Frohes Märzchen!

Mit Martenizi (Plural von Marteniza) wünscht man sich in Bulgarien zum 1. März traditionell Glück, Gesundheit und ein langes Leben.
In der HIV-Prävention setzen die Deutsche Aidshilfe und viele ihrer Mitgliedsorganisationen die Marteniza-Bändchen seit vielen Jahren ein. Entstanden ist die Idee dazu im Rahmen des Projekts „Migrantinnen und Migranten als Multiplikator*innen für die HIV/STI-Prävention“ (MuMM).
Zunächst stand dabei die Sexarbeit im Vordergrund, denn viele Sexarbeiter*innen in Deutschland stammen aus Bulgarien oder Rumänien.
Mittlerweile aber dient der schöne Brauch ganz allgemein dazu, ohne viel Worte zu sagen: Mir ist wichtig, dass es dir gutgeht, ich wünsche dir Glück und Gesundheit und ein langes Leben!
Ein Marteniza-Bändchen sagt: Mir ist wichtig, dass es dir gutgeht!
Jedes Jahr verteilen Projekte, die mit Migrant*innen aus Osteuropa arbeiten, hunderte Postkarten mit guten Wünschen auf Deutsch, Bulgarisch und Rumänisch, zusammen mit einem Marteniza-Band fürs Handgelenk, das aus zwei ineinander verdrehten Fäden in Rot und Weiß besteht.
Die Karten bieten Platz für Infos zu lokalen Beratungs-Projekten und laden dazu ein, sich über das Thema sexuelle Gesundheit zu informieren.
Die Erfahrungen sind fast durchweg positiv. Die Marteniza-Bändchen wirken oft als Türöffner, weil sie für viele Beschenkte ein Stück Heimat sind. Oft sind die beschenkten Personen überrascht, dass sie so etwas von deutschen Einrichtungen bekommen. Das wirkt sich für die Projekte auch langfristig positiv aus, denn sie bauen so Vertrauen auf und können ihre Angebote bekanntmachen.
Hinweis: Vom 17. bis 30. März 2025 finden die Internationalen Wochen gegen Rassismus unter dem Motto „Menschenwürde schützen“ statt. Die Deutsche Aidshilfe wird in diesen zwei Wochen eine Reihe von Online-Angeboten und Medien zum Thema Rassismus bereitstellen, an denen alle Mitglieder, Partner*innen und Interessierte aus Gesundheitswesen, Beratung und Betroffenenhilfe, aber auch Communitymitglieder teilnehmen können. Diese Angebote berücksichtigen intersektionale Diskriminierungsformen, die Traumata bei Betroffenen, ihren Familien sowie Mitarbeiter*innen in Aidshilfen und Beratungsinstitutionen hervorrufen können. Weitere Informationen:
Ältere Beiträge zum Thema (Auswahl)
Diesen Beitrag teilen