die Kurve schon nach unten gebogen“, so Sidibé über die Ausbreitung von HIV. „Jetzt haben wir fünf Jahre, um die Epidemie für immer auszuschalten, andernfalls riskieren wir, dass sie wieder außer Kontrolle gerät.“

In ihrem Bericht hebt die UN-Organisation zudem mehrere Sofortziele hervor, die es bis zum Jahr 2020 zu erreichen gilt. Zu diesen gehören unter anderen die „90-90-90“-Ziele: 90 Prozent aller HIV-Infizierten sollten ihren Status kennen, 90 Prozent aller Diagnostizierten sollten Zugang zu Behandlung haben, und bei 90 Prozent der Behandelten sollte kein Virus mehr nachweisbar sein.

UNAIDS schätzt, dass derzeit rund 13,6 Millionen Menschen Zugang zu antiretroviralen Therapien haben. Damit sei man schon nah am Ziel, bis 2015 15 Millionen Menschen zu versorgen, heißt es in der Pressemitteilung. Trotzdem sei es noch ein langer Weg zur Erreichung der „90-90-90“-Ziele. Vor allem müsse es noch mehr Anstrengungen geben, um die Behandlungslücke für Kinder zu schließen.

Weitere Sofortziele bis 2020 seien die Reduzierung der HIV-Neuinfektionszahl um 75 Prozent auf 500.000 sowie das Ende von Diskriminierung.

(Christina Laußmann)

Quelle/weitere Informationen:

Pressemitteilung zum UNAIDS-Bericht

Bericht als PDF: „Fast-Track: ending the AIDS epidemic by 2030“

 

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Christina Laußmann

Christina Laußmann

Christina Laußmann hat Kulturwissenschaft, Medienwissenschaft und Neuere deutsche Philologie an der Humboldt-Universität und Technischen Universität Berlin studiert. Seit 2013 arbeitet sie als Autorin und Lektorin bei der Deutschen AIDS-Hilfe.

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