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	<description>Hintergründe zum Leben mit HIV, Aids, STIs, Hepatitis</description>
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		<title>„Öffentliche Gesundheit gehört zu den wichtigsten Anliegen der EU-Bürger*innen“</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Axel Schock]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 16 Jun 2026 10:23:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Magazin]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://magazin.hiv/?p=1559845</guid>

					<description><![CDATA[Die EU fährt die Finanzierung von HIV-Programmen massiv zurück. Community-Organisationen haben kaum noch Förderchancen. Ferenc Bagyinszky (AIDS Action Europe) berichtet von den Auswirkungen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die EU-Kommission fährt die Finanzierung von HIV- und STI-Programmen massiv zurück. Communitygeführte Organisationen in diesem Bereich haben kaum noch Chancen auf eine Förderung. Ferenc Bagyinszky (AIDS Action Europe) berichtet von den Auswirkungen dieser HIV-Politik und dem dringend nötigen Druck auf die Verantwortlichen.  </strong></p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Anfang Mai 2025 hat die Coalition for a European HIV Response (C4EHR, auf Deutsch etwa: Koalition für eine europäische HIV-Antwort) in einer gemeinsamen Erklärung die Europäische Kommission aufgefordert, eine „nachhaltige, vorhersehbare und zugängliche EU-Finanzierung für communitygeführte HIV-Prävention im Rahmen von EU4Health und des nächsten mehrjährigen Finanzrahmens (2028–2034) sicherzustellen“ (<a href="https://www.aidshilfe.de/de/aktuelles/communitygefuehrte-hiv-praevention-aufrechterhalten">aidshilfe.de berichtete</a>).</p>

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    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Bis zum 12. Mai hatten 155 Organisationen und Institutionen aus dem Bereich HIV, sexuell übertragene Infektionen (STIs) und Gesundheit sowie fast 300 Einzelpersonen den Appell unterzeichnet.</p>

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<h2 id="h-steigende-statt-sinkende-zahlen-bei-hiv-infektionen-und-todesfallen" class="wp-block-heading">Steigende statt sinkende Zahlen bei HIV-Infektionen und Todesfällen</h2>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Europa sei nicht auf Kurs, um die HIV-Epidemie als Bedrohung der öffentlichen Gesundheit zu beenden, und müsse dringend umsteuern, so die C4EHR.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">In ihrer Erklärung verweist die Coalition auf aktuelle Zahlen des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC). So sind die HIV-Neuinfektionen in der WHO-Region Europa, zu der auch die Ukraine und Russland gehören, von 2010 bis 2022 um 5 Prozent gestiegen, statt um 75 Prozent zurückzugehen, bei den HIV-bedingten Todesfällen waren es sogar 37 Prozent mehr. Ähnlich sieht es bei der Zahl der Menschen mit HIV aus, bei denen die Virenvermehrung durch HIV-Medikamente wirksam unterdrückt ist, sodass beim Sex keine Infektion mehr möglich ist: Dies ist nur bei 70&nbsp;% der Fall.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">In dieser Situation erscheint es umso unverständlicher, dass die EU ausgerechnet communitygeführte Organisationen im Regen stehen lässt. Sie haben von Beginn der Aidskrise an eine zentrale Rolle bei der Prävention wie bei der Versorgung und Unterstützung von Menschen mit HIV und Aids gespielt, sind nun aber akut bedroht.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">„Die Lage sieht nicht gut aus.“</p>

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    </div>
  </div>
<cite>Ferenc Bagyinszky von AIDS Action Europe zur HIV-Politik in Europa und darüber hinaus</cite></blockquote>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">„Wenn diese tragende Säule in der HIV-Bekämpfung fehlt, wird das ganze System zusammenbrechen“, sagt Ferenc Bagyinszky, Exekutivkoordinator von <a href="https://aidsactioneurope.org/en">AIDS Action Europe (AAE</a>; dem Netzwerk gehören mehr als 370 NGOs, nationale Netzwerke und communitybasierte Gruppen aus 47 Ländern der WHO-Region Europa an). Die Folge: eine steigende Zahl von Neuinfektionen wie auch von Spätdiagnosen, nicht nur in der Europäischen Union, sondern in ganz Europa.</p>

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<p class="wp-block-paragraph">Bagyinszky erläutert, wie die Kürzungen aussehen: So hat die Europäische Kommission das Budget ihres <a href="https://www.nks-eu4health.de/eu4health/arbeitsprogramm/">strategischen Arbeitsprogramms EU4Health</a> für 2025 um eine Milliarde Euro gekürzt. Zum Opfer gefallen sind dem sämtliche HIV-spezifischen Fördermöglichkeiten – bis dahin die wichtigste Finanzierungform der EU in diesem Bereich. Derzeit gibt es nur wenige gemeinsame Maßnahmen (sogenannte „Joint Actions“), für die sich zudem ausschließlich Mitgliedstaaten und öffentliche Gesundheitsinstitutionen bewerben können. Ein ebenfalls über das EU4Health-Programm finanziertes Arbeitspaket befasst sich zwar mit HIV-Stigmatisierung und -Diskriminierung im Gesundheitswesen, doch auch hier ist eine Communitybeteiligung explizit ausgeschlossen.</p>

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<h2 id="h-speziell-gesundheits-ngos-leiden-unter-politik-der-eu-kommission" class="wp-block-heading">Speziell Gesundheits-NGOs leiden unter Politik der EU-Kommission</h2>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Zudem wurden die EU4Health-Arbeitsprogramme und die damit verbundenen Ausschreibungen zuletzt immer später veröffentlicht. Statt bereits im Vorjahr, wie es für eine verlässliche Planung notwendig ist, wurde das Programm für 2025 erst im Juli desselben Jahres vorgelegt. Ob und wann ein Programm für das Geschäftsjahr 2026 veröffentlicht wird, ist nicht bekannt. Die Kommission schweigt sich dazu aus. Die EU-Programme für andere Bereiche kennen solche Probleme nicht.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Die Arbeit der im Gesundheitsbereich engagierten Nichtregierungsorganisationen ist zudem durch eine andere nicht nachvollziehbare Entscheidung gefährdet: 2024 hatten rund 30 Organisationen, darunter AIDS Action Europe, aber auch Netzwerke zu seltenen Krankheiten oder Alkoholismus, noch eine sogenannte Rahmenpartnerschaftsvereinbarung mit der Kommission für die Jahre 2025 und 2026 unterzeichnet. Sie sollte garantieren, dass diese Organisationen gezielt eingeladen werden, sich auf Ausschreibungen für „<a href="https://international-partnerships.ec.europa.eu/funding-and-technical-assistance/looking-funding/grants_en">operating grants</a>“, also institutionelle Förderung zu bewerben, mit denen deren Kerntätigkeiten in Teilen oder gänzlich finanziert werden – beispielsweise Personalkosten, Büromieten und Schulungen. Doch als dann im Juli 2025 das Arbeitsprogramm endlich veröffentlicht wurde, waren Betriebskostenzuschüsse komplett gestrichen – und zwar nur bei Gesundheits-NGOs. Andere Programme der EU, etwa im Bereich Bürgerrechte oder Sozialfonds, gewähren europäischen zivilgesellschaftlichen Organisationen weiterhin „operating grants“. Mittlerweile untersucht die Europäische Ombudsstelle den Fall.</p>

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<p class="wp-block-paragraph">An Nichtregierungsorganisationen und Netzwerke im Bereich HIV, Hepatitis, Tuberkulose und STIs wurden nach Schätzung von Bagyinszky jährlich lediglich Fördermittel in Höhe von rund einer Million Euro jährlich ausgezahlt – eine äußerst bescheidene Summe angesichts des Gesamtbudgets des EU-Haushalts 2021–2027 von etwa zwei Billionen Euro (inklusive <a href="https://next-generation-eu.europa.eu/index_de">Aufbaufonds Next Generation EU</a> mit etwa 650 Mrd. Euro).</p>

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<h2 id="h-auch-andere-fordermoglichkeiten-fur-hiv-ngos-sind-weggebrochen" class="wp-block-heading">Auch andere Fördermöglichkeiten für HIV-NGOs sind weggebrochen</h2>

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<p class="wp-block-paragraph">Nach Monaten der Unsicherheit war der Wegfall der institutionellen Förderungen für die betroffenen Organisationen ein Schock. Viele müssen Personal entlassen und ihre Angebote stark reduzieren, anderen droht sogar das Aus, weil sie die elementaren Kosten nicht anderweitig finanzieren können. Manche Organisationen mussten ihre Büros komplett schließen und arbeiten jetzt nur noch ehrenamtlich.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">„Die Lage sieht also nicht gut aus“, so Ferenc Bagyinszky zur Situation in Europa und darüber hinaus. Denn nicht nur die Trump-Regierung hat massiv Mittel im HIV-Bereich gekürzt, auch UNAIDS und die Weltgesundheitsorganisation haben Gelder verloren. Auch andere Finanzierungsmechanismen seien eingebrochen, so etwa der US-finanzierte Robert Carr Fund, der marginalisierte HIV-Schlüsselgruppen dabei unterstützt, Zugang zu Gesundheitsdiensten zu erhalten – die wichtigen Geldgeber USA und Niederlande haben sich zurückgezogen.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Wie viele andere Organisationen versucht auch AIDS Action Europe, die Finanzierungslücken durch kleinere Förderungen aus anderen Quellen auszugleichen. Doch dies gestaltet sich immer schwieriger, denn Fördermittel werden weltweit gekürzt, während gleichzeitig der Bedarf steigt. AIDS Action Europe konnte deshalb eine frei gewordene Stelle nicht neu besetzen und musste bereits Aktivitäten reduzieren.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Im Juni wird ein Steuerungskomitee aus Vertreter*innen der AAE-Mitgliedsorganisationen darüber beraten, wie das Netzwerk unter diesen neuen Bedingungen so aufgestellt werden kann, dass es finanzierbar bleibt und gleichzeitig die Bedürfnisse der Mitgliedsorganisationen erfüllen kann.</p>

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<h2 id="h-health-emergency-preparedness-statt-beschaftigung-mit-hiv-hepatitis-und-tuberkulose" class="wp-block-heading">„Health Emergency Preparedness“ statt Beschäftigung mit HIV, Hepatitis und Tuberkulose?</h2>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Zuvor aber geht es darum, die Verantwortlichen innerhalb der EU davon zu überzeugen, dass im HIV-Bereich weiterhin Handlungsbedarf besteht.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">„Bei vielen herrscht der Eindruck vor, es sei bereits genug Geld in HIV investiert worden und die HIV-Versorgung funktioniere bestens“, so Ferenc Bagyinszkys Wahrnehmung. Dabei würden jedoch die enormen Unterschiede zwischen den EU-Mitgliedstaaten wie auch zu den Nachbarländern völlig ignoriert. „In Deutschland zum Beispiel gibt es gesicherten Zugang zur HIV-Behandlung nur, wenn man krankenversichert ist – es ist also kein universeller Zugang. Dasselbe gilt für die <a href="https://www.aidshilfe.de/de/hiv-prep">PrEP</a>: Theoretisch ist sie verfügbar, aber wenn etwa eine Frau aufgrund ihres persönlichen Risikos PrEP nutzen möchte, ist der Zugang für sie extrem schwierig.“ Dafür fehle es letztlich am politischen und finanziellen Willen.</p>

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<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">„Wir müssen die europäischen Institutionen weiter unter Druck setzen, damit sie eine angemessene Finanzierung sicherstellen.“</p>

              </div>
    </div>
  </div>
<cite>Ferenc Bagyinszky, AIDS Action Europe</cite></blockquote>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig werde aufgrund der geopolitischen Lage und wahrscheinlich auch aufgrund der Erfahrungen mit COVID-19 inzwischen sehr viel Geld für „Health Emergency Preparedness“ ausgegeben – also für die Vorbereitung auf zukünftige Gesundheitskrisen. Doch im gleichen Zug würden bestehende Probleme vernachlässigt und HIV, virale Hepatitis und auch Tuberkulose gerieten aus dem Blick.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kommt, dass zivilgesellschaftliche Organisationen rechten Kräften im Europäischen Parlament bereits seit einigen Jahren ein Dorn im Auge sind. Um sie zu diskreditieren, wird die Erzählung gesponnen, NGOs würden nicht transparent arbeiten beziehungsweise nicht im Interesse der Menschen, sondern der Industrie handeln.</p>

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  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<h2 id="h-weckruf-fur-die-hiv-pravention" class="wp-block-heading">Weckruf für die HIV-Prävention</h2>

              </div>
    </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Die Gemeinsame Erklärung der Coalition for a European HIV Response, zu der unter anderem die DAH, das Europäische Netzwerk von Drogenkonsumierenden (EuroNPUD), die Europäische Allianz für die Rechte von Sexarbeiter*innen (ESWA) und Fachgesellschaften wie die European AIDS Clinical Society und die International AIDS Society gehören, ist in dieser Situation ein Weckruf. Dies gilt auch für die Aufforderung an die EU, nicht nur in ihren Mitgliedsländern, sondern darüber hinaus in Nachbarstaaten, insbesondere in osteuropäischen Ländern, Verantwortung für HIV-Maßnahmen zu übernehmen, da das Virus sich von einer Staatsgrenze nicht aufhalten lasse. Die Koalition sieht zudem eine Chance, dass Europa eine stärkere globale Führungsrolle auf diesem Gebiet übernimmt.&nbsp;</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">In Brüssel hat die Deklaration bereits einige Verantwortliche zum Nachdenken gebracht. „Wir wissen, dass sowohl Mitgliedsstaaten als auch Europaabgeordnete die Kommission bereits aufgefordert haben, die ‚operating grants‘ für Gesundheits-NGOs wieder einzuführen“, sagt Ferenc Bagyinszky. Gleichzeitig wachse das politische Interesse an der HIV-Situation in Europa und weltweit.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Die Zeit jedoch drängt – auch angesichts des <a href="https://www.unaids.org/en/2026-high-level-meeting-aids">hochrangigen HIV-Treffens der Vereinten Nationen am 22. und 23. Juni 2026</a>, auf dem eine neue politische UN-Erklärung zu HIV verabschiedet werden soll. Bereits im vergangenen Dezember verabschiedete der UNAIDS-Vorstand die neue globale Aids-Strategie für 2026 bis 2031. Eine ihrer zentralen Säulen ist die Führungsrolle der Communitys – auf die die EU jedoch glaubt, verzichten zu können.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Bis zum Treffen im Juni soll nun politischer Druck aufgebaut werden, und zwar sowohl auf nationaler Ebene als auch innerhalb der EU. „Nationale NGOs müssen ihre Regierungen dazu drängen, vorbereitet nach New York zu reisen und sich für die politische Erklärung einzusetzen“, erklärt Bagyinszky. Viele Staaten versuchten nämlich jetzt schon, bereits vereinbarte Begriffe wie „Schlüsselgruppen“, „Geschlechtervielfalt“, „Menschenrechte“, „sexuelle Rechte“ oder „reproduktive Rechte“ wieder infrage zu stellen. „Gleichzeitig müssen wir die europäischen Institutionen weiter unter Druck setzen, damit sie eine angemessene Finanzierung sicherstellen – nicht nur jetzt, sondern auch im nächsten EU-Haushalt“, so Bagyinsky weiter. „Öffentliche Gesundheit braucht ein eigenes Budget. Denn öffentliche Gesundheit gehört zu den wichtigsten Anliegen der EU-Bürger*innen.“</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Bei der Vorstellung der Gemeinsamen Erklärung im EU-Parlament hat ein Europaabgeordneter den beteiligten NGOs seine Unterstützung zugesagt und ihnen einen für Ferenc Bagyinszky entscheidenden Auftrag mitgegeben: „Bleibt unbequem.“ Genau darin sieht Bagyinszky jetzt die Rolle der Zivilgesellschaft und der Communitys: unbequem zu bleiben und Druck zu machen: „Wenn wir jetzt aufgeben, ist der Kampf verloren. Wir müssen sowohl auf lokaler Ebene als auch auf nationaler und europäischer Ebene Druck ausüben, damit Gesundheit, Soziales und Bildung nicht geopfert werden, weil sich alles nur noch um Krieg, Verteidigung und Notfälle dreht.“</p>

              </div>
    </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<h2 id="h-mehr-zum-thema-hiv-politik" class="wp-block-heading">Mehr zum Thema HIV-Politik</h2>

              </div>
    </div>
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<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="bi7XhvCbbe"><a href="https://magazin.hiv/magazin/hiv-finanzierungskrise-globaler-fonds/">„Ich habe Angst, dass wir in Zeiten zurückkehren, als die Menschen starben“</a></blockquote><iframe class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="„„Ich habe Angst, dass wir in Zeiten zurückkehren, als die Menschen starben““ – magazin.hiv" src="https://magazin.hiv/magazin/hiv-finanzierungskrise-globaler-fonds/embed/#?secret=DvLjkHOwS8#?secret=bi7XhvCbbe" data-secret="bi7XhvCbbe" width="500" height="282" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
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		<item>
		<title>Grenzenlos solidarisch: Positive Begegnungen 2026</title>
		<link>https://magazin.hiv/magazin/grenzenlos-solidarisch-positive-begegnungen-2026/</link>
					<comments>https://magazin.hiv/magazin/grenzenlos-solidarisch-positive-begegnungen-2026/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Axel Schock]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Jun 2026 12:48:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Magazin]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://magazin.hiv/?p=1559824</guid>

					<description><![CDATA[Europas größte HIV-Selbsthilfe-Konferenz, die Positiven Begegnungen, findet vom 13. bis 16. August in Magdeburg statt. Was die rund 400 Teilnehmenden erwartet, verrät Organisatorin Heike Gronski.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Europas größte HIV-Selbsthilfe-Konferenz, <a href="https://www.aidshilfe.de/de/pobe2026">die Positiven Begegnungen (kurz: PoBe)</a>, findet vom 13. bis 16. August in Magdeburg statt. Was die rund 400 Teilnehmenden diesmal unter dem Motto „Grenzenlos (und) solidarisch“ erwartet, verrät Heike Gronski, DAH-Fachreferentin „Leben mit HIV&#8220; und Organisatorin der Konferenz.</strong></p>

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<h2 class="wp-block-heading" id="h-die-positiven-begegnungen-finden-in-der-regel-alle-zwei-jahre-statt-und-sind-das-zentrale-ereignis-fur-die-hiv-community-und-hiv-selbsthilfe-gibt-es-thematische-schwerpunkte-die-bei-der-konferenz-im-zentrum-stehen-werden">Die Positiven Begegnungen finden in der Regel alle zwei Jahre statt und sind das zentrale Ereignis für die HIV-Community und HIV-Selbsthilfe. Gibt es thematische Schwerpunkte, die bei der Konferenz im Zentrum stehen werden?</h2>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Für das Programm hat ein Team mit Menschen aus den verschiedenen Communitys über viele Monate hinweg all die Themen zusammengetragen, die die Menschen mit HIV derzeit besonders beschäftigen. Gemeinsam <a>mit unserem Kooperationspartner vor Ort, dem </a><a href="https://www.aidshilfesachsenanhaltnord.de/de">Zentrum für sexuelle Gesundheit Magdeburg</a>, haben wir nun ein umfangreiches Programm zusammengestellt, das diese aktuellen Fragen und Herausforderungen in fünf Überthemen bündelt, die jeweils von Impulsvorträgen eingeleitet werden.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Das umfangreiche Programm bündelt aktuelle Fragen in fünf Überthemen: inklusives Gesundheitssystem, positiv im Alter, Digitalisierung im Gesundheitswesen, Rausch ohne Stigmatisierung und solidarisches Miteinander.</p>

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</blockquote>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Unter dem Titel <strong>„Selbsthilfe bleibt aktiv: Für ein inklusives Gesundheitssystem“</strong> werden wir uns mit Mental Health, den neuen Richtlinien für Schwangere mit HIV, der Diskriminierung marginalisierter Gruppen im Gesundheitswesen und der Heilungsforschung beschäftigen. Im Themenbereich <strong>„Selbsthilfe bleibt im Wandel: Für positive Aussichten im Alter“</strong> geht es unter anderem um alternative Wohn- und Pflegemodelle und darum, wie wir mit den altersbedingten gesundheitlichen Herausforderungen umgehen.<br>Ein weiterer Schwerpunkt widmet sich den Chancen sowie den potentiellen Gefahren, die sich durch <a href="https://magazin.hiv/magazin/wie-veraendert-ki-das-gesundheitswesen/">„Künstliche Intelligenz“</a> und Digitalisierung ergeben. Wir wollen uns unter anderem darüber austauschen, was die fortschreitende <strong>Digitalisierung im Gesundheitswesen</strong> bedeutet, und wie sie in der Selbsthilfe und Beratung als hilfreiches Werkzeug eingesetzt werden kann.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Im Themenblock <strong>„Selbsthilfe bleibt selbstbestimmt: Für Rausch ohne Stigmatisierung“</strong> wird es Gelegenheit gebe, eigene Erfahrungen mit Chemsex zu reflektieren und über die Drogenpolitik und Druck-Checking zu diskutieren. Den Fünften Themenstrang haben wir mit <strong>„Selbsthilfe bleibt stabil: Für ein solidarisches Miteinander</strong>“ überschrieben.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<h2 class="wp-block-heading" id="h-dieser-titel-spielt-naturlich-auf-die-dah-kampagne-aidshilfe-bleibt-stabil-an">Dieser Titel spielt natürlich auf die DAH-Kampagne <a href="aidshilfe.de/bleibt-stabil">„Aidshilfe bleibt stabil“</a> an.</h2>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Richtig. Wir sind mit den Positiven Begegnungen in Sachsen-Anhalt zu Gast, wo drei Wochen später Landtagswahlen stattfinden werden. Der Rechtsruck in der Gesellschaft und die damit verbundenen Themen wie Rassismus, Antifeminismus und Queerfeindlichkeit betrifft Aidshilfen und die verschiedenen Communitys in ganz besonderem Maße. Wir wollen uns in verschiedenen Workshops nicht nur über die politischen Entwicklungen und deren Folgen austauschen bzw. Handlungsmöglichkeiten entwickeln, sondern auch der Frage nachgehen, inwieweit unsere eigenen Vorurteile der Realität standhalten. Wählt der Osten wirklich anders und wenn ja, warum? Wir wollen aber auch über den eigenen Tellerrand hinausschauen und die Entwicklungen in Europa und im Rest der Welt in den Blick nehmen. Zum Beispiel, welche Folgen die Kürzungen im Gesundheitsbereich auf europäischer sowie globaler Ebene haben und was die erneute Kriminalisierung von LGBTIQ* in vielen Ländern für die Communitys dort und für uns bedeutet.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<h2 class="wp-block-heading" id="h-in-den-letzten-beiden-positiven-begegnungen-war-die-ukrainische-community-sehr-stark-eingebunden">In den letzten beiden Positiven Begegnungen war <a href="https://magazin.hiv/schlagwort/ukraine/">die ukrainische Community</a> sehr stark eingebunden.</h2>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Das wird auch in dieses Jahr wieder der Fall sein. Wir haben ohnehin versucht, bei der Programgestaltung eine größtmögliche Diversität bei den Teilnehmenden zu ermöglichen.<br>Es wird also Programmpunkte geben, die jüngere bzw. ältere Menschen im besonderen Maße ansprechen, und wir berücksichtigen Themen, die für Menschen aus den migrantischen Communitys – sowohl aus den afrikanischen als auch aus dem osteuropäischen Raum – von besonderer Bedeutung sind.</p>

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<p class="wp-block-paragraph">Ein kleiner Themenstrang wiederum richtet sich explizit an russischsprachige Aktivist*innen, die Drogen konsumieren, um so die Strukturen dieser Community zu fördern. Ein weiterer Workshop wird von in Deutschland lebenden Ukrainer*innen mit HIV gestaltet. Bei vielen Veranstaltungen werden wir eine Übersetzung sowohl ins Englische und Französische als auch ins Russische und Ukrainische anbieten, sodass Begegnungen auch über Sprachgrenzen hinweg möglich sein werden. Damit auch Eltern entspannt an der Konferenz teilnehmen können und die Kinder gut versorgt wissen, werden wir wieder eine umfangreiche Kinderbetreuung ermöglichen.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<h2 class="wp-block-heading" id="h-die-konferenz-ist-vor-uber-25-jahren-aus-der-bundespositivenversammlung-hervorgegangen-seitdem-richten-sich-die-positiven-begegnungen-nicht-mehr-nur-an-menschen-mit-hiv-wer-ist-dazu-eingeladen-und-kann-sich-anmelden">Die Konferenz ist vor über 25 Jahren aus der Bundespositivenversammlung hervorgegangen. Seitdem richten sich die Positiven Begegnungen nicht mehr nur an Menschen mit HIV. Wer ist dazu eingeladen und kann sich anmelden?</h2>

              </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">In der Tat sind die Positiven Begegnungen nicht nur für Menschen mit HIV offen, sondern für alle, die im HIV-Kontext leben und arbeiten. Also beispielsweise An- und Zugehörige und Menschen, die beispielsweise im Gesundheitswesen oder in Aidshilfen tätig sind. Wir erhoffen uns dadurch bei vielen Themen, die auf der Tagesordnung stehen, einen regen und produktiven Austausch. Ich denke da etwa an das Thema Alter: Wie können Aidshilfen und andere Institutionen Hand in Hand mit der Selbsthilfe die zukünftigen Bedarfe meistern?</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Die Positiven Begegnungen sind nicht mehr nur für Menschen mit HIV offen, sondern für alle, die im HIV-Kontext leben und arbeiten, wie An- und Zugehörigen oder Mitarbeitenden im Gesundheitswesen oder Aidshilfen. </p>

              </div>
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  </div>
</blockquote>

        </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<h2 class="wp-block-heading" id="h-worauf-durfen-sich-die-konferenzteilnehmenden-jenseits-der-zahlreichen-workshops-freuen">Worauf dürfen sich die Konferenzteilnehmenden jenseits der zahlreichen Workshops freuen?</h2>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Zum Beispiel auf die große Eröffnungsveranstaltung, zu der wir die junge ghanaische Musikerin und trans Aktivistin Angel Maxine erwarten. Wir freuen uns sehr, dass wir die Antidiskriminierungsbeauftragte des Bundes, Ferda Ataman, als Schirmfrau der Positiven Begegnungen gewinnen konnten. Sie wird leider nicht anreisen können, aber eine Grußbotschaft an alle Teilnehmenden senden. Für den Samstag planen wir eine Demonstration durch die Magdeburger Innenstadt und am Abend werden wir die Konferenz mit einem Fest abschließen.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph"><strong><em>Anmeldung</em></strong> <em>zu den Positiven Begegnungen vom 13. bis 16. August 2026 in Magdeburg sind über <a href="https://seminar.aidshilfe.de/de/ed62b0158c9c4c9d8a3871e9336b6d51/positive-begegnungen-2026">seminar.aidshilfe.de</a> möglich. Dort gibt es auch nähere Informationen zur gestaffelten Teilnahmegebühr, zur Unterkunft und zum Ablauf. &nbsp;</em></p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<h2 class="wp-block-heading" id="h-weiterlesen">Weiterlesen</h2>

              </div>
    </div>
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<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="tpCknB3L2l"><a href="https://magazin.hiv/magazin/aidshilfe-bleibt-stabil/">Aidshilfe bleibt stabil – für Solidarität, gegen Spaltung</a></blockquote><iframe class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Aidshilfe bleibt stabil – für Solidarität, gegen Spaltung&#8220; &#8211; magazin.hiv" src="https://magazin.hiv/magazin/aidshilfe-bleibt-stabil/embed/#?secret=Lte7CtCLph#?secret=tpCknB3L2l" data-secret="tpCknB3L2l" width="500" height="282" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
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<figure class="wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-magazin-hiv wp-block-embed-magazin-hiv"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="4mibEU5RKC"><a href="https://magazin.hiv/magazin/katja-schraml-rede-living2024/">„In meinem Leben geht‘s nicht mehr um Überleben. Es geht um Leben.“</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;„In meinem Leben geht‘s nicht mehr um Überleben. Es geht um Leben.“&#8220; &#8211; magazin.hiv" src="https://magazin.hiv/magazin/katja-schraml-rede-living2024/embed/#?secret=oQrn90ORhD#?secret=4mibEU5RKC" data-secret="4mibEU5RKC" width="500" height="282" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
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			</item>
		<item>
		<title>„Die Verantwortung liegt klar bei den Plattformen“</title>
		<link>https://magazin.hiv/magazin/lambda-social-media-verbot/</link>
					<comments>https://magazin.hiv/magazin/lambda-social-media-verbot/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lara Hansen]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Jun 2026 11:28:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend]]></category>
		<category><![CDATA[LGBTIQA+]]></category>
		<category><![CDATA[Queerfeindlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://magazin.hiv/?p=1559790</guid>

					<description><![CDATA[Das queere Jugendnetzwerk Lambda e.V. hält ein Social-Media-Verbot für Jugendliche für gefährlich und hat mit „lambda space“ eine eigene Plattform für queere Jugendliche geschaffen.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Seit Australien im Dezember 2025 ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren eingeführt hat, wird auch in Deutschland hitzig diskutiert. Mehrere EU-Länder, darunter Frankreich, Spanien und Dänemark, planen, Plattformen wie TikTok und Instagram für Jugendliche unter 15 oder 16 Jahren zu sperren. SPD und CDU fordern, dass Deutschland nachzieht. Das queere Jugendnetzwerk <a href="https://lambda-online.de/">Lambda e.V.</a> hält ein solches Verbot jedoch für unsinnig – und gefährlich. Mit <a href="https://lambdaspace.de/">lambda space</a> hat es eine eigene Plattform für queere Menschen zwischen 14 und 26 Jahren geschaffen. Ein Interview mit dem bundesweit organisierten Jugendverein.</strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph"><strong>In Australien gilt ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige. Ähnliche Debatten gibt es in Deutschland. Wie bewertet ihr das aus eurer Arbeit mit queeren Jugendlichen?</strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Ein pauschales Social-Media-Verbot halten wir für den falschen Ansatz. Die Risiken auf Social Media entstehen nicht durch Jugendliche, sondern durch Entscheidungen von Erwachsenen: Plattform-Designs, die auf Profit abzielen, Algorithmen, die Nutzungsdauer maximieren, unzureichende Moderation von Hassrede, schlechte Datenschutz- und Jugendschutzkonzepte. Statt milliardenschwere Konzerne zu regulieren, schiebt man die Verantwortung auf Jugendliche und ihre Eltern ab.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Ein Social-Media-Verbot würde Jugendliche in weniger regulierte Räume drängen, etwa private Messenger-Gruppen oder unmoderierte Plattformen. Probleme wie Sucht, Hassrede und Diskriminierung existieren, doch sie erfordern wirksame Regulierung. Jugendschutz muss digitale Räume sicherer machen, nicht verschließen.</p>

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<p class="wp-block-paragraph">Jugendschutz muss digitale Räume sicherer machen, nicht verschließen.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
<cite>Lambda e. V.</cite></blockquote>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Welche Bedeutung haben digitale Räume für junge Menschen, die ungeoutet sind oder in einem queerfeindlichen Umfeld leben?</strong></p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Für viele queere Jugendliche sind digitale Räume weit mehr als Unterhaltung. Sie bieten Austausch, Repräsentation und Selbstfindung. <a href="https://magazin.hiv/schlagwort/queerfeindlichkeit/">Queerfeindlichkeit </a>erleben viele nicht nur „da draußen“, sondern im engsten Umfeld: Familie, Freundeskreis, Schule. Social Media wird oft zum ersten Kontakt mit anderen queeren Menschen, besonders für Jugendliche auf dem Land. Dort merken sie: Ich bin nicht allein. Es gibt Worte für das, was ich fühle, und ein Leben jenseits von Ablehnung und Scham.</p>

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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was würde ein Verbot für die Jugendlichen bedeuten, mit denen ihr arbeitet?</strong></p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Im schlimmsten Fall verlieren queere Jugendliche den Zugang zu Repräsentation, Informationen, Vorbildern und Kontakten. Die Folgen könnten fatal sein.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Welche Alternativen oder Ergänzungen zum Verbot fordert ihr?&nbsp;</strong></p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Plattformen müssen stärker in die Verantwortung genommen werden. Probleme entstehen durch Plattformdesigns, Geschäftsmodelle, Algorithmen und unzureichende Moderation. Junge Menschen und ihre Organisationen sollten in Gesetzgebungsprozesse einbezogen werden. Jugendschutz darf nicht über ihre Köpfe hinweg entschieden werden. Zudem braucht es Förderung für gemeinnützige, sichere Alternativen – digitale Räume, in denen sich queere Jugendliche selbstbestimmt vernetzen können.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Warum habt ihr mit lambdaspace.de einen eigenen digitalen Raum geschaffen? Was fehlt auf kommerziellen Plattformen?</strong></p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Wir wollten einen Raum schaffen, der aus der Perspektive queerer Jugendlicher gedacht ist, nicht aus der von Konzernen. Kommerzielle Plattformen zielen auf Profit ab – das führt zu süchtig machenden Algorithmen, unzureichender Moderation, Werbung und Datensammlung. Mit lambda space setzen wir auf ein anderes Konzept: keine Werbung, keine manipulativen Algorithmen, dafür transparente Moderation, Vernetzung und Gemeinschaft.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie ist lambda space aufgebaut?</strong></p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">lambda space ist ein digitales Jugendzentrum, zugänglich über Browser und App. Es richtet sich an queere Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 26 Jahren, besonders an jene im ländlichen Raum oder ungeoutete Jugendliche. Die Plattform ergänzt analoge Angebote und dient als Brücke zu bestehenden Strukturen.</p>

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<p class="wp-block-paragraph">Es gibt verschiedene Bereiche: Jugendliche können Gruppenräume erstellen, etwa für Buchclubs oder <a href="https://queer-lexikon.net/2017/06/15/aro-ace/">Ace- und Aro</a>-Gruppen. Über das Spotlight sehen sie, welche Gleichaltrigen aus ihrer Nähe ebenfalls auf der Plattform sind. Im Forum können sie anonym Fragen stellen. Zentral ist die Hilfe- und Beratungsseite mit professionellen Anlaufstellen.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie sorgt ihr für Sicherheit und Gemeinschaft auf der Plattform?</strong></p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Ein wichtiger Baustein ist: Die Jugendlichen sollen selbst steuern können, wie sichtbar sie sind und mit wem sie interagieren. Sie können ihr Profil zum Beispiel privat stellen. Dann sehen es nur Freund*innen. Sie können auch festlegen, dass nur Freund*innen ihnen Nachrichten schicken oder ihre Beiträge kommentieren dürfen. Gerade für ungeoutete Jugendliche oder für junge Menschen, die ein ungewolltes Outing fürchten, ist diese Kontrolle über die eigene Sichtbarkeit sehr wichtig.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Dazu kommen klare Community-Richtlinien. Queerfeindlichkeit, Rassismus, Hassrede, Mobbing und jugendgefährdende Inhalte moderieren wir konsequent und proaktiv.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Unser Moderationsteam wird dafür gezielt geschult. Zur Schulung gehören technische Grundlagen der Plattform, unsere Moderationsprozesse und die Auslegung unserer Richtlinien. Es geht aber auch um Diskriminierungssensibilität, Mikroaggressionen und unbewusste Bias. Denn gerade in einem Raum für queere Jugendliche reicht es nicht, nur auf offensichtliche Regelverstöße zu achten. Moderation muss auch verstehen, wie Diskriminierung funktioniert, welche Erfahrungen unsere Zielgruppe macht und wie schnell schon scheinbar kleine Grenzüberschreitungen dazu führen können, dass Menschen sich nicht mehr sicher fühlen.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Ein weiterer wichtiger Punkt ist Transparenz. Wenn wir zum Beispiel einen Beitrag entfernen, erhält die betroffene Person automatisch eine Nachricht. Darin stehen die Begründung und die Erklärung, warum diese Moderationsentscheidung gefallen ist. Uns ist wichtig, dass Moderation nachvollziehbar ist. Gerade weil viele queere Menschen auf kommerziellen Plattformen erleben, dass Inhalte gelöscht, eingeschränkt oder unsichtbar gemacht werden, ohne dass klar ist, warum, wollen wir hier bewusst anders arbeiten.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Zusätzlich setzen wir eine Jugendschutz-KI ein. Sie läuft lokal auf unseren eigenen Servern und unterstützt unser Moderationsteam. Die KI prüft Inhalte in Echtzeit darauf, ob sie möglicherweise gegen unsere Richtlinien verstoßen. Entsprechende Hinweise leitet sie an das Moderationsteam weiter. Wichtig ist: Die KI speichert keine Daten. Sie gibt nur ein Signal, damit unser Team schneller hinschauen kann. Die Verantwortung bleibt bei der menschlichen Moderation.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Außerdem arbeiten wir mit einem gestuften Zugangssystem. Es gibt einen Schnupperzugang und einen Vollzugang. Der Schnupperzugang ist ohne Verifikation möglich, damit der Einstieg niedrigschwellig bleibt. Gleichzeitig sind dort bestimmte Funktionen eingeschränkt. Außerdem gelten zum Beispiel begrenzte Öffnungszeiten. Wer mehr Funktionen nutzen möchte, kann sich mit einer einfachen Selfie-Verifikation verifizieren.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Welche Herausforderungen hattet ihr beim Aufbau, technisch und inhaltlich?</strong></p>

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<p class="wp-block-paragraph">Unsere größte Herausforderung ist die begrenzte finanzielle Ausstattung. Als gemeinnütziger Jugendverband arbeiten wir ohne Investor*innen, was längere Entwicklungsprozesse und Abhängigkeit von Spenden bedeutet.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Inhaltlich ringen wir mit der Balance zwischen Sicherheit und Niedrigschwelligkeit. Je mehr Verifikation wir verlangen, desto höher wird die Einstiegshürde. Die Jugendlichen, die lambda space besonders brauchen, erleben solche Prozesse oft auch als besonders hohe Hürde. Das gilt zum Beispiel für sehr junge Menschen, ungeoutete Jugendliche oder junge Queers, die noch keinen Anschluss an Community-Strukturen haben. Für sie kann schon der Schritt groß sein, sich auf einer queeren Plattform zu registrieren. Kommen dann noch Verifikationsprozesse hinzu, kann das abschrecken. Deshalb suchen wir hier sehr bewusst nach einer guten Balance. Deshalb setzen wir auf gestufte Zugänge und bleiben im Austausch mit den Jugendlichen.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Wichtig bleibt: Die schwersten Erfahrungen von Queerfeindlichkeit passieren oft im analogen Alltag. Digitale Gewalt setzt diese nur fort.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
<cite>Lambda e.V.</cite></blockquote>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Welche Formen digitaler Gewalt erleben queere Jugendliche besonders häufig?</strong></p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Cybermobbing durch Klassenkamerad*innen, ungewolltes Outing und digitale Kontrolle durch Eltern sind häufige Themen. Manipulierte oder KI-generierte Bilder, die diffamieren oder sexualisieren, nehmen zu. Eltern, die Handys kontrollieren, zwingen Jugendliche oft, andere Geräte zu nutzen, um sich überhaupt Hilfe zu holen. Für Ungeoutete ist das besonders belastend, da schon das Sprechen über digitale Gewalt ein Outing riskieren kann.</p>

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<p class="wp-block-paragraph">Wichtig bleibt: Die schwersten Erfahrungen von Queerfeindlichkeit passieren oft im analogen Alltag. Digitale Gewalt setzt diese nur fort.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie bereitet ihr Jugendliche auf diese Risiken vor, ohne ihnen das Netz zu verleiden?</strong></p>

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  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Unser Ansatz ist Empowerment, nicht Abschreckung. Für queere Jugendliche ist das Netz ein wichtiger Teil ihrer Realität. Ratschläge wie „Geh weniger online“ sind weltfremd. Wir bieten Workshops an, die an ihren Erfahrungen anknüpfen, etwa zu Hetze, Shitstorms oder sicherem Umgang mit Dating-Apps. Viele Jugendliche haben bereits Strategien entwickelt: blockieren, melden, dokumentieren. Diese Kompetenzen nehmen wir ernst und machen sie sichtbar.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Wenn Algorithmen gezielt darauf ausgelegt sind, Menschen abhängig zu machen, dann ist das kein individuelles Problem einzelner Jugendlicher, sondern ein strukturelles Problem, das politisch reguliert werden muss.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
<cite>Lambda e.V.</cite></blockquote>

        </div>
      </div>
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  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wo seht ihr die Verantwortung der Plattformen, wo die des Staates?</strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Die Plattformen tragen die Hauptverantwortung, sie entscheiden über Algorithmen, Moderationsstrukturen, Datenschutz, Meldewege und Geschäftsmodelle. Doch kommerzielle Anbieter werden aus Eigeninitiative kaum für ausreichenden Jugendschutz sorgen. Denn ihr oberstes Ziel ist nicht, möglichst sichere, diskriminierungsarme und gut moderierte Räume zu schaffen, sondern Geld zu verdienen.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Hier muss der Staat eingreifen: mit verbindlichen Vorgaben für Jugendschutz, Datenschutz und Moderation. Plattformen dürfen die Verantwortung nicht auf Nutzer*innen abwälzen. Wenn Algorithmen gezielt darauf ausgelegt sind, Menschen abhängig zu machen, dann ist das kein individuelles Problem einzelner Jugendlicher, sondern ein strukturelles Problem, das politisch reguliert werden muss.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Kurz gesagt: Plattformen müssen Verantwortung übernehmen, aber der Staat muss dafür sorgen, dass sie es auch tun. Denn wir glauben nicht, dass milliardenschwere Konzerne ihre Geschäftsmodelle freiwillig so verändern, dass Schutz, Menschenrechte und das Wohl junger Menschen über Profitinteressen gestellt werden.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<h2 class="wp-block-heading" id="h-zum-weiterlesen">Zum Weiterlesen</h2>

              </div>
    </div>
  </div>
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<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="mmpVSAbSAA"><a href="https://magazin.hiv/magazin/geht-raus-trefft-euch-verbuendet-euch/">&#8222;Geht raus, trefft euch, verbündet euch!&#8220;</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;&#8222;Geht raus, trefft euch, verbündet euch!&#8220;&#8220; &#8211; magazin.hiv" src="https://magazin.hiv/magazin/geht-raus-trefft-euch-verbuendet-euch/embed/#?secret=VbjujXXrVf#?secret=mmpVSAbSAA" data-secret="mmpVSAbSAA" width="500" height="282" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
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<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="S8w579BjcI"><a href="https://magazin.hiv/magazin/stefania-jung-und-hiv-positiv-ukraine-deutschland/">„Jungen Menschen sage ich: Gebt nicht auf. Mit HIV kann man heute leben“</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;„Jungen Menschen sage ich: Gebt nicht auf. Mit HIV kann man heute leben“&#8220; &#8211; magazin.hiv" src="https://magazin.hiv/magazin/stefania-jung-und-hiv-positiv-ukraine-deutschland/embed/#?secret=0GRc59cOed#?secret=S8w579BjcI" data-secret="S8w579BjcI" width="500" height="282" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
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		<title>HIV-PrEP: Einfacher geht’s nicht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Holger Wicht]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 May 2026 10:38:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[PREP]]></category>
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					<description><![CDATA[Informationen über die Einnahmemodalitäten bei der PrEP sind oft zu kompliziert. Zugleich ist „dauerhaft täglich“ für viele nicht realistisch. Das schreckt Menschen von der HIV-PrEP ab, kostet Vertrauen und führt zu Einnahmefehlern. Die Deutsche Aidshilfe begegnet dem nun mit einem leicht nachvollziehbaren Schema. Wir wissen es schon seit Jahrzehnten: Was vor HIV schützen soll, muss [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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<p class="wp-block-paragraph">Informationen über die Einnahmemodalitäten bei der PrEP sind oft zu kompliziert. Zugleich ist „dauerhaft täglich“ für viele nicht realistisch. Das schreckt Menschen von der HIV-PrEP ab, kostet Vertrauen und führt zu Einnahmefehlern. Die Deutsche Aidshilfe begegnet dem nun mit einem leicht nachvollziehbaren Schema.</p>

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<p class="wp-block-paragraph">Wir wissen es schon seit Jahrzehnten: Was vor HIV schützen soll, muss möglichst einfach sein. Was zu viel Wissen voraussetzt, jede Kompliziertheit, gefährdet den Erfolg der Schutzmaßnahme. Die Kondombotschaft konnte ihren Siegeszug antreten, weil sie so schön simpel war. Bei der PrEP hingegen ist noch Luft nach oben: Da ginge es oft weniger kompliziert – und damit noch erfolgreicher.</p>

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<p class="wp-block-paragraph">Die Deutsche Aidshilfe will deswegen künftig mit einem vereinfachten Anwendungsschema für Klarheit sorgen: Die Formel <strong>DX2</strong> beziehungsweise <strong>DX7</strong> beschreibt, wie die PrEP einzunehmen ist, um Schutz zu gewährleisten.</p>

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<h2 class="wp-block-heading" id="h-einfache-formel-klare-ansage">Einfache Formel, klare Ansage</h2>

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<p class="wp-block-paragraph"><strong>DX2</strong> steht für die Einnahme einer <strong>D</strong>oppeldosis zu Beginn, es folgen <strong>X</strong> Tage mit HIV-Risiken bei sexuellen Kontakten, an denen täglich eine Pille eingenommen wird, schließlich wird der Schutz an <strong>2</strong> Tagen ohne Sex abgesichert. <strong>DX7</strong> ist die Variante für Menschen mit Vagina (egal ob „Neo-“ oder nicht): Sie sichern <strong>7</strong> Tage lang ab. Ansonsten ist das Schema identisch.</p>

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<p class="wp-block-paragraph">Gegenüber Patient*innen oder Beratungsklient*innen kann man also formulieren: „Bei der PrEP startest du mit einer Doppeldosis spätestens 2 Stunden vor dem möglichen Risiko. Dann nimmst du täglich eine Pille – bis 2 Tage nach dem letzten Sex. Oder bis 7 Tage danach, wenn deine Vagina am Sex beteiligt war.“</p>

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<p class="wp-block-paragraph">Außerdem gilt es zu betonen: Die PrEP wird <em>täglich </em>eingenommen – und dies kann über kürzere oder längere Zeiträume geschehen.</p>

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<p class="wp-block-paragraph">Die Deutsche Aidshilfe verabschiedet sich damit von komplizierten Diskussionen über die Dauer von Einleitungsphasen sowie von Unterscheidungen, die an höchst individuellen Geschlechtsidentitäten hängen.</p>

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<h2 class="wp-block-heading" id="h-prep-versagen-durch-anwendungsfehler">PrEP-Versagen durch Anwendungsfehler</h2>

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<p class="wp-block-paragraph">Denn wie beim Kondom gilt bei der PrEP: Wenn’s schief geht, sind meist Anwendungsfehler der Grund. „Durchbruchsinfektionen sehen wir vor allem zu Beginn und zum Ende der PrEP, also aufgrund unzureichender Einleitung, nicht ausreichender Blutspiegel sowie unzureichender Schutzabsicherung“, sagt Dr. Axel Jeremias Schmidt, Arzt, Epidemiologe und Medizinreferent der Deutschen Aidshilfe. „Wir vermitteln darum auf eingängige Weise, was nötig ist, um Schutz herzustellen. Damit nehmen wir Anwender*innen Unsicherheiten – und unterstützen die wirksame Anwendung der PrEP in mehr Fällen als bisher.“</p>

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<p class="wp-block-paragraph">Mit den neuen Formeln will die Deutsche Aidshilfe zudem der vielfältigen Realität der PrEP-Anwendung besser gerecht werden. Denn auch viele Menschen, die sich für eine dauerhafte PrEP entschieden haben, unterbrechen die Einnahme bisweilen – sei es aufgrund von sexuell ruhigeren Zeiten, Urlauben, neuen festen Beziehungen oder um Nebenwirkungen zu reduzieren. Auch durch die Versorgungsengpässe vor gut einem Jahr sowie bei den Covid-Lockdowns kam es zu Unterbrechungen – Situationen, die sich wiederholen könnten. Bei der bewusst anlassbezogenen PrEP gibt es zudem auch die „wilde“ Anwendung mit Pillen von Freunden oder von einer früheren PrEP. Das alles sind gute Gründe, Menschen auf eine kompetent durchgeführte PrEP beziehungsweise deren Unterbrechung vorzubereiten.</p>

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<p class="wp-block-paragraph">„Wer die PrEP anwendet, sollte wissen, wie sie eingeleitet und sicher beendet wird“, stellt Axel Jeremias Schmidt fest. „Das klingt banal, ist im Moment aber nicht immer gegeben. Wir sollten nicht davon ausgehen, dass Menschen in jeder der beschriebenen Situationen zunächst ihre PrEP-Praxis aufsuchen. In der Realität wird die PrEP gestoppt, und irgendwann wieder begonnen.“</p>

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<h2 class="wp-block-heading" id="h-vertrauen-in-prep-starken">Vertrauen in PrEP stärken</h2>

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<p class="wp-block-paragraph">Zugleich werden – auch in der ärztlichen Praxis – manchmal offen Zweifel geäußert, dass die „intermittierende PrEP“ den vollen Schutzeffekt entfalten könne oder es wird geargwöhnt, dass die Doppeldosis am Anfang überdosiert sei. Auch weil die „anlassbezogene“ PrEP in den Leitlinien nicht als Regelfall auftaucht, sondern als zweite Wahl, wird die „Kurzstrecke“ als minderwertig betrachtet. Wenn Ärzt*innen dementsprechend kommunizieren, kann das der korrekten Anwendung schaden.</p>

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<p class="wp-block-paragraph">„Die Bedenken gegenüber der intermittierenden PrEP sind völlig unbegründet“, sagt Schmidt. IPERGAY und alle Erfahrungen haben gezeigt, dass die kurzfristige tägliche Einnahme funktioniert.“ In Frankreich sei das 2-1-1-Schema seit 10 Jahren implementiert, ohne erkennbare negative Effekte. In England wurden die Einnahmevorschriften vor über einem Jahr im gleichen Sinne vereinfacht.</p>

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<p class="wp-block-paragraph">Bleibt aus ärztlicher Sicht das Argument, die „intermittierende PrEP“ sei ein „Off-label“-Einsatz, weil die Leitlinien die tägliche Einnahme vorsähen. Die Zulassung macht jedoch keine Angabe zur Dauer der täglichen Einnahme. Zudem wäre mit dieser Logik so gut wie jede PrEP off label. Denn die Zulassung setzt aufgrund der zugrunde liegenden Studien voraus, dass die PrEP „in Kombination mit Safer-Sex-Praktiken“ – sprich: Kondomen – angewendet werden soll. Dass die PrEP sich sinnvollerweise selbst zu einer wissenschaftlich gut abgesicherten Safer-Sex-Methode entwickelt hat, ist noch nicht berücksichtigt.</p>

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<p class="wp-block-paragraph">Es wäre in höchstem Maße kontraproduktiv, darauf zu bestehen. Schließlich herrscht ja zum Glück Konsens: Die PrEP könnte noch viel mehr Menschen wirkungsvoll schützen. Die Einnahme sollte Menschen so leicht wie möglich gemacht werden. Dazu ist ein pragmatisches Vorgehen notwendig, das wissenschaftlich längst abgesichert ist.</p>

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<p class="wp-block-paragraph"></p>

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		<title>Schwules Power Couple aus Ost-Berlin</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Axel Schock]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 May 2026 13:10:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Dokumentation]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>
		<category><![CDATA[HIV]]></category>
		<category><![CDATA[Leben mit HIV]]></category>
		<category><![CDATA[TV-Serie]]></category>
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					<description><![CDATA[Die ZDF-Dokumentation „AIDS – In Zeiten der Liebe“ erinnert an eine außergewöhnliche deutsch-deutsche Geschichte und an ein besonderes Beziehungsgeflecht.]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Dokumentation „AIDS – In Zeiten der Liebe“ über den Bühnenkünstler Heiko Zolchow und seinen Partner Dirk Nawrocki erinnert an eine außergewöhnliche deutsch-deutsche Geschichte und an ein besonderes Beziehungsgeflecht</strong>. <strong><strong>Der ZDF-Dreiteiler von Johannes Nichelmann </strong>ist ab 14. Mai in der Mediathek.</strong></p>

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<h2 class="wp-block-heading" id="h-berlin-1987">Berlin 1987</h2>

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<p class="wp-block-paragraph">Seinen ständigen Husten hatte Heiko Zolchow mehr oder weniger ignoriert. Doch dann verschlechtert sich sein Gesundheitszustand und er landet in einem West-Berliner Krankenhaus. Als ein enger Freund zu Besuch kommt, zieht er das Hemd hoch und zeigt die Kaposi-Sarkome. „Hättest du gedacht, dass ich der Erste bin?“, sagt der damals 30-Jährige und weiß, dass sein Gegenüber die bläulichen Flecken zu deuten weiß: Heiko Zolchow ist an Aids erkrankt. Die Medizin weiß 1987 der Immunschwächeerkrankung noch nichts entgegenzusetzen und so stirbt der Künstler und Bühnenbildner nur wenige Monate nach der Diagnose.</p>

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<p class="wp-block-paragraph">In der Kunst- und Theaterwelt hat Heiko Zolchow kaum Spuren hinterlassen. Zwar war es ihm nach seiner Ausreise aus der DDR 1984 gelungen, langsam Fuß im westdeutschen Kulturbetrieb zu fassen, ein Engagement an der West-Berliner Schaubühne versprach den endgültigen Durchbruch. Doch dazu ist es nicht mehr gekommen. In Erinnerung geblieben ist er jedoch bei seinen Freund*innen, Weggefährt*innen und Geliebten. Und sie erzählen in der dreiteiligen Dokumentation „AIDS – In Zeiten der Liebe“ von einer in vielerlei Hinsicht außergewöhnlichen Geschichte und einem besonderen Liebes- und Beziehungsgeflecht.</p>

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<h2 class="wp-block-heading" id="h-ausreise-genehmigt">Ausreise genehmigt!</h2>

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<p class="wp-block-paragraph">In den frühen Achtzigerjahren ist Heiko Zolchow Teil der Ost-Berliner alternativen Künstlerszene, jung verheiratet, bald zweifacher Vater. Doch er fühlt sich zunehmend zu Männern hingezogen. Seine Frau Sabine lässt sich auf dieses Beziehungsmodell ein, denn sie weiß, dass Heiko sie weiterhin liebt und die Nächte bei ihr und den Kindern verbringen wird. Das ändert sich erst, als er den Schauspieler Dirk Nawrocki kennenlernt. Der junge Mann mit dem wuscheligen Lockenkopf und der unangepasste, charismatische Künstler bilden, wie man heute vielleicht sagen würde, ein <em>Power Couple</em>. Ihre Wohnung wird zum Treffpunkt der Boheme und der schwulen Szene. Das bleibt auch den Behörden nicht verborgen. Aber auch als unangepasster Theatermacher gerät Zolchow in deren Visier, arbeitet er doch mit dem bereits in die Provinz nach Anklam strafversetzten Regisseur Frank Castorf zusammen. Weil sie in der DDR für sich keine Zukunft sehen, stellen Zolchow und Nawrocki einen Ausreiseantrag – der zu ihrer Überraschung bereits nach einem Jahr bewilligt wird. „Homos!“ hatte man handschriftlich auf ihren Unterlagen vermerkt.</p>

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<p class="wp-block-paragraph">Im Westen angekommen genießt das Paar die neuen künstlerischen wie sexuellen Freiheiten, pflegt Freundschaften zu Theaterschaffenden aus ihrer alten Heimat und zu schwulen West-Berliner Kolleg*innen, die sie bereits vor der Ausreise kennengelernt haben. Mit dem jungen Biologiestudenten Nikolaus Heveker beginnen sie eine – offenbar recht konfliktfreie – Ménage-à-trois.</p>

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<h2 class="wp-block-heading" id="h-buhnengerechte-wendung">Bühnengerechte Wendung</h2>

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<p class="wp-block-paragraph">All das wissen wir, weil der Journalist, Autor („Nachwendekinder“) und Filmemacher Johannes Nichelmann das Vertrauen der überlebenden Beteiligten gewonnen hat und sie ganz offen vor der Kamera erzählen. Es ist eine Geschichte mit solch überraschenden Twists, dass sie in einen Roman oder Spielfilm fast unglaubwürdig erschienen. Etwa, dass der junge Assistenzarzt, der Heiko in seinen letzten Lebenswochen im Krankenhaus versorgt, sich in Dirk verliebt und die beiden ein Paar werden. Der Verstorbene wird, wie es ein Freund beschreibt, als „stillen Seele“ in dieser Beziehung bleiben.</p>

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<p class="wp-block-paragraph">Dieser Arzt mit Namen Bernd Hoestermann wird Dirk helfen, in der westdeutschen Film- und Fernsehwelt an Jobs zu gelangen. Er managt ihn so gut, dass sich nach der Wende immer mehr Stars der ehemaligen DDR an ihn wenden, und Hoestermann steigt zu einem der wichtigsten Schauspielagenten der Bundesrepublik auf. Doch auch er erkrankt an Aids. Die hochwirksame Kombinationstherapie kommt für ihn gerade noch rechtzeitig; für Dirk hingegen zu spät. Er stirbt 1994.</p>

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<h2 class="wp-block-heading" id="h-eintrage-ins-kollektive-gedachtnis">Einträge ins kollektive Gedächtnis</h2>

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<p class="wp-block-paragraph">Zugegeben, der Titel dieser auf drei halbstündige Episoden aufgeteilten Dokumentation klingt wenig originell. Auch die Machart ist eher konventionell. Johannes Nichelmann montiert Archivmaterial – private Fotos, Ausschnitte aus Dirk Nawrockis Filmauftritten, aber auch Dokumentarisches zum Leben in der DDR und den Reaktionen auf Aids in der BRD – mit Zeitzeug*inneninterviews. Bebildert werden diese Originaltöne zudem mit überzeugend umgesetzten Spielszenen. Daraus fügt sich nicht nur ein sehr feinfühliges und offenherziges Doppelporträt dieses besonderen Paares. Die Lebensgeschichten der mit ihm verbundenen Menschen machen deutlich, wie tiefgreifend Aids in den Achtziger- und Neunzigerjahren wirkte – und sogar bis in die Gegenwart hinein. Wie Menschen in diesen unsicheren Zeiten es verlernten, wieder eine eigene Zukunft zu haben, wie unverarbeitete Trauer und verdrängte Ängste ein Weiterleben sabotierten. Wenn aus Angst vor beruflichen Nachteilen die eigene HIV-Infektion verschwiegen werden musste.</p>

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<p class="wp-block-paragraph">„Vieles von dem“, sagt Johannes Nichelmann, „was diese Zeit geprägt hat – die Ängste, die Debatten, die gesellschaftliche Kälte –, ist heute in Vergessenheit geraten. Außer bei denen, die es selbst erlebt haben.“ Die gesellschaftspolitische Dimension dieser im Film aufgerollten Einzelschicksale ordnet der Historiker Hennig Tümmers. Er ist Autor von „AIDS. Autopsie einer Bedrohung im geteilten Deutschland“, einer lesenswerten Analyse der Aidspolitik in der Bundesrepublik und der DDR, und damit bestens prädestiniert, wichtige Informationen beizutragen, insbesondere im Umgang der DDR mit der Aidskrise.</p>

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<p class="wp-block-paragraph">Im kollektiven Gedächtnis Deutschlands hätten die Schicksale der vielen jungen Menschen, die in der Aidskrise gestorben sind, keinen festen Platz erhalten, stellt Johannes Nichelmann fest. Seine sehenswerte Dokumentation ist der Versuch, diese Lücke zumindest ein klein wenig zu füllen. Dass sie das ZDF zu nachtschlafender Zeit ins Programm genommen hat, ist bedauerlich, fast schon ärgerlich. Bleibt deshalb zu hoffen, dass sie viele Menschen in der ZDF-Mediathek entdecken werden.</p>

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<p class="wp-block-paragraph"><em>„AIDS – In Zeiten der Liebe“, Buch und Regie: Johannes Nichelmann. mit Evangelos Tsarkowistas, Benjamin Viziotis, Konrad Damer, Clemens Bobke, Antonia Jungwirth sowie in Interviews u. a. Zolchows Ex-Frau Sabine Zolchow, Theaterregisseur Frank Castorf, Szenenbildner Karl-Hermann Reith, Schauspieler Bernd Stegemann, Regisseur und Autor Jean-Claude Kuner und Historiker Henning Tümmers.</em></p>

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<p class="wp-block-paragraph"><em>ZDF, 22. Mai, 23.30 Uhr sowie bereits ab 14. Mai in der </em><a href="https://www.zdf.de/video/dokus/aids-in-zeiten-der-liebe-100/trailer-doku-100"><em>ZDF-Mediathek</em></a><em>.</em></p>

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<p class="wp-block-paragraph"></p>

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<h2 class="wp-block-heading" id="h-mehr-filme-zur-aidsgeschichte">Mehr Filme zur Aidsgeschichte</h2>

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<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="aCwxSDGBSc"><a href="https://magazin.hiv/magazin/romeria-aidskrise-spanien/">Wider das Verschweigen</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Wider das Verschweigen&#8220; &#8211; magazin.hiv" src="https://magazin.hiv/magazin/romeria-aidskrise-spanien/embed/#?secret=qYKgzPliDE#?secret=aCwxSDGBSc" data-secret="aCwxSDGBSc" width="500" height="282" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
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<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="OEZosNl9Yz"><a href="https://magazin.hiv/magazin/dokus-hiv-aids/">Vier Jahrzehnte Aids: 8 Dokumentarfilme zu HIV/Aids</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Vier Jahrzehnte Aids: 8 Dokumentarfilme zu HIV/Aids&#8220; &#8211; magazin.hiv" src="https://magazin.hiv/magazin/dokus-hiv-aids/embed/#?secret=X4P8fxK2l5#?secret=OEZosNl9Yz" data-secret="OEZosNl9Yz" width="500" height="282" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
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		<title>Neue Leitlinie zur Behandlung von Menschen, die Opioide konsumieren</title>
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					<comments>https://magazin.hiv/magazin/leitlinie-behandlung-opioide/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Holger Sweers]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 May 2026 11:49:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Prävention & Wissen]]></category>
		<category><![CDATA[Drogen]]></category>
		<category><![CDATA[Leitlinien]]></category>
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		<category><![CDATA[Substitutionsbehandlung]]></category>
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					<description><![CDATA[Die Leitlinie „Opioidbezogene Störungen“ macht Hoffnung auf eine bessere medizinische Versorgung, so Dirk Schäffer von der Deutschen Aidshilfe.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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<p class="wp-block-paragraph"><strong>Fast drei Jahre wurde an ihr gearbeitet, im Februar 2026 wurde sie veröffentlicht: Die Leitlinie „Opioidbezogene Störungen“ macht Hoffnung auf eine bessere medizinische Versorgung, so Dirk Schäffer von der Deutschen Aidshilfe, der an ihr mitgearbeitet hat.</strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Dirk, die neue Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin und der Deutschen Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie ist eine sogenannte S3-Leitlinie. Kannst du uns erläutern, was S3-Leitlinien sind?</strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">S3-Leitlinien sind die höchste Qualitätsstufe<a href="#_ftn1" id="_ftnref1">[1]</a> evidenzbasierter medizinischer Leitlinien in Deutschland, herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften. Sie basieren auf systematischer Erhebung der wissenschaftlichen Fakten, ihrer Bewertung und einem strukturierten Konsensprozess durch Expert*innen. S3-Leitlinien bieten damit evidenzbasierte Behandlungsempfehlungen und dienen der Vereinheitlichung von Behandlungsstandards, etwa in der Suchtmedizin.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Noch viel zu oft müssen sich [Opioide konsumierende] Patient*innen mit Therapien und Auflagen herumschlagen, die nicht zu ihrer Lebenssituation passen und die ihren Alltag unnötig erschweren.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
<cite>Dirk Schäffer, Referent für Drogen und Strafvollzug der Deutschen Aidshilfe</cite></blockquote>

        </div>
      </div>
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  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mitgewirkt haben um die 70 Personen, darunter du als Drogenreferent der Deutschen Aidshilfe und auch als Aktivist der Selbsthilfe. In der Leitlinienkommission standest du für die Bürger*innen- und Patient*innenbeteiligung. Wie sah diese Arbeit aus?</strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Ich war erstmals Teil eines solchen Prozesses und hatte den Vorsitz einer Arbeitsgruppe zum Thema Selbsthilfe bzw. Selbstorganisation. Darüber hinaus war ich auch Mitglied einer weiteren Arbeitsgruppe zum Thema Versorgungsfragen. In diesen Arbeitsgruppen haben wir uns mehrere Male online getroffen und die entsprechenden Abschnitte der Leitlinie erarbeitet, diskutiert und schließlich zum Konsens gebracht.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was sind die Ziele der Leitlinien?</strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">An erster Stelle steht, dass die Versorgungsqualität verbessert werden soll. Das ist auch dringend nötig, denn noch viel zu oft müssen sich Patient*innen mit Therapien und Auflagen herumschlagen, die nicht zu ihrer Lebenssituation passen und die ihren Alltag unnötig erschweren.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Ein Beispiel ist, dass viele Ärzt*innen sogenanntes retardiertes Morphin für die Take-Home-Versorgung ausschließen – das heißt, man muss für jede Tablette in die Praxis kommen, anstatt das Medikament wie bei anderen Wirkstoffen für mehrere Tage mit nach Hause zu bekommen.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Die Praxen sind voll und es ist kein Platz für neue [Substitutions-]Patient*innen.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
<cite>Dirk Schäffer, Deutsche Aidshilfe</cite></blockquote>

        </div>
      </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Ein weiteres Ziel ist die bessere Zusammenarbeit der verschiedenen Beteiligten an der Patient*innenversorgung. Die Leitlinie richtet sich an Fachpersonal im ambulanten, stationären und teilstationären Bereich. Dazu gehören unter anderem Ärzt*innen in der Grundversorgung und Spezialversorgung, Psycholog*innen und Psychotherapeut*innen, aber auch Pflegekräfte und Sozialarbeiter*innen.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Und nicht zuletzt sollen die Leitlinien auch dazu beitragen, dass mehr Ärzt*innen in die Behandlung opioidabhängiger Menschen einsteigen. Denn leider zeigen die jüngsten Daten zum Substitutionsregister, dass die Zahl der substituierenden Ärzt*innen auf einen historischen Tiefstand gesunken ist.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">2025 haben gut 2.300 Ärzt*innen fast 79.000 Substitutionspatient*innen behandelt, wobei 501 von diesen Ärzt*innen nur jeweils bis zu zehn Patient*innen hatten, weil sie keine suchtmedizinische Qualifikation haben, sondern im Rahmen des sogenannten Konsiliarverfahrens unter Anleitung einer suchtmedizinisch erfahrenen Person handeln. Das Ergebnis: Die Praxen sind voll und es ist kein Platz für neue Patient*innen.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die ersten Leitlinien zur „Therapie der Opiatabhängigkeit“ wurden 2011 bis 2013 entwickelt, um insbesondere die Substitutionstherapie zu regeln. Was hat sich seither getan, was sind die Neuerungen bei den aktuellen Leitlinien?</strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Es ist nicht ganz einfach, die mehr als 270 Seiten Leitlinie in aller Kürze zusammenzufassen. Allerdings kann man einige bemerkenswerte Veränderungen herausgreifen. Zum Beispiel schon allein, dass es ein Kapitel zur stützenden Funktion der Suchtselbsthilfe und zur Selbstorganisation von Menschen gibt, die Opioide konsumieren – diese Wirkung ist ja wissenschaftlich mittlerweile gut belegt. Das hat sich dann in den Empfehlungen 13.1 bis 13.3 niedergeschlagen, dass nämlich Patient*innen immer auch auf regionale Selbsthilfegruppen und Online-Selbsthilfeangebote hingewiesen werden sollen.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">„Die Auswahl des Arzneimittels zur Substitutionsbehandlung sollte sich nach der von Betroffenen präferierten und zugelassenen Applikationsform richten.“</p>

              </div>
    </div>
  </div>
<cite>Zitat aus der S3-Leitlinie Opioidbezogene Störungen</cite></blockquote>

        </div>
      </div>
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  </div>
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<p class="wp-block-paragraph">Außerdem würde ich die verstärkte Einbeziehung der Patient*innen bei der Wahl des Medikaments und der Anwendungsform hervorheben. Der entsprechende Satz in der Leitlinie heißt: „Die Auswahl des Arzneimittels zur Substitutionsbehandlung sollte sich nach der von Betroffenen präferierten und zugelassenen Applikationsform richten.“</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Grundlage dafür ist auch, dass jetzt alle zur Substitutionsbehandlung zur Verfügung stehenden Wirkstoffe wie Methadon, Levomethadon, Buprenorphin, Buprenorphin/Naloxon, retardiertes Morphin oder Diamorphin gleichrangig bewertet werden.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Viele denken beim Thema Therapie für Menschen, die Opioide konsumieren, wahrscheinlich an das Ziel Abstinenz. Kommt dieses Thema eigentlich auch in den Leitlinien vor?</strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Ja, aber vor allem in dem Sinne, dass mit den Patient*innen besprochen werden soll, was ein realistisches Ziel für sie ist – die langfristige Substitutionstherapie oder eine qualifizierte Entzugsbehandlung zum Erreichen einer Abstinenz. Und wenn sich Patient*innen in einer Substitutionsbehandlung befinden, soll ein Entzug nur dann angeboten werden, wenn ansonsten die Ziele der Substitution gefährdet sind oder ein Abbruch droht oder wenn Patient*innen selbst immer wieder den Wunsch nach einer Entzugsbehandlung äußern.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph"><strong>In der Leitlinie gibt es auch Empfehlungen zum Thema Schadensminimierung, also zur Senkung der Risiken beim Opioidkonsum. Das würde man ja in einer klassischen Behandlungsleitlinie nicht unbedingt erwarten, oder?</strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Ich persönlich war auch sehr überrascht, dass die Leitlinie Empfehlungen zum Thema Schadensminderung aufgenommen hat. Konkret werden die bedarfsgerechte Vergabe von Konsumutensilien, Drogenkonsumräume, Take-Home-Naloxon – um bei Drogennotfällen Leben zu retten –, Straßensozialarbeit und niedrigschwellige Kontaktläden genannt. Der Gedanke ist, dass man mit diesen Angeboten die Gesundheit erhält – zum Beispiel, indem man Übertragungen von HIV und Hepatitis C, Abszesse oder Überdosierungen verhindert – und die Inanspruchnahme von Therapien und Behandlungen verbessert.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Ich habe die klare Erwartung, dass Mediziner*innen in der Substitutionsbehandlung diese Leitlinien ernst nehmen und die Empfehlungen, die alle auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse in hoher Übereinstimmung verabschiedet wurden, auch in die Praxis umsetzen.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
<cite>Dirk Schäffer, Referent für Drogen und Strafvollzug der Deutschen Aidshilfe</cite></blockquote>

        </div>
      </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gibt es noch etwas, was du hervorheben willst?</strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Ich habe mich sehr gefreut, dass das Thema Take-Home-Naloxon mit einer klaren Empfehlung benannt wird. Naloxon soll opioidabhängigen Personen zur Verringerung drogenbedingter Todesfälle zur Verfügung gestellt werden. Dies gilt selbstverständlich auch für die Substitutionsbehandlung und ich habe Hoffnung, dass diese Empfehlung zur flächendeckenden Verbreitung von Naloxon-Nasensprays beiträgt. Leider ist es nämlich noch immer so, dass Menschen, die sich Naloxon-Spray verschreiben lassen wollen, oft vor unnötigen Hürden stehen.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Welche Hoffnung verbindest du mit den neuen Leitlinien?</strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
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<p class="wp-block-paragraph">Ich habe die klare Erwartung, dass Mediziner*innen in der Substitutionsbehandlung diese Leitlinien ernst nehmen und die Empfehlungen, die alle auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse in hoher Übereinstimmung verabschiedet wurden, auch in die Praxis umsetzen.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Dies gilt insbesondere für die engere Einbeziehung der Patient*innen in wesentliche Entscheidungen über Behandlungsziele, eingesetzte Medikamente und Anwendungsformen. Auch die Empfehlung zu Take-Home-Naloxon ist extrem wichtig für die Selbstbestimmung und Teilhabe.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Und nicht zuletzt bieten die Leitlinien Menschen, die sich damit beschäftigen, ob sie in der Substitutionsbehandlung aktiv werden wollen, einen klaren und verlässlichen Rahmen und eine gute Grundlage für eine Entscheidung für diese wichtige Behandlungsform.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Die neuen S3 Leitlinien sind hier zu finden:</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://register.awmf.org/assets/guidelines/076-012l_S3_Opioidbezogene-Stoerungen_2025-11.pdf">https://register.awmf.org/assets/guidelines/076-012l_S3_Opioidbezogene-Stoerungen_2025-11.pdf</a></p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref1" id="_ftn1">[1]</a> Anm. d. Red.: S1-Leitlinien sind Handlungsempfehlungen von Expert*innengruppen, die informell einen Konsens finden; S2k-Leitlinien sind konsensbasierte Leitlinien eines repräsentativen Gremiums, die in einem strukturierten Verfahren einen Konsens finden; S2e-Leiltinien sind evidenzbasierte Leitlinien, die auf systematischer Recherche, Auswahl und Bewertung der Literatur basieren. S3 Leitlinien verbinden die evidenz- und die konsensbasierten Leitlinien; vgl. https://www.awmf.org/regelwerk/stufenklassifikation-nach-systematik</p>

              </div>
    </div>
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<p class="wp-block-paragraph"><a id="_msocom_1"></a></p>

              </div>
    </div>
  </div>
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					<wfw:commentRss>https://magazin.hiv/magazin/leitlinie-behandlung-opioide/feed/</wfw:commentRss>
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			</item>
		<item>
		<title>Martina H.: Ich habe meine Jahre der Sucht wenig als negativ erlebt und bereue nichts</title>
		<link>https://magazin.hiv/magazin/interview-martina-drogengebrauch/</link>
					<comments>https://magazin.hiv/magazin/interview-martina-drogengebrauch/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Philine Edbauer]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 May 2026 09:57:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Szene & Community]]></category>
		<category><![CDATA[Drogen]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstbestimmung]]></category>
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		<category><![CDATA[Substitution]]></category>
		<category><![CDATA[Substitutionsbehandlung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://magazin.hiv/?p=1559702</guid>

					<description><![CDATA[Martina H. fing als Teenager an, Heroin zu konsumieren. Später hat sie dann die Selbstorganisation JES Berlin mitbegründet. Im Interview mit magazin.hiv erzählt sie ihre Geschichte.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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<p class="wp-block-paragraph"><strong><strong>Martina H. fing als Teenager an, Heroin zu konsumieren. Später hat sie dann die Selbstorganisation JES Berlin mitbegründet. Im Interview mit magazin.hiv erzählt sie ihre Geschichte.</strong></strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<h3 class="wp-block-heading" id="h-martina-du-hast-angefangen-heroin-zu-konsumieren-ungefahr-als-das-buch-wir-kinder-vom-bahnhof-zoo-uber-christiane-felscherinow-erschien-oder">Martina, du hast angefangen, Heroin zu konsumieren, ungefähr als das Buch <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wir_Kinder_vom_Bahnhof_Zoo" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“</a> über Christiane Felscherinow erschien, oder?</h3>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Ja, Anfang der 80er <em>[„Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ erschien 1978, Anm. d. Red.]</em>. Das Buch habe ich in der 9. Klasse gelesen. Das weiß ich noch wie heute, wie ich es unter dem Schultisch verschlungen habe. Es hat mich wirklich inspiriert.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<h3 class="wp-block-heading" id="h-was-daran">Was daran?</h3>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Das Berliner Nachtleben zum Beispiel. Ich wuchs in einer bürgerlichen Kleinstadt auf, zusammen mit meiner jüngeren Schwester, Großeltern, Tanten und Cousins. Ich war ein Opakind. Samstags putzten alle Männer ihre Autos und die Frauen fegten die Bürgersteige oder arbeiteten im Garten. Alle taten dasselbe, und wenn jemand mal nicht sichtbar war, fragte man besorgt: „Alles in Ordnung bei euch? Ist jemand krank?“ Das war nichts für mich. Ich dachte mir immer, ich erwarte irgendwie mehr vom Leben.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Dann las ich das Buch – und war begeistert. Es war so toll beschrieben, was diese jungen Menschen alles erlebten. Das hat mich völlig angefixt, das wollte ich auch haben. Einen Teil davon in unserer Kleinstadt zu finden, war dann gar nicht mehr so weit. Bei uns gab es einen Club, eine Diskothek, wie wir damals sagten. Und auch wenn man noch keine 16 Jahre alt war, so wie meine Freundinnen und ich, war es sehr einfach, reinzukommen.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<h3 class="wp-block-heading" id="h-und-da-gab-es-dann-gleich-alles-auch-sachen-zum-spritzen">Und da gab es dann gleich alles? Auch Sachen zum Spritzen?</h3>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Nicht alles, was es heute gibt, aber genau, auch zum Spritzen. Der Kontakt war sehr schnell hergestellt. Wenn du einmal da warst, dann hattest du Christiane F. gleich ganz nah.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<h3 class="wp-block-heading" id="h-das-buch-beschreibt-auch-deutlich-die-negativen-erlebnisse-die-mit-ihrem-heroinkonsum-einhergingen-warum-war-das-nicht-abschreckend">Das Buch beschreibt auch deutlich die negativen Erlebnisse, die mit ihrem Heroinkonsum einhergingen. Warum war das nicht abschreckend?</h3>

              </div>
    </div>
  </div>
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<p class="wp-block-paragraph">Der Reiz und die Versuchung waren einfach größer. Die paar negativen Zeilen, die kamen mir unbedeutend vor. Das andere hat überwogen, es war viel mächtiger.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<h3 class="wp-block-heading" id="h-wie-ging-es-weiter-nachdem-du-als-teenager-angefangen-hast-heroin-zu-konsumieren-hast-du-die-schule-abgeschlossen">Wie ging es weiter, nachdem du als Teenager angefangen hast, Heroin zu konsumieren? Hast du die Schule abgeschlossen?</h3>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Ja. Ich habe mit 16 eine einjährige Ausbildung als Bekleidungsnäherin in einer Hosenfabrik gemacht und danach in einer Polstermöbel-Fabrik gearbeitet. Mit 18 war ich aber nicht mehr imstande, täglich zur Arbeit zu gehen. Anfangs war ich mehr auf Speed unterwegs und konnte damit sehr gut und schnell nähen. Wenn der Chef freitags fragte „Wer kommt Samstag zur Arbeit?“ war ich immer dabei, weil ich sowieso die Nacht durchgemacht habe.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">„Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ hat mich wirklich inspiriert.&#8220;</p>

              </div>
    </div>
  </div>
</blockquote>

        </div>
      </div>
    </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Aber als ich dann stark auf Heroin war, ging das nicht mehr. Mein Chef kam sogar zu meiner Mutter und fragte, was denn mit dem Mädchen los sei, „sie war doch immer so fleißig“. So ging es abwärts und bald bin ich dann zum ersten Mal beim Klauen erwischt worden. Da kippte langsam auch zu Hause alles.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<h3 class="wp-block-heading" id="h-dein-mehrjahriger-konsum-war-bis-dahin-also-nicht-aufgefallen">Dein mehrjähriger Konsum war bis dahin also nicht aufgefallen?</h3>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Nein, die ersten ein, zwei Jahre nicht. Als es rauskam, ist meine Mutter zur Drogenberatung gegangen, um sich Hilfe holen. Die Hilfe der Drogenberatung bestand jedoch darin zu sagen: „Entweder das Kind will jetzt zur Therapie gehen oder du musst es vor der Tür setzen.“ Sozusagen mit der Pistole auf der Brust hat man mir diese beiden Möglichkeiten gegeben, also habe ich mich mit 18 zu meiner ersten Therapie breitschlagen lassen. Ich war zu dem Zeitpunkt auch wegen Diebstählen vor Gericht und durch die Therapie bekam ich eine Bewährungsstrafe statt Haft<a href="#_ftn1" id="_ftnref1">[1]</a>.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Nach drei Monaten habe ich die Therapie aber abgebrochen, der Haftbefehl ging raus und ich kam das erste Mal ins Gefängnis.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-heading block--align-left block--type-core-heading-3">
    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<h3 class="wp-block-heading" id="h-du-warst-als-teenager-heroinabhangig-und-hast-haftstrafen-erhalten">Du warst als Teenager heroinabhängig und hast Haftstrafen erhalten?</h3>

              </div>
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<p class="wp-block-paragraph">Ja, mit gerade mal 18 Jahren. Die Strafen waren erst für kleine Ladendiebstähle, dann Autoradios, Lederjacken und so weiter. Man hatte seine Kundschaft. Mit den Diebstählen habe ich das finanziert, was hätte ich anderes machen sollen. Heroin war damals richtig teuer, zwischen 300 und 500 DM pro Gramm. Beim ersten Mal Knast waren es nur drei Monate Jugendstrafe. Beim zweiten Mal acht Monate und beim dritten Mal war ich dann etwas über ein Jahr drinnen. Es waren schnelle Wechsel zwischen Therapien und Knast.</p>

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<p class="wp-block-paragraph">Meine Eltern hatten mir zwischendurch meinen Hausschlüssel abgenommen. Zu Hause kam ich nur noch rein, wenn sie auch da waren, weil auch Freund*innen von mir bei meinen Eltern lange Finger gemacht haben – Papas Lederjacke, Geld aus der Keramikdose und so weiter. Ich habe daraufhin bei drei Kumpels gewohnt, war viel draußen und bin nach Holland geflüchtet. Auch mit dem Schmuggeln von Drogen von Holland nach Deutschland konnte ich meine Sucht finanzieren. Das ging immer bis zum nächsten Therapie- oder Haftantritt gut.</p>

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<h3 class="wp-block-heading" id="h-fur-deine-dritte-inhaftierung-hat-auch-deine-familie-eine-wichtige-rolle-gespielt-richtig-wie-lief-das-ab">Für deine dritte Inhaftierung hat auch deine Familie eine wichtige Rolle gespielt, richtig? Wie lief das ab?</h3>

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<p class="wp-block-paragraph">In Deutschland lief wieder ein Haftbefehl gegen mich. An Weihnachten hatte ich mit meinen Eltern telefoniert. Ich hatte Heimweh. Sie haben sich auf den Weg gemacht, um mich abzuholen und im Auto versteckt über die Grenze zu bringen, damit wir Weihnachten zusammen zu Hause verbringen können. Es war abgesprochen, dass sie mich danach wieder zurück nach Holland bringen.</p>

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<p class="wp-block-paragraph">Ich habe ihnen gesagt, wo ich bin, und dann sind mein Vater, meine Mutter und mein Schwager losgefahren. Ich war bei meinem Dealer untergekommen und er hatte mir für die Tage auch noch was mitgegeben, damit ich nicht in den Entzug komme. Damals waren die Grenzen noch besetzt und es war also ein heikles Spiel, mich rüberzuholen. Ich habe mich unter dem Rücksitz unter einer Kapuze versteckt.</p>

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<p class="wp-block-paragraph">Ich weiß, dass meine Eltern mir nichts Böses wollten. Sie waren ja auch verzweifelt und wussten nicht, was sie machen sollten.</p>

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<p class="wp-block-paragraph">Am Ende der Fahrt ist mein Schwager aber nicht nach Hause abgebogen, sondern weiter geradeaus gefahren. Wahrscheinlich hätten sie es lieber gehabt, wenn die Polizei an der Grenze zugeschlagen hätte, aber da ist alles gut gegangen. Sie brachten mich zur Polizeistation, ich hab mich erfolglos gewehrt. Weihnachten habe ich dann also im Polizeigewahrsam verbracht, bis ich ein, zwei Tage später in den Frauenknast nach Köln gekommen bin.</p>

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<h3 class="wp-block-heading" id="h-wie-blickst-du-heute-darauf">Wie blickst du heute darauf?</h3>

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<p class="wp-block-paragraph">Meine Eltern und besonders meine Mutter waren froh, dass sie wieder schlafen konnten. Ich weiß, dass meine Eltern mir nichts Böses wollten. Sie waren ja auch verzweifelt und wussten nicht, was sie machen sollten. Damals aber war ich völlig irritiert, sauer und vor den Kopf gestoßen. Wenn wir heute miteinander über diese alten Geschichten sprechen, ist es immer noch nicht einfach für uns. Meine Mutter fängt noch heute an zu weinen und dann ich&nbsp;…</p>

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<p class="wp-block-paragraph">Sie haben wirklich viel durchgemacht. Mein Vater war immer arbeiten und hat sich eher rausgehalten. Wenn ich in Therapie war und Elterngespräche anstanden, hat er sich sehr schwer damit getan. Meine Mutter war offener. Sie ist zum Elternkreis gegangen, der hauptsächlich aus Frauen bestand. Aus Müttern, die sich mit der Drogenberaterin einmal in der Woche im Stuhlkreis zusammengesetzt und ausgetauscht haben. Jede hat erzählt, was zu Hause vorgefallen ist. Es war die einzige Stütze, die meine Mutter hatte.</p>

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<p class="wp-block-paragraph">In dem Elternkreis gab es allerdings leider wenig andere Vorstellungen von Lösungswegen als das Vor-die-Tür-Setzen, Therapie und Knast. Man glaubte, man müsse erst einmal ganz unten ankommen, bevor Hilfe möglich sei. Ich hoffe, das ist in den Elternkreisen heute anders. Meine Mutter hat sogar einmal zu Hause einen Entzug mit mir durchgemacht und sich nicht von meiner Seite bewegt. Es ging mir dann aber so schlecht, dass sie den Hausarzt rufen musste. Er hat uns etwas zur Beruhigung dagelassen. Lange habe ich allerdings nicht ausgehalten.</p>

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<h3 class="wp-block-heading" id="h-wie-war-es-in-haft-wie-muss-man-sich-das-vorstellen">Wie war es in Haft? Wie muss man sich das vorstellen?</h3>

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<p class="wp-block-paragraph">Die ersten Tage sind wirklich sehr schlimm. Und wenn man zudem einen Entzug durchmacht, ist das eine ganz üble Zeit. Sie haben einem das Licht in der Zelle nie ausgemacht, weil man immer unter Beobachtung stand. Haben ständig durch den Spion geschaut, ob man sich selbst etwas antut. Man versucht, das Licht zum Schlafen irgendwie abzuhängen, und wenn sie es merken, bollern sie gegen die Tür, bis das Tuch die Lampe nicht mehr abdeckt.</p>

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<p class="wp-block-paragraph">Aber ich muss sagen, nachdem diese ersten Tage überstanden waren und der kalte Entzug vorbei war, ist es eigentlich eine recht coole Zeit gewesen. Nach zwei Wochen konnte man ohne Licht schlafen. Ich kann mich wirklich nicht beschweren.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Wenn ich in eine Situation komme, gucke ich sie mir an und für mich gibt es nicht nur Schwarz und Weiß. Ich versuche, aus allem irgendwie das Beste zu machen.</p>

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</blockquote>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Ich habe alle drei Male, als ich im Knast war, super Jobs abgegriffen. Man lernt beim ersten Mal ziemlich schnell die Arbeitsbereiche kennen. Beim zweiten und dritten Mal weiß man schon, in welchen Bereichen man arbeiten will. Paletten auf dem Hubwagen mit neuer Ware zum Etikettieren und Verpacken durch die Gegend fahren, um die anderen Häftlinge mit Arbeit zu versorgen, war ein guter Job.</p>

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<p class="wp-block-paragraph">Hinterher war ich Hausarbeiterin, das heißt, du hast in Jugendhaft den ganzen Tag die Zelle offen und versorgst das Haus, in dem du auch selber liegst. Du bringst den anderen Essen, gehst also von Tür zu Tür und kriegst immer mit, wo gerade Besuch war, wo was läuft, wer breit ist und wer nicht. Mit dem Essenswagen kamst du auch in die Großküche im Männertrakt. Dort habe ich jemanden getroffen, den ich von draußen kannte. So kamen kleine Lieferungen unter den Tabletts zu uns ins Haus.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Ich hatte im Knast auch die erste Erfahrung mit einer Frau. Es waren also viele schöne Momente dabei.</p>

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<h3 class="wp-block-heading" id="h-es-hort-sich-so-an-als-ob-du-jemand-bist-die-sich-egal-was-im-leben-passiert-an-die-situation-schnell-anpasst-immer-schnell-freund-innen-findet-und-aus-jeder-situation-irgendwie-etwas-schones-macht">Es hört sich so an, als ob du jemand bist, die sich, egal was im Leben passiert, an die Situation schnell anpasst, immer schnell Freund*innen findet und aus jeder Situation irgendwie etwas Schönes macht.</h3>

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<p class="wp-block-paragraph">Ja, ich denke schon. Wenn ich in eine Situation komme, gucke ich sie mir an und für mich gibt es nicht nur Schwarz und Weiß. Ich versuche, aus allem irgendwie das Beste zu machen.</p>

              </div>
    </div>
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<h3 class="wp-block-heading" id="h-aber-muss-man-sich-die-haft-nicht-auch-frustrierend-vorstellen">Aber muss man sich die Haft nicht auch frustrierend vorstellen?</h3>

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<p class="wp-block-paragraph">Ja, ich war schon auch mal wütend, aber immer nur kurzzeitig. Zum Beispiel, als mein Opa gestorben ist und ich nicht zur Beerdigung rausgelassen wurde, obwohl es als „besonderer Grund“ eigentlich hätte ermöglicht werden können – aber nicht als BtM-Inhaftierte. Auch der Entzug war sehr schlimm, denn du hast keine Medikamente bekommen. Aber die anderen Zeiten haben überwogen.</p>

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    </div>
  </div>
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<h3 class="wp-block-heading" id="h-konnte-man-sagen-dass-die-haft-in-deinem-fall-sinnvoll-war">Könnte man sagen, dass die Haft in deinem Fall sinnvoll war?</h3>

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    </div>
  </div>
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<p class="wp-block-paragraph">Nein, das hätte nicht sein müssen. Man hätte es anders regeln können und müssen. Für meine Eltern war es wiederum gut, weil sie dachten, dass mir im Knast nichts passieren würde.</p>

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    </div>
  </div>
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<h3 class="wp-block-heading" id="h-waren-die-auferlegten-therapien-sinnvoll">Waren die auferlegten Therapien sinnvoll?</h3>

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  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Die Therapien waren vergleichsweise hilfreich für mich, um über mein Suchtverhalten etwas zu lernen, aber auch überhaupt über mich. Das hast du ja im Knast nicht, im Knast bist du ja einfach nur weggesperrt und arbeitest, hörst Musik, isst und schläfst. Mehr machst du ja nicht und hast vielleicht ein bisschen Sex mit einer Frau und das war’s.</p>

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    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Aber mit viel Tränen und Wut in der Therapie, ob in Einzel- oder Gruppensitzungen, machst du schon einiges mit. Menschen da mit Auflage vom Gericht hinzuschicken, ist schon krass. Es muss gewollt sein, ansonsten funktioniert es nicht. Aber nicht nur für Süchtige, sondern auch für andere Menschen kann eine Therapieerfahrung gut sein. Es gibt leider immer noch genug Leute, die nie eine solche Erfahrung gemacht haben. Ich finde, man sollte es allen ein bisschen näherbringen, dass sie mal ausprobieren, an sich zu arbeiten. Aber eben nicht mit Strafen, es muss ihr Wille sein.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie denkst du generell über rechtliche Strafen bei Drogengebrauch?</strong></p>

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  </div>
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<p class="wp-block-paragraph">Es ist einfach nicht nachvollziehbar, warum ich mir zwei Flaschen Korn am Abend reinziehen kann oder Whiskey und das anders betrachtet wird. Wenn ich das mehrere Wochen lang täglich mache, bin ich auch Alkoholikerin. Und das hat keine rechtlichen Folgen, aber wenn ich ein bisschen Heroin rauche oder zieh mir Koks rein, wie auch immer, werde ich eine Verbrecherin.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Alle gehen Risiken ein, ob im Straßenverkehr oder im Sport. Das würde man auch nicht verbieten.</p>

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    </div>
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</blockquote>

        </div>
      </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Ich hoffe, dass sich irgendwann mal was ändern wird, um alles gleich zu behandeln. Entweder wer trinkt, wird ebenfalls bestraft. Oder andersrum, das wäre natürlich besser. Es ist doch mein Körper und nicht der des Staates. Ich bin der Meinung, es sollte allen frei überlassen werden, ob und was sie konsumieren möchten. Ich bin davon überzeugt, dass der Konsum zurückgehen wird. Der Reiz des Verbotenen wäre weg.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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<h3 class="wp-block-heading" id="h-aber-drogenkonsum-ist-mit-risiken-verbunden-ist-da-vermeiden-nicht-besser">Aber Drogenkonsum ist mit Risiken verbunden, ist da Vermeiden nicht besser?</h3>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Alle gehen Risiken ein, ob im Straßenverkehr oder im Sport. Das würde man auch nicht verbieten.&nbsp;Man sollte die Angebote für Hilfen und Therapien ausbauen und mehr fördern und nicht wegen der Kosten noch mehr einsparen. Früher waren zwölf Monate Therapie mit sechs Monaten Nachsorge normal. Heute ist dies gekürzt auf drei bis sechs Monate und ohne Nachsorge. Uns hat man damals die Therapie wirklich noch ans Herz gelegt. Heute scheint das anders zu sein.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Die Therapie war schon sinnvoller für mich als der Knast, besonders die letzte, auch wenn ich die nicht ganz abgeschlossen habe. Die ersten beiden habe ich abgebrochen, aus der dritten wurde ich rausgeschmissen, weil ich schwanger wurde. Mit der Schwangerschaft kam dann für mich aber die Kehrtwende in meinem Leben und ich habe alles umgekrempelt.&nbsp;</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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<h3 class="wp-block-heading" id="h-du-hast-deinen-ehemann-dort-kennengelernt-und-bist-wahrend-der-dritten-therapie-schwanger-geworden-da-gab-bestimmt-einige-vorurteile-oder">Du hast deinen Ehemann dort kennengelernt und bist während der dritten Therapie schwanger geworden. Da gab bestimmt einige Vorurteile, oder?</h3>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Dass zwei Süchtige sich gegenseitig helfen können, das hätten unsere Therapeut*innen damals nie gedacht. Eine Beziehung dort in der Therapie, das gehe gar nicht, sagten sie. Das könne doch nicht funktionieren, wenn beide süchtig sind. Und jetzt kam noch ein Kind dazu, um Gottes willen.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Es hieß, man könne das in der Klinik nicht tragen. Man ließ uns die Therapie nicht zu Ende machen. Mein Mann, damals mein Partner, war zu dem Zeitpunkt elf Monate dort. Nach zwölf Monaten warst du fertig und gingst in die Nachsorge. Ich war acht Monate da. Aber das Argument war, ich würde jetzt von den anderen Patient*innen bevorzugt und das wäre nicht gut.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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<h3 class="wp-block-heading" id="h-inwiefern-bevorzugt-das-verstehe-ich-nicht">Inwiefern bevorzugt? Das verstehe ich nicht.</h3>

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<p class="wp-block-paragraph">Zum Beispiel könne jemand aus der Gruppe mir beim Putzdienst Arbeit abnehmen wollen, weil ich ja schwanger war, und jemand anderes könne dann sagen: „Wenn sie die Aufgaben nicht mehr macht, dann mache ich sie auch nicht mehr.“ So dachte man damals. Und dann haben die uns echt rausgeschmissen.</p>

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<p class="wp-block-paragraph">Wir haben ihnen es dann aber gezeigt, dass sie falschlagen, und sind zwei bis drei Jahre zusammen mit dem Kind zu den Ehemaligen-Treffen gegangen, die in dieser Einrichtung stattfanden. Plötzlich waren alle ganz stolz auf dieses Kind, das dort bei ihnen gezeugt worden ist.</p>

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    </div>
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<h3 class="wp-block-heading" id="h-wie-alt-warst-du-bei-dem-rausschmiss-und-wie-ging-es-dann-fur-euch-weiter">Wie alt warst du bei dem Rausschmiss und wie ging es dann für euch weiter?</h3>

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<p class="wp-block-paragraph">Ich war 25. Wir sind dann nach Bonn gezogen und haben ein ganz neues Leben aufgebaut mit völlig fremden Leuten, mit völlig fremden Nachbar*innen, ohne Familie ums Eck. Zunächst sind wir bei einem Kumpel eingezogen, der zu seiner Freundin zog. Kurz danach haben wir ein Zimmer in einem Haus für Leute bekommen, die unter Bewährung standen oder aus dem Knast gekommen sind und obdachlos waren.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Unsere Eltern haben uns angeboten, nach Hause zu kommen, aber das wäre wirklich das Dümmste gewesen, was wir hätten machen können, wieder zurück in die alte Umgebung zu gehen.</p>

              </div>
    </div>
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</blockquote>

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<p class="wp-block-paragraph">Wir wollten neu anfangen und nicht zurück nach Hause. Deswegen hat uns die Bewährungshelferin in diesem Haus ein Zimmer besorgt. Das war nicht besonders schön, aber da konnten wir erst einmal unterkommen und Kontakt zu den Ämtern aufnehmen, um die Dringlichkeit für eine richtige Wohnung wegen der Schwangerschaft zu erklären. In dieser Unterkunft haben wir sogar noch geheiratet. Ja, das war schon auch krass, unsere Hochzeit im heruntergekommenen Haus, in diesem kleinen Zimmer mit Gemeinschaftsbad.</p>

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<h3 class="wp-block-heading" id="h-waren-eure-eltern-bei-der-hochzeit-dabei">Waren eure Eltern bei der Hochzeit dabei?</h3>

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<p class="wp-block-paragraph">Ja, die Eltern, Schwiegereltern, meine Schwester und Schwager, also die engste Familie. Wir waren beim Standesamt im Stadthaus und dann schön im Restaurant essen, was meine Eltern bezahlt haben. Aber in die Hütte haben wir sie danach nicht reingelassen. Die hätten die Hände über den Kopf zusammengeschlagen, wenn sie gesehen hätten, wie wir da hausten. Allein schon im Flur, diese Dusche und Toilette, die alle mitbenutzen.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Aber sonst wären wir ja wirklich auf der Straße gewesen. Unsere Eltern haben uns angeboten, nach Hause zu kommen, aber das wäre wirklich das Dümmste gewesen, was wir hätten machen können, wieder zurück in die alte Umgebung zu gehen.</p>

              </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Dank der Hilfe meiner Schwiegermutter hat es dann auch schnell geklappt, eine eigene Wohnung zu bekommen. Sie hat damals an den Vorsitzenden vom Wohnungsamt geschrieben und unsere Geschichte erzählt, von der Therapie und dass wir jetzt versuchten, ein neues Leben zu starten. Man müsse doch den jungen Menschen helfen. Dieser Leiter vom Wohnungsamt hat uns dann eingeladen und uns versichert, dass er versuchen wird, uns ganz schnell zu helfen. Und es hat wirklich geklappt, dass wir im Oktober in unsere Wohnung gezogen sind. Im Dezember kam mein erster Sohn zur Welt.</p>

              </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph"><em>Martina H. mit Mitte 20 in der ersten gemeinsamen Wohnung in Bonn</em></p>

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<h3 class="wp-block-heading" id="h-damals-hast-du-eine-substitutionstherapie-angefangen-wie-lief-das">Damals hast du eine Substitutionstherapie angefangen. Wie lief das?</h3>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Das ging damals nur, weil ich schwanger war. Damals kam man nur in die Substitution, wenn man Aids hatte oder ähnlich schwer krank war, wenn man mindestens drei Therapien abgebrochen hatte oder eben schwanger war.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Anfang der 90er Jahre war es in der Substitution auch noch so, dass man das Ziel vorgegeben hatte, schnell clean zu werden. Die Leute mussten nach ein, zwei Jahren Substitution anfangen, runterzudosieren, sind dann aber wieder rückfällig geworden. Das ist auch mir passiert, aber mein Arzt hat mich, Gott sei Dank, schnell wieder aufgenommen. So konnte ich die Substitution fortsetzen, was wichtig war, weil ich ja derweil Mutter geworden war.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Die Krankenkassen hatten es inzwischen gecheckt, dass es mit dem Runterdosieren nicht funktioniert. Zusammen mit den Ärzt*innen konnte man dann bei den Krankenkassen einen Antrag auf Substitution auf Lebenszeit stellen, was auch für mich gelang. Heute ist die Länge einer Substitutionsbehandlung zum Glück kein Thema mehr.</p>

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<h3 class="wp-block-heading" id="h-konntest-du-beruflich-wieder-einsteigen">Konntest du beruflich wieder einsteigen?</h3>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Ja, das lief für uns beide wunderbar. Mein Mann war sofort untergebracht in einem Kunststoffschlosserbetrieb. Und ich habe im Krankenhauskiosk einen Minijob gemacht. Nachdem man mich dort kennengelernt hatte, konnte ich hinterher in die Krankenhauskantine. Ein paar Jahre später kam der Sprung, wohl auch durch die Arbeit im Krankenhaus, zur Arbeit im Pflegeheim. Wir hatten wirklich eine gute Zeit in Bonn.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Vor allen Dingen habe ich da Claudia S. zufällig vor der Arztpraxis wiedergetroffen. Wir kannten uns noch aus unserer Heimat aus der Schulzeit. Es war ja damals keine Handyzeit, dass man sich mal eben connecten konnte. Nachdem wir zehn Jahre in Bonn gewohnt haben, sind wir ziemlich zeitgleich im Jahr 2001 nach Berlin gezogen.</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<h3 class="wp-block-heading" id="h-ihr-habt-zusammen-jes-berlin-gegrundet-und-engagiert-euch-seither-fur-die-rechte-von-drogengebrauchenden-und-substituierten-kannst-du-davon-erzahlen">Ihr habt zusammen JES Berlin gegründet und engagiert euch seither für die Rechte von Drogengebrauchenden und Substituierten. Kannst du davon erzählen?</h3>

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    </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Am Anfang standen Claudia und ich noch ganz alleine am Kotti <em>[Anm. der Red.: Platz um den U-Bahnhof Kottbusser Tor, eine Gegend, in der sich unter anderem viele marginalisierte Drogengebrauchende treffen und verweilen]</em> und haben darauf aufmerksam gemacht, dass wir auf der Suche nach Menschen sind, die sich anschließen möchten. Wir wollten die User*innen wissen lassen, dass es da jetzt eine Gruppe gab. Die Menschen, die wir aufgesucht haben, hatten ein Recht darauf, zu wissen, was ihnen zusteht, wie zum Beispiel die Behandlung von Hepatitis C. Ein anderes Hauptanliegen wurde die Aufklärung von Konsumierenden und Ärzt*innen über die Substitution.</p>

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    </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<h3 class="wp-block-heading" id="h-welche-irrtumer-begegnen-euch-haufig">Welche Irrtümer begegnen euch häufig?</h3>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Durch mein jahrelanges Engagement bei JES und auch in meinem Job bei <a href="https://felix-pflegeteam.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Felix</a> <em>[ambulanter Spezialpflegedienst in Berlin, Anm. d. Red.]</em>, wo ich mit vielen suchtkranken Menschen zu tun hatte, ist mir immer wieder aufgefallen, dass die Substitution oftmals nicht gut läuft. Viele Ärzt*innen haben ihr persönliches Standardmedikament, auf das sie selber schwören, aber es ist nicht für jede*n das Richtige. Manche brauchen eben etwas anderes.</p>

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<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Liebe Ärzt*innen, traut euch, die richtige Dosis und den richtigen Wirkstoff gemeinsam mit den Patient*innen zu finden!</p>

              </div>
    </div>
  </div>
</blockquote>

        </div>
      </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Ich glaube, die meisten Ärzt*innen müssten sich mehr Zeit nehmen, ein bisschen genauer hinhören und nicht direkt so rigoros sein. Es wird so schnell geurteilt und sanktioniert, wenn die Urinproben <em>[zur Kontrolle von sog. „Beikonsum“, d.&nbsp;h. die Analyse über Abbaustoffe nichtverschriebener psychoaktiver Stoffe, Anm. d. Red.]</em> positiv ausfallen, und Patient*innen haben viel Angst davor. Der Beikonsum kann an einer zu niedrigen Dosis oder einem nicht passenden Substitut <a>liegen.</a> Ein Medikamentenwechsel kann bedeuten, dass der Suchtdruck schnell weg ist.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Liebe Ärzt*innen, traut euch, die richtige Dosis und den richtigen Wirkstoff gemeinsam mit den Patient*innen zu finden! Als im Jahr 2015 Substitol <em>[retardiertes und daher langwirksames Morphinsulfat, Anm. d. Red.]</em> in Deutschland eingeführt wurde, waren nicht viele Ärzt*innen bereit, ihre Patient*innen umzustellen. Aber die, die es gemacht haben, haben schnell gemerkt, dass die damit Substituierten keinen Suchtdruck mehr hatten – oder, wenn überhaupt, nur ganz wenig.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Die Einführung von Substitol und auch von Diamorphin <em>[medizinisch reines Heroin, <a href="https://magazin.hiv/magazin/diamorphin-substitution-interview-dirk-schaeffer/">zur Substitutionsbehandlung seit 2009 zugelassen, wenn auch mit relativ hohen Hürden</a>, Anm. d. Red.]</em> haben sehr dazu beigetragen, dass für viele Opiatabhängige das Mittel ihrer Wahl endlich verfügbar war. Tricksereien mit den Urinkontrollen waren endlich vorbei.</p>

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    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Für keine*n war es schön, mit den Ärzt*innen nicht offen über den Beikonsum sprechen zu können. Man hatte ständig die Sanktionen im Kopf, die automatisch folgten, wenn die Probe positiv war. Zum Beispiel wurde Take-Home <em>[gut auf das Substitutionsmittel eingestellte Patient*innen können für bis zu sieben oder in begründeten Fällen bis zu 30 Tage Rezepte für eine eigenverantwortliche Einnahme beanspruchen, Anm. d. Red.] </em>sofort gestrichen, selbst für die Berufstätigen. Der tagtägliche Weg zur Praxis macht das Leben sehr schwierig, zum Beispiel wenn man arbeitet.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Aber es gibt sie, die richtigen Medikamente und die richtige Dosis für alle, die sie brauchen! Bis auf die wenigen, die den Originalstoff Heroin bevorzugen.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-heading block--align-left block--type-core-heading-3">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<h3 class="wp-block-heading" id="h-zum-schluss-wurde-ich-gerne-noch-kurz-mit-dir-daruber-sprechen-wie-du-gesundheit-krankheit-und-sucht-siehst-wie-fandest-du-es-damals-1983-die-sucht-diagnose-zu-erhalten-als-beim-ersten-gerichtsverfahren-der-therapiestatt-strafe-antrag-gestellt-wurde">Zum Schluss würde ich gerne noch kurz mit dir darüber sprechen, wie du Gesundheit, Krankheit und Sucht siehst. Wie fandest du es damals, 1983, die Sucht-Diagnose zu erhalten, als beim ersten Gerichtsverfahren der Therapiestatt-Strafe-Antrag gestellt wurde?</h3>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Als ich noch drauf war, habe ich solche Dinge überhaupt nicht wahrgenommen. Ich habe mich erst dann darüber geärgert, als ich gemerkt habe, dass die Diagnose seitdem auf jeder ärztlichen Überweisung steht: „Zustand nach Heroinabusus“ <em>[Abusus ist der lateinische Begriff für „Missbrauch“, Anm. d. Red.]</em>. Selbst wenn ich zum MRT muss, egal was. Es wird direkt klargemacht, dass ein Mensch mit Heroinabusus in die Praxis kommt. Damit man mir bloß kein Betäubungsmittel gibt. Es interessiert nicht, dass ich schon lange kein Heroin mehr angepackt habe. Der Hinweis bleibt einfach stehen.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-heading block--align-left block--type-core-heading-3">
    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<h3 class="wp-block-heading" id="h-was-ist-in-deinen-augen-ein-gesundes-leben">Was ist in deinen Augen ein „gesundes Leben“?</h3>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Laufen zu können, zumindest einigermaßen fit zu sein, satt zu sein. Also im Grunde bin ich da ganz einfach gestrickt, ich habe da nicht so hohe Ansprüche, ich muss keine muskulösen Körperteile haben oder so. Ich muss mich bewegen können, ich muss aufs Klo gehen können.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Ich habe mich nie als chronisch kranker Mensch gefühlt. Nur ab und zu krank, wenn ich entzügig war.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
</blockquote>

        </div>
      </div>
    </div>
  </div>
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    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Mit zunehmendem Alter kam die Frage nach Gesundheit für mich überhaupt erst auf. Als junger Mensch, kann ich sagen, habe ich mich damit überhaupt nicht beschäftigt. Gedanken mache ich mir erst über meine körperliche Gesundheit, seitdem ich angefangen habe, Schmerzen beim Gehen zu fühlen, die Spritzen vom Orthopäden irgendwann nicht mehr reichten und es eine Knie-OP brauchte.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-heading block--align-left block--type-core-heading-3">
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<h3 class="wp-block-heading" id="h-ist-sucht-eine-krankheit">Ist Sucht eine Krankheit?</h3>

              </div>
    </div>
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<p class="wp-block-paragraph">Ja, na ja, irgendwie schon und irgendwie nicht. Es ist eine psychische Erkrankung oder eine psychische und körperliche Erkrankung. Es kommt bei jeder Person darauf an. Es ist schon gut, wenn Sucht als Krankheit betrachtet wird. Aber ich habe das Gefühl, dass Krankheit gleich so negativ verstanden wird.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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<p class="wp-block-paragraph">Ich habe meine Jahre der Sucht wenig als negativ erlebt, muss ich ehrlich sagen. Eigentlich waren es gute Zeiten und ich bereue nichts. Ich habe mich nie als chronisch kranker Mensch gefühlt. Nur ab und zu krank, wenn ich entzügig war.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Bei Krankheit denkt man: Oh Gott, der arme Mensch hat da vor sich hin vegetiert. Aber ich habe viele schöne Jahre erlebt, obwohl ich ein süchtiger Mensch bin. Auch einfach mal los nach Spanien brettern und dort Zeit verbringen&nbsp;&#8230; Mein Leben war schön und kein Leben voller Krankheit. Ich habe wirklich viele schöne Zeiten erlebt.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph"><a href="#_ftnref1" id="_ftn1">[1]</a> Anm. d. Red.: Bei einer Freiheitsstrafe von maximal zwei Jahren wegen einer Straftat, die auf eine diagnostizierte Abhängigkeit von illegalisierten Stoffen („Betäubungsmittelabhängigkeit“) zurückgeführt wird, kann ein Freiheitsentzug zurückgestellt werden, sofern sich die Person wegen dieser Abhängigkeit in einer staatlich anerkannten Einrichtung behandeln lässt (siehe § 35 Absatz 1 BtMG, <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/btmg_1981/__35.html">https://www.gesetze-im-internet.de/btmg_1981/__35.html</a>).<a id="_msocom_2"></a><a id="_msocom_3"></a><a id="_msocom_4"></a></p>

              </div>
    </div>
  </div>
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<p class="wp-block-paragraph"></p>

              </div>
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					<wfw:commentRss>https://magazin.hiv/magazin/interview-martina-drogengebrauch/feed/</wfw:commentRss>
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		<item>
		<title>Lust auf Reden über Sex</title>
		<link>https://magazin.hiv/magazin/lust-auf-reden-ueber-sex/</link>
					<comments>https://magazin.hiv/magazin/lust-auf-reden-ueber-sex/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Stephanie Kossow]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 May 2026 12:33:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Hausärzt*innen]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[Let's talk about Sex]]></category>
		<category><![CDATA[Sexualität]]></category>
		<category><![CDATA[Über Sex reden]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://magazin.hiv/?p=1559684</guid>

					<description><![CDATA[Sexualität ist ein wichtiger Bestandteil menschlicher Gesundheit. Hausärzt*innen können dazu beitragen, dass selbstverständlich und sensibel über sie gesprochen wird.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Sexualität ist ein wichtiger Bestandteil menschlicher Gesundheit. Hausärzt*innen können dazu beitragen, dass selbstverständlich und sensibel über sie gesprochen wird.</strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Sexualität ist ein integraler Bestandteil menschlicher Gesundheit. Dennoch wird sie in der medizinischen Kommunikation – insbesondere in der hausärztlichen Versorgung – häufig gar nicht, oder wenn dann nur selektiv und anlassbezogen thematisiert. Dabei ist sie diagnostisch, therapeutisch und präventiv von erheblicher Relevanz. Daher wurde das Sprechen über Sexualität auf dem <a href="https://www.hiv-sti-fortbildung.de/de/fachtag-2025" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Fachtag 2025 „Lust auf Reden – Sprechen über Sexualität in der medizinischen Aus-, Fort- und Weiterbildung und Versorgung</a>“, Ende 2025 vom Projekt „Let’s talk about Sex“ der Deutschen Aidshilfe in Berlin durchgeführt, in den Fokus gerückt: Hausärzt*innen begleiten Patient<em>*</em>innen oft über viele Jahre, kennen ihre Lebenskontexte und genießen Vertrauen. Gerade hier sollte das Gespräch über Sexualität einen selbstverständlichen Platz haben.</p>

              </div>
    </div>
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<h2 class="wp-block-heading" id="h-sexualitat-hat-viele-dimensionen">Sexualität hat viele Dimensionen</h2>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Sexualität lässt sich als bio-psycho-soziales Erleben verstehen:</p>

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  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<ul class="wp-block-list">    
<li>Auf biologischer Ebene ist sie an körperliche Funktionen gebunden, die durch Erkrankungen, Behinderungen, operative Eingriffe oder medikamentöse Therapien beeinflusst werden können.</li>



    
<li>Psychisch umfasst sie kognitive Bewertungen, Emotionen, Lernerfahrungen und mögliche Traumafolgen.</li>



    
<li>Sozial ist Sexualität in Beziehungskontexte und kulturelle Normen eingebettet, die Erwartungen und „Skripte“ vorgeben und patriarchal geprägt sind.</li>

</ul>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Ergänzend werden in der Sexualmedizin drei Dimensionen unterschieden: Lust-, Fortpflanzungs- und Beziehungsdimension (Beier et al. 2017).</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<ul class="wp-block-list">    
<li>Die Lustdimension umfasst die landläufig als „Sex“ bezeichneten Aspekte wie sexuelle Appetenz, Erregung oder Orgasmus.</li>



    
<li>Die Fortpflanzungsdimension betrifft (unerfüllten) Kinderwunsch, Zeugung, Empfängnis und Verhütung, Schwangerschaft und Elternschaft.</li>



    
<li>Die Beziehungsdimension spiegelt Bedürfnisse nach Bindung, Anerkennung und emotionaler Nähe wider.</li>

</ul>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Eine strukturierte Sexualanamnese sollte alle drei Dimensionen berücksichtigen, um Sexualität nicht auf genitale Funktionen oder heteronormative Praktiken zu verengen.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<h2 class="wp-block-heading" id="h-reden-uber-sexualitat-ist-nicht-nur-im-kontext-von-stis-und-verhutung-wichtig">Reden über Sexualität ist nicht nur im Kontext von STIs und Verhütung wichtig</h2>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Im Kontext sexuell übertragbarer Infektionen (STIs) und Kontrazeption ist die Notwendigkeit eines Gesprächs über Sexualität noch am offensichtlichsten. Beratung zu Safer-Sex-Praktiken, Impfungen oder Testangeboten sollten zum medizinischen Standard gehören. Allerdings orientieren sich viele Gespräche – so sie denn stattfinden – noch an normativen Szenarien, die queere Lebensrealitäten, „normabweichende“ Präferenzen oder vielfältige Beziehungskonzepte unzureichend oder gar nicht einbeziehen.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Aber auch darüber hinaus besitzt die Sexualanamnese erhebliche diagnostische Bedeutung. Sexuelle Funktionsstörungen sind häufig; die <a href="https://gesid.eu/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">GeSiD-Studie zu Gesundheit und Sexualität in Deutschland</a> weist eine 12-Monats-Prävalenz nach <a href="https://www.bfarm.de/DE/Kodiersysteme/Klassifikationen/ICD/ICD-11/uebersetzung/_node.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">ICD-11</a> von etwa 13–18 % in der Allgemeinbevölkerung aus (Briken et al. 2020) <em>[das heißt, bei 13 bis 18 Prozent der Allgemeinbevölkerung von 18 bis 75 Jahren tritt innerhalb eines Jahres eine der in der 11. Version der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD-11) gefassten Störungen auf, Anm. d. Red.]</em>. Darunter fallen vor allem</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<ul class="wp-block-list">    
<li>die Dysfunktion verminderten sexuellen Verlangens,</li>



    
<li>die Dysfunktion der (weiblichen und männlichen) sexuellen Erregung, insbesondere die ausbleibende Lubrikation und Schwellung der Genitalorgane sowie die fehlende nicht-genitale Reaktion auf adäquate Stimulation</li>



    
<li>die Dysfunktionen des Orgasmus, insbesondere das Ausbleiben des Orgasmus</li>



    
<li>die Dysfunktionen der Ejakulation, insbesondere die männliche vorzeitige Ejakulation</li>



    
<li>sowie sexuelle Schmerzstörungen. .</li>

</ul>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Der Penis ist die Antenne des Herzens</p>

              </div>
    </div>
  </div>
<cite>Dr. Stephanie Kossow</cite></blockquote>

        </div>
      </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Eine neu aufgetretene, generalisierte Erektionsstörung – also auch bei Masturbation und morgendlicher Erektion – gilt als möglicher Marker einer Störung der Gefäßfunktion und sollte kardiovaskulär abgeklärt werden. Zwischen erektiler Dysfunktion und kardialem Ereignis besteht häufig ein Zeitfenster von zwei bis fünf Jahren (Hackett 2010). Merke: Der Penis ist die Antenne des Herzens. Die frühzeitige Thematisierung kann somit präventiv sein.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Auch unerwünschte Arzneimittelwirkungen können die Sexualität betreffen. Antidepressiva wie beispielsweise selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, blutdrucksenkende Medikamente oder hormonelle Therapien können Appetenz, Erregbarkeit oder Orgasmusfähigkeit beeinträchtigen. Bleiben diese Effekte unangesprochen, kann es zu Non-Adhärenz kommen <em>[also dazu, dass die Medikamente nicht oder nicht nach Vorschrift genommen werden, Anm. d. Red.]</em>, sowohl aufgrund realer Nebenwirkungen als auch bereits durch die Befürchtung derselben. Ebenso sollten vor operativen Eingriffen – insbesondere im kleinen Becken – mögliche sexuelle Folgen explizit besprochen werden, auch im Sinne einer informierten Zustimmung (<em>informed consent</em>).</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Sexuelle Gewalt und grenzverletzende Erfahrungen sind häufig, bleiben jedoch oft unerwähnt. Traumafolgestörungen verursachen nicht nur individuelles Leid, sondern auch erhebliche volkswirtschaftliche Kosten; für Deutschland wurden jährliche Traumafolgekosten in Milliardenhöhe geschätzt (Heim et al. 2012). Eine sensible, nichtvoraussetzende Gesprächsführung kann Betroffenen ermöglichen, Belastungen anzusprechen.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Positiv erlebter Körperkontakt kann Blutdruck, Herzfrequenz und Stresshormone senken</p>

              </div>
    </div>
  </div>
<cite>Dr. Stephanie Kossow</cite></blockquote>

        </div>
      </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Auch Machtasymmetrien im Gesundheitswesen selbst bergen Risiken. „Professional sexual misconduct“ <em>[auf Deutsch etwa: sexuelles Fehlverhalten im Beruf, Anm. d. Red.]</em> ist ein Tabuthema, obwohl überall dort, wo Abhängigkeiten bestehen, Missbrauch möglich ist. Transparente Information über Rechte, Beschwerdewege und professionelle Grenzen stärkt Patient*innen.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Besonders wichtig scheint mir an dieser Stelle noch mal der Hinweis, dass sexualisierte Gewalt, auch organisierte Formen, auch an Kindern, auch unter Zuhilfenahme von Betäubungsmitteln, kein Randphänomen ist und es von immenser Bedeutung ist, Betroffenen zuzuhören und ihnen Glauben zu schenken.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Soziale und intime Beziehungen beeinflussen Morbidität und Mortalität erheblich. Einsamkeit ist mit einer erhöhten Sterblichkeit assoziiert (Holt-Lunstad et al. 2010). Positiv erlebter Körperkontakt kann Blutdruck, Herzfrequenz und Stresshormone senken (Ditzen et al. 2009). Umgekehrt wirken sich chronisch konflikthafte Beziehungen negativ auf kardiovaskuläre, endokrine <em>[im Blut messbare Hormone und deren Regulationsfaktoren, Anm. d. Red.]</em> und immunologische Parameter aus. Die Beziehungsdimension von Sexualität sollte daher als potenzielle Ressource in der Primärversorgung berücksichtigt werden.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Qualitativ befriedigende Sexualität korreliert weniger mit reiner genitaler Funktion als mit Authentizität, emotionaler Verbundenheit und gelingender Kommunikation (Kleinplatz 2006). Diese Perspektive relativiert eine rein funktionsorientierte Betrachtung sexueller „Leistungsfähigkeit“.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-heading block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<h2 class="wp-block-heading" id="h-u-ber-sexualitat-ins-gesprach-kommen">Ü<strong>ber Sexualität ins Gespräch kommen</strong></h2>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Warum wird dennoch so selten über Sexualität gesprochen? Häufig genannt werden Zeitmangel, fehlende Vergütung, Unsicherheit im Umgang mit Vielfalt sowie persönliche Scham oder mangelnde Ausbildung. Hinzu kommen unreflektierte Normannahmen zu Geschlecht, Körper, Praktiken oder Beziehungsformen.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Stigmatisierung aber wirkt gesundheitsschädlich und erhöht das Risiko für Depression, Angststörungen und Suizidalität. In einer US-amerikanischen Studie berichteten 19 % von BDSM praktizierenden Personen, aus Angst vor Diskriminierung medizinische Hilfe verzögert gesucht zu haben (Wright 2013).</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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          <svg role="presentation" class="quote__icon" aria-hidden="true"><use xlink:href="https://magazin.hiv/wp-content/themes/dah-theme/assets/svg-sprite/ui.svg?v=1.30.8#quote"></use>
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<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Eine reflektierte, diskriminierungssensible Sprache ist kein Selbstzweck, sondern Voraussetzung für eine vertrauensvolle Ärzt*innen-Patient*innen-Beziehung.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
<cite>Dr. Stephanie Kossow</cite></blockquote>

        </div>
      </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Patient*innen testen die Gesprächsoffenheit häufig indirekt. Reaktionen auf beiläufige Hinweise, inklusive Sprache, das Abfragen von Pronomen oder sichtbare Zeichen von Diversitätssensibilität beeinflussen, ob weiterführende Themen angesprochen werden. Hier kann jede*r von uns einen Unterschied machen!</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Die ICD-11 führt Zustände mit Bezug zur sexuellen Gesundheit in einem eigenen Kapitel und entpathologisiert einvernehmliche sexuelle Praktiken sowie Geschlechtsinkongruenz (WHO 2019). Diese Neubewertung unterstützt eine weniger stigmatisierende Versorgung.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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<p class="wp-block-paragraph">Auch die konkrete Wortwahl ist bedeutsam. Begriffe wie „Vaginalausgang“ statt „Scheideneingang“ oder „innere und äußere Vulvalippen“ statt „Schamlippen“ vermeiden normative Zuschreibungen. Eine reflektierte, diskriminierungssensible Sprache ist kein Selbstzweck, sondern Voraussetzung für eine vertrauensvolle Ärzt*innen-Patient*innen-Beziehung.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<h2 class="wp-block-heading" id="h-fazit">Fazit</h2>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Sexualität ist weder Randthema noch Spezialdisziplin, sondern Querschnittsaufgabe hausärztlicher Versorgung. Sie liefert diagnostische Hinweise, beeinflusst Therapieadhärenz, eröffnet präventive Chancen und stärkt Gesundheitsressourcen. Voraussetzung ist eine professionelle Haltung, die Vielfalt anerkennt, Sprache reflektiert einsetzt und aktiv Gesprächsangebote macht. Wer Sexualität systematisch in die Anamnese integriert, verbessert die ganzheitliche Versorgung – und nutzt ein bislang unterschätztes Potenzial der Primärmedizin.</p>

              </div>
    </div>
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<h2 class="wp-block-heading" id="h-literatur">Literatur</h2>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Beier, K. M., Bosinski, H. A. G. &amp; Loewit, K. (Hrsg.). (2017). <em>Sexualmedizin</em>. Elsevier.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Briken, P. et al. (2020). GeSiD – Gesundheit und Sexualität in Deutschland. <em>Bundesgesundheitsblatt</em>.</p>

              </div>
    </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Ditzen, B. et al. (2009). Positive couple interaction and endocrine responses. <em>Psychosomatic Medicine</em>, 71(5), 476–482. <a href="https://doi.org/10.1097/PSY.0b013e318187aef7">https://doi.org/10.1097/PSY.0b013e318187aef7</a></p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Hackett, G. (2010). The link between erectile dysfunction and cardiovascular disease. <em>International Journal of Clinical Practice</em>, 64(6), 682–696. <a href="https://doi.org/10.1111/j.1742-1241.2010.02410.x">https://doi.org/10.1111/j.1742-1241.2010.02410.x</a></p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Heim, C. et al. (2012). Deutsche Traumafolgekostenstudie.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Holt-Lunstad, J. et al. (2010). Social relationships and mortality risk. <em>PLoS Medicine</em>, 7(7), e1000316. <a href="https://doi.org/10.1371/journal.pmed.1000316">https://doi.org/10.1371/journal.pmed.1000316</a></p>

              </div>
    </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Kleinplatz, P. J. (2006). The components of optimal sexuality. <em>Family Process</em>, 45(3), 333–347. <a href="https://doi.org/10.1177/1066480706294126">https://doi.org/10.1177/1066480706294126</a></p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">WHO (2019). <em>International Classification of Diseases 11th Revision (ICD-11).</em></p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Wright, S. (2013). Stigma and discrimination against BDSM practitioners. <em>American Journal of Public Health</em>, 103(7), 1139–1147. <a href="https://doi.org/10.2105/AJPH.2012.301069">https://doi.org/10.2105/AJPH.2012.301069</a></p>

              </div>
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		<title>&#8222;Geht raus, trefft euch, verbündet euch!&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Axel Schock]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Apr 2026 09:31:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Aidshilfe bleibt stabil]]></category>
		<category><![CDATA[Aidshilfen gegen Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
		<category><![CDATA[LGBTIQA+]]></category>
		<category><![CDATA[Prävention]]></category>
		<category><![CDATA[Queerfeindlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtspopulismus]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsruck]]></category>
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					<description><![CDATA[Was der wachsenden Rechtspopulismus und Menschenfeindlichkeit für die queere Community bedeuten und wie sie sich vor Anfeindungen und Repressalien schützt, das erläutert IWWIT-Kampagnenchef Jonathan Gregory im Interview. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Mit der Kampagne #AidshilfeBleibtStabil setzt die Deutsche Aidshilfe ein klares Zeichen gegen den wachsenden Rechtspopulismus und Menschenfeindlichkeit. Was diese Entwicklungen für die queere Community bedeuten und wie sie sich vor Anfeindungen und Repressalien schützt, das erläutert IWWIT-Kampagnenchef Jonathan Gregory im Interview.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph"><em><a href="https://www.iwwit.de/gayzine/aidshilfe-bleibt-stabil/">Der Artikel erschien zuerst auf iwwit.de.</a></em></p>

              </div>
    </div>
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<h2 class="wp-block-heading" id="h-ruckzug-aus-safe-spaces-was-rechtspopulismus-fur-queere-menschen-bedeutet">Rückzug aus Safe Spaces: Was Rechtspopulismus für queere Menschen bedeutet</h2>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Rechte und rechtspopulistische Ansichten finden nicht nur eine zunehmende Verbreitung in Gesellschaft und Öffentlichkeit, auch Parteien, die solches Gedankengut vertreten, gewinnen an Zuspruch. Welche politischen und gesellschaftlichen Auswirkungen hat diese Entwicklung auf die queere Community?</strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Ich beobachte hier gleich mehrere Reaktionen. Durch den Druck, den insbesondere marginalisierte Gruppen wie queere Menschen zunehmend erleben, ziehen sich immer mehr aus ihren Safe Spaces zurück.</p>

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    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Das IWWIT-Team reist insbesondere zur CSD-Saison viel durchs Land, und im letzten Jahr habe ich durch Gespräche vor Ort verstärkt mitbekommen, dass sich viele Queers immer weniger trauen, Community-Orte aufzusuchen, weil sie ihnen nicht mehr sicher erscheinen. Etwa, weil es dort immer wieder zu Vandalismus kommt oder die Besucher*innen sogar Angst haben, belästigt oder attackiert zu werden.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Wir beobachten zudem, dass durch Sparmaßnahmen auf kommunaler wie auf Landesebene immer mehr auch queere Projekte betroffen sind. Die Folge ist, dass solche Angebote weniger werden und schließlich ganz verschwinden.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<h2 class="wp-block-heading" id="h-wenn-community-orte-verschwinden-verlust-von-vernetzung-und-teilhabe">Wenn Community-Orte verschwinden: Verlust von Vernetzung und Teilhabe</h2>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Diese Orte sind ja nicht nur wichtig als Treffpunkt und als Safe Spaces von LGBTIQ*, sondern auch als Ankerpunkt zum Beispiel für die Arbeit von IWWIT.</strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Das ist richtig. Queere Menschen haben lange dafür gekämpft, sich nicht mehr verstecken zu müssen, sondern offen und frei leben zu können. Wenn uns nun aber solche Orte verloren gehen, wird auch die Community-Arbeit schwerer. Natürlich kann man sich auch digital vernetzen und sich online austauschen. Aber es ist einfach etwas anderes, wenn man sich im direkten Gespräch von Angesicht zu Angesicht austauschen, kennenlernen oder organisieren möchte. Wenn sich Menschen aufgrund der politischen Lage wieder zurückziehen, verlieren sie dadurch auch den Zugang zu Gemeinschaft, wie zu Kultur-, Freizeit-, und Gesundheitsangeboten.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Das bedeutet also, dass Online-Angebote zunehmend wichtiger werden. Zum Beispiel um queeren Menschen Informationen zu Gesundheitsthemen zu vermitteln.</strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Hier kommen wir zu einer anderen besorgniserregenden gesellschaftspolitischen Entwicklung. <a href="https://www.aidshilfe.de/de/aktuelles/youtube-loescht-schwulen-praeventionskanal-puenktlich-zum-pride-month" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Im vergangenen Jahr wurde beispielsweise der YouTube-Kanal von IWWIT gesperrt</a>. Eigentümer ist bekanntlich der Google-Mutterkonzern Alphabet. Auch in Europa sind wir in eine große Abhängigkeit von US-amerikanischen Online-Plattformen geraten, die ihre ganz eigene Vorstellung von Zensur haben. Wenn Web-Inhalte nicht dem entsprechen, was die US-Regierung für richtig und wichtig erachtet, wird sehr schnell mit Löschung und Sperrung reagiert. Und das hat natürlich große Auswirkungen auf unsere Präventionsarbeit, aber auch auf die Möglichkeiten der Vernetzung.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<h2 class="wp-block-heading" id="h-forderung-unter-druck-iwwit-zwischen-bewahrung-und-politischem-gegenwind">Förderung unter Druck: IWWIT zwischen Bewährung und politischem Gegenwind</h2>

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    </div>
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  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie wird es unter diesen veränderten Bedingungen in den kommenden Jahren mit der IWWIT-Kampagne weitergehen?</strong></p>

              </div>
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  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Ob es mit IWWIT weitergeht, wird alle fünf Jahre entschieden. Dann nämlich, wenn die Fördergeberinnen, das Bundesgesundheitsministerium und das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, unsere Arbeit evaluieren und unser Konzept für die Zukunft prüfen.</p>

              </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Und das ist euch gelungen, trotz der deutlich veränderten politischen Stimmungslage?</strong></p>

              </div>
    </div>
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  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Ja, und wir sind sehr froh, dass wir die Verantwortlichen von der Notwendigkeit und Wichtigkeit unserer Arbeit, aber auch von unserem Konzept für die nächsten Jahre überzeugen konnten. Wir stellen allerdings auch fest, dass IWWIT als Projekt und auch das, wofür es steht, von vielen verschiedenen Akteur*innen verstärkt hinterfragt wird – jedoch nicht auf kritisch-konstruktive, sondern eher auf eine vernichtende und abwertende Art und Weise.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Diese Entwicklung zeigt sich auch auf politischer Ebene, etwa durch kleine oder große Anfragen von einzelnen Parteien im Bundestag. Wir hatten durchaus Sorge, ob unsere Arbeit weiter gefördert wird. Andere wichtige Projekte, gerade auch im Bereich Gesundheitsförderung, Anti-Rassismus oder LGBTIQ*-Rechte, die auf öffentliche Mittel angewiesen sind, müssen um ihre Existenz bangen. Wenn gespart werden muss, fallen solche Initiativen und Projekte oft als erstes weg, weil sie zunehmend nicht mehr für wichtig erachtet und für verzichtbar gehalten werden.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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<h2 class="wp-block-heading" id="h-kurzungen-treffen-queere-projekte-einzelfalle-oder-systemversagen">Kürzungen treffen queere Projekte: Einzelfälle oder Systemversagen?</h2>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph"><strong>In einigen Städten, etwa in Potsdam und in Halle (Saale), mussten die lokalen Aidshilfen kürzlich ihre Schulpräventionsprojekte auf Eis legen, weil die Förderung dafür nicht verlängert wurde.</strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Dies sind leider keine Einzelfälle. Die tatsächlichen Summen, mit denen solche und andere Projekte von Organisationen, Vereinen und Initiativen mit öffentlichen Zuschüssen gefördert werden, sind oft gar nicht so groß, aber sie stellen einen wichtigen Teil der Gesamtfinanzierung dar. Fehlt dieses Geld, entfallen die Angebote deshalb oft komplett.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Wenn zum Beispiel ein Kontaktcafé oder eine Beratungsstelle zwar ehrenamtlich betrieben wird, die Raummiete aber bislang wesentlich durch Fördergelder finanziert wurde, gehen mit der Streichung dieser Gelder solche Orte verloren. Damit verlieren viele Menschen – seien es queere oder solche mit Migrationsgeschichte – eine wichtige Möglichkeit, Anschluss und Teilhabe am sozialen Leben zu finden. Auch deshalb ist es wichtig, dass Aidshilfe stabil bleibt – damit uns diese Netzwerke nicht verloren gehen und dadurch all die Menschen, die sonst durchs Raster fallen. Wir müssen also nicht nur unsere Orte und Angebote, sondern auch unsere Community stärken.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Welchen Beitrag kann IWWIT dazu leisten?</strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
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<p class="wp-block-paragraph">Die Aidshilfen und IWWIT haben Präventionsarbeit und auch sexuelle Bildung immer schon als politisch betrachtet. Denn wir stehen nicht nur für Menschen mit HIV, sondern für unterschiedlichste marginalisierte Gruppen ein. Zum Beispiel für Menschen mit HIV, die vielleicht jeglichen Zugang zu Gesundheitssystemen verlieren, sollte sich die politische Lage noch weiter zuspitzen. Wir stehen auch dafür ein, dass Menschen mit Fluchterfahrungen überhaupt einen Zugang zum Gesundheitssystem erhalten.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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<p class="wp-block-paragraph">Wir werden deshalb unsere Präventionsarbeit mehr als bisher auch mit einer politischen Bildungsarbeit verbinden. Denn wir merken, dass das eine nicht ohne das andere geht. Wir sprechen natürlich gerne über Sexualität und Sex und alles, was dazugehört. Wir alle wollen Liebe, wollen Räume, in denen wir uns sicher und wohlfühlen, und wir wollen von der Gesellschaft als das anerkannt und respektiert werden, was wir sind: queere Menschen. Das alles jedoch ist nicht mehr selbstverständlich.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Wir wollen die Community nicht nur aufklären, sondern auch dazu animieren, über solche Themen zu sprechen und nicht unsichtbar zu werden: Geht raus, trefft euch, verbündet euch!</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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<h2 class="wp-block-heading" id="h-digital-prasent-bleiben-und-selbst-aktiv-werden">Digital präsent bleiben – und selbst aktiv werden</h2>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Gerade solche analogen Angebote werden ja immer weniger, wie wir bereits festgestellt haben.</strong></p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Wir haben uns für die neue Förderperiode selbst einen klaren konzeptionellen Fokus gesetzt. Wir werden versuchen, stärker als zuvor auf den verschiedenen digitalen Plattformen, die wir bereits bespielen, präsent zu sein. Eben, um mehr denn je mit Menschen in Kontakt zu treten, die wir im analogen Leben, etwa bei Veranstaltungen während der CSD-Saison, nicht oder nicht mehr erreichen. IWWIT hat deshalb auch einen eigenen TikTok-Kanal gestartet, um auf diesem Weg eine weitere, sehr junge Zielgruppe mit hineinzuholen.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Und hast du Tipps, was jede*r einzelne dazu beitragen kann, damit nicht nur Aidshilfe stabil bleibt, sondern auch unsere Community?</strong></p>

              </div>
    </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Das ist eine gute Frage. Aktivismus hat sehr viele Facetten und es gibt zahlreiche Möglichkeiten, etwas zu bewirken. Du kannst mit vielen anderen gemeinsam auf einer CSD-Demo deine Rechte einfordern und für Sichtbarkeit sorgen. Du kannst einen Brief an einen Bundestagsabgeordneten oder an Verantwortliche in deiner Stadtverwaltung schreiben. Aber auch jedes einzelne Gespräch kann in deinem eigenen persönlichen Umfeld etwas ändern, allein dadurch, dass du klare Haltung zeigst.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Wichtig dabei ist: Achte auf dich und bleib informiert. Es geht nicht allein darum, was im Bundestag oder bei den Parteien passiert, sondern auch, was bei dir auf lokaler Ebene, direkt vor der Haustür geschieht. IWWIT und die Deutsche Aidshilfe werden weiterhin eine vertrauenswürdige Plattform sein, wo ihr Informationen zu bestimmten Fragen erhaltet.</p>

              </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Was mir aber auch wichtig ist zu sagen: Wir leben in unruhigen Zeiten und die vielen schlechten Nachrichten können uns mental belasten. Deshalb: Wer sich aktivistisch engagiert und Haltung zeigt, kann dies nur, wenn er auch auf sich selbst und die eigene Gesundheit achtet, und sich auch notwendige Ruhe und Auszeiten gönnt.</p>

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  </div>
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<h2 class="wp-block-heading" id="h-mehr-zur-kampagne-aidshilfebleibtstabil"><strong>Mehr zur Kampagne #AidshilfeBleibtStabil</strong></h2>

              </div>
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<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="dI8ZKFrMAb"><a href="https://magazin.hiv/magazin/aidshilfe-bleibt-stabil/">Aidshilfe bleibt stabil – für Solidarität, gegen Spaltung</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Aidshilfe bleibt stabil – für Solidarität, gegen Spaltung&#8220; &#8211; magazin.hiv" src="https://magazin.hiv/magazin/aidshilfe-bleibt-stabil/embed/#?secret=jpzf4wfPlu#?secret=dI8ZKFrMAb" data-secret="dI8ZKFrMAb" width="500" height="282" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
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<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="I8tFtURl0I"><a href="https://magazin.hiv/magazin/gesundheit-in-haft/">Lichtblick im Gefängnisalltag: „Gesundheit in Haft“</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Lichtblick im Gefängnisalltag: „Gesundheit in Haft“&#8220; &#8211; magazin.hiv" src="https://magazin.hiv/magazin/gesundheit-in-haft/embed/#?secret=SvDB4rUXPm#?secret=I8tFtURl0I" data-secret="I8tFtURl0I" width="500" height="282" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
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		<title>Aidshilfe bleibt stabil – für Solidarität, gegen Spaltung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 14 Apr 2026 08:18:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Aidshilfe bleibt stabil]]></category>
		<category><![CDATA[Aidshilfe gegen Rassismus]]></category>
		<category><![CDATA[Diskriminierung]]></category>
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		<category><![CDATA[LGBTIQA+]]></category>
		<category><![CDATA[Prävention]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsruck]]></category>
		<category><![CDATA[Strukturelle Prävention]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit der Kampagne #AidshilfeBleibtStabil setzen wir ein Zeichen: Rechtspopulismus und Menschenfeindlichkeit haben bei uns keinen Platz. Wir stehen zu unseren Werten – und an der Seite all unserer Communitys!]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Mit der Kampagne #AidshilfeBleibtStabil setzt die Deutsche Aidshilfe ein klares Zeichen: Rechtspopulismus und Menschenfeindlichkeit haben bei uns keinen Platz. Wir stehen zu unseren Werten – und an der Seite all unserer Communitys!</strong><br><br><em>Read this text in English: <a href="https://magazin.hiv/magazin/aidshilfe-bleibt-stabil/#h-aidshilfe-stays-strong-for-solidarity-against-division">Aidshilfe stays strong – for solidarity, against division</a></em></p>

              </div>
    </div>
  </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Menschenverachtende Ansichten sind in den letzten Jahren immer sichtbarer geworden. Rechtspopulistische Forderungen, autoritäre Vorstellungen, rassistische Vorurteile und Hetze gegen Emanzipation und Vielfalt brechen sich immer weiter Bahn.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Sie treffen ganz besonders diejenigen Gruppen, für die wir uns stark machen: Menschen mit HIV, Schwule, Lesben, Bisexuelle und andere Queers, trans, nicht-binäre und inter Personen, Menschen in Haft, mit Migrationsgeschichte, in der Sexarbeit, Drogen konsumierende, kranke und behinderte Personen – all diese Gruppen werden von der zunehmenden Menschenfeindlichkeit massiv bedroht.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Das zeigen zum Beispiel queerfeindliche Angriffe und Aufmärsche gegen CSDs, die immer härter werdende Migrations- und Asylpolitik, die transfeindliche Forderung, das Selbstbestimmungsgesetz zurückzunehmen, antifeministische Angriffe in sozialen Medien oder verachtende Äußerungen gegen Menschen mit Behinderung. Auch Aidshilfen werden immer öfter direkt attackiert; insgesamt gerät zivilgesellschaftliches Engagement zunehmend unter Druck: Förderungen werden gestrichen, demokratiestützende Organisationen diskreditiert.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Kern von HIV-Prävention ist aber: Menschen können ihre Gesundheit nur selbstbestimmt schützen, wenn sie ohne Angst vor Abwertung, Ausgrenzung und Diskriminierung leben können.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Mit unserer Kampagne #AidshilfeBleibtStabil sagen wir deshalb ganz klar:</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-list block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<ul class="wp-block-list">    
<li>Aidshilfe ist und bleibt Teil einer offenen und vielfältigen Zivilgesellschaft.</li>



    
<li>Aidshilfe steht an der Seite der von rechts bedrohten Communitys.</li>



    
<li>Wir halten zusammen – für Vielfalt, Respekt und Solidarität!</li>

</ul>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Diese Werte sind für Aidshilfearbeit zentral – sie setzen Maßstäbe, an denen wir uns orientieren und messen wollen. Und sie zeigen sich in unserem täglichen Tun:</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Wir gehen in Gefängnisse, damit Menschen in Haft ihre Gesundheit schützen können. Wir besuchen Bordelle und den Straßenstrich, um Sexarbeitende zu unterstützen. Wir tauschen Spritzen und bieten Materialien für Safer Use beim Drogenkonsum an, weil wir wissen, was wirklich hilft.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Wir sind vor Ort in den schwulen und queeren Communitys. Wir beraten zu allen Themen der sexuellen Gesundheit. Wir unterstützen bei sozialen und rechtlichen Fragen und stärken den Rücken im Diskriminierungsfall. Wir gehen in die Schulen und überallhin, wo sexuelle Bildung gefragt ist. Wir arbeiten mit verschiedenen Migrant*innen-Communitys zusammen, um die Versorgung zu verbessern und gemeinsam Prävention zu gestalten.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Und wir mischen uns ein – in Debatten um sexuelle und queere Rechte, geschlechtliche Selbstbestimmung, Sexarbeit, Migrations-, Drogen- und Gesundheitspolitik – und arbeiten daran, dass Diskriminierung irgendwann Geschichte ist.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Dabei nehmen wir nicht hin, dass benachteiligte Gruppen gegeneinander ausgespielt werden. Uns leitet die Grundhaltung, dass alle Menschen gleichwertig sind und das Menschenrecht auf Gesundheit für alle gilt.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wir lassen uns nicht spalten! Für ein solidarisches Miteinander – Aidshilfe bleibt stabil!</strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-yoast-seo-table-of-contents block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<div class="wp-block-yoast-seo-table-of-contents yoast-table-of-contents"><h2>Inhaltsverzeichnis</h2><ul><li><a href="#h-aidshilfe-stays-strong-for-solidarity-against-division" data-level="2">Aidshilfe stays strong – for solidarity, against division</a></li><li><a href="#h-aidshilfebleibtstabil-zum-mitmachen" data-level="2">#AidshilfeBleibtStabil zum Mitmachen</a></li><li><a href="#h-aidshilfe-gegen-rechts-weitere-aktionen" data-level="2">Aidshilfe gegen rechts &#8211; weitere Aktionen</a></li><li><a href="#h-hintergrundartikel" data-level="2">Hintergrundartikel</a></li><li><a href="#h-forderungen-und-positionen-der-aidshilfe-auswahl" data-level="2">Forderungen und Positionen der Aidshilfe (Auswahl)</a></li></ul></div>

              </div>
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    <span class="visuallyhidden">Zurück</span>
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    </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<h2 class="wp-block-heading" id="h-aidshilfe-stays-strong-for-solidarity-against-division"><strong>Aidshilfe stays strong – for solidarity, against division</strong></h2>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph"><strong>With #AidshilfeBleibtStabil campaign, Deutsche Aidshilfe sends a clear message: there is no place for right-wing populism and hatred in our work. We stay true to our values and stand by all our communities!</strong></p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">In recent years, dehumanizing attitudes have become more and more visible. Right-wing, populist demands, authoritarian ideas, racist prejudice, and hate speech against emancipation and diversity keep gaining ground.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">They particularly affect the groups we stand up for: People living with HIV, gays, lesbians, bisexual and queer people, trans, non-binary and intersex people, people in prisons, migrants, sex workers, people who use drugs, people with disabilities and other health conditions are facing growing levels of hate and discrimination.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">We see this in queerphobic attacks and anti-pride marches, restrictive migration and asylum policies, transphobic demands to roll back the self-ID law, anti-feminist abuse on social media, or disparaging statements against people with disabilities. HIV service organizations are also targeted more frequently. With funding being cut and pro-democracy organizations being discredited, the civil society as a whole is put under mounting pressure.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">However, HIV prevention depends on people living without fear of stigma, exclusion, and discrimination – only then will they be able to protect their health freely and independently.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">That’s why our campaign #AidshilfeBleibtStabil makes clear:</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-list block--align-left ">
    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<ul class="wp-block-list">    
<li>Aidshilfe is, and will remain, part of an open and diverse civil society.</li>



    
<li>Aidshilfe stands in solidarity with communities threatened by the political right.</li>



    
<li>We stand together – for diversity, respect, and solidarity!</li>

</ul>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">These values are central to HIV services – they set the standards we strive to live up to and shape our everyday work:</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">We visit prisons to help incarcerated people take better care of their health. We go into brothels and onto the streets to support sex workers. We run needle exchanges and provide materials for safer use, because we know what actually works.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">We’re on the ground in gay and queer communities. We provide counselling on all aspects of sexual health. We support people with social or legal issues and we have their back when they face discrimination. We work in schools and wherever sexual education is needed. We collaborate with different migrant communities to improve access and shape prevention services together.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">We’re actively involved in debates on sexual and queer rights, self-identification, sex work, migration, drug, and health policy. We’re fighting for a future where discrimination is a thing of the past.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">In doing so, we refuse to accept disadvantaged groups being pitted against each other. We’re guided by the principle that all people are equal and that the human right to health applies to everyone.</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">We won’t be divided! For a community based on solidarity – Aidshilfe stays strong!</p>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-heading block--align-left ">
    <div class="l-container">
      <div class="l-content-column block-content">
                  
<h2 class="wp-block-heading" id="h-aidshilfebleibtstabil-zum-mitmachen"><strong>#AidshilfeBleibtStabil zum Mitmachen</strong></h2>

              </div>
    </div>
  </div>
  <div class="block block--type-core block--type-core-paragraph block--align-left ">
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<p class="wp-block-paragraph">Mit unseren Grafiken kannst du ganz einfach ein Zeichen setzen, unseren Aufruf verbreiten und die Kampagne mitgestalten. Hier geht es zum <a href="https://cloud.aidshilfe.de/s/K8g4qjASfowwaPW" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Download-Ordner</a> für Mitgliedsorganisationen der DAH (Passwort: ABS2026). Verwende bei deinen Social-Media-Posts bitte den Hashtag #AidshilfeBleibtStabil, danke!<br><br>In unserem Shop kannst du zur Kampagnen ein <a href="https://www.aidshilfe.de/de/shop/aidshilfe-bleibt-stabil-wir-stehen-zusammen-Plakat-2026">Poster</a>, den <a href="https://aidshilfe.de/node/12686">Fensteraufkleber</a> und als Give-away einen Button in&nbsp;<a href="https://aidshilfe.de/node/12746">grün</a>&nbsp;oder&nbsp;<a href="https://aidshilfe.de/node/12747">pink</a> bestellen &#8211; sowie die Kampagnenaufkleber mit allen Slogans:&nbsp;<a href="https://aidshilfe.de/node/12687">Wir gehen auf den Strich.</a>&nbsp;&nbsp;<a href="https://aidshilfe.de/node/12688">Wir kommen in den Knast.</a>&nbsp;&nbsp;<a href="https://aidshilfe.de/node/12691">Wir machen Schule.</a>&nbsp;&nbsp;<a href="https://aidshilfe.de/node/12689">Wir lassen es uns nicht nehmen.</a>&nbsp;&nbsp;<a href="https://aidshilfe.de/node/12690">Wir heißen dich willkommen.</a>&nbsp;&nbsp;<a href="https://aidshilfe.de/node/12692">Wir stehen zusammen.</a>&nbsp;&nbsp;<a href="https://aidshilfe.de/node/12693">We stand together.</a></p>

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<h2 class="wp-block-heading" id="h-aidshilfe-gegen-rechts-weitere-aktionen"><strong>Aidshilfe gegen rechts &#8211; weitere Aktionen</strong></h2>

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<p class="wp-block-paragraph">Seit vielen Jahren engagieren sich Aidshilfen gegen Rechtspopulismus: mit kreativen Slogans, als Teil von Demonstrationen, mit solidarischen Aufrufen und klarer Haltung. Sie zeigen deutlich: Aidshilfe steht für ein respektvolles Miteinander. Rechtsextremes Denken schadet unseren Communitys und der HIV-Prävention.</p>

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<p class="wp-block-paragraph">Hier findet ihr aktuelle Kampagnen:</p>

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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<ul class="wp-block-list">    
<li><strong><a href="https://www.hiv-migration.de/aktuelles-aus-dem-bereich-migration" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Internationale Wochen gegen Rassismus</a>, </strong>das Programm der Deutschen Aidshilfe mit Online-Angeboten und Medien</li>



    
<li><strong><a href="https://www.aidshilfe-hamburg.de/informieren/vielfalt-ist-alternativlos" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Vielfalt ist alternativlos</a> </strong>und <strong><a href="https://www.aidshilfe-hamburg.de/informieren/aktuelles/default-320e6a346a9c9a14a87584d82bf3ee03-3" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Trans Rights are Human Rights</a></strong>, zwei Kampagnen der Aidshilfe Hamburg</li>



    
<li><a href="https://nrw.aidshilfe.de/themen/leben-mit-hiv/aktionen/helferzellen-gegen-rechts" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><strong>Helferzellen gegen rechts</strong></a>, Aktion von POSITHIV HANDELN NRW</li>



    
<li><a href="https://magazin.hiv/magazin/aidshilfen-gegen-rassismus/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><strong>Aidshilfen gegen Rassismus</strong></a>, Kampagne der Deutschen Aidshilfe</li>

</ul>

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<h2 class="wp-block-heading" id="h-hintergrundartikel"><strong>Hintergrundartikel</strong></h2>

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<p class="wp-block-paragraph">Warum ist Transfeindlichkeit ein integraler Bestandteil rechten Denkens? Was will die AfD konkret? Wie betrifft Aidshilfen der Rechtsruck in ihrer Arbeit und was tun wir dagegen? Wir untersuchen rechtsextreme Denkmuster, analysieren die Folgen des politischen Wandels und stärken unsere Communitys bei einer klaren Haltung. Hier eine Auswahl an Artikeln zum Thema:</p>

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<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="crURW0IOAP"><a href="https://magazin.hiv/magazin/geht-raus-trefft-euch-verbuendet-euch/">&#8222;Geht raus, trefft euch, verbündet euch!&#8220;</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;&#8222;Geht raus, trefft euch, verbündet euch!&#8220;&#8220; &#8211; magazin.hiv" src="https://magazin.hiv/magazin/geht-raus-trefft-euch-verbuendet-euch/embed/#?secret=AuUFs4W5hV#?secret=crURW0IOAP" data-secret="crURW0IOAP" width="500" height="282" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
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<p class="wp-block-paragraph">Wenn Community-Orte verschwinden und Kürzungen queere Projekte treffen : Was die aktuellen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen für die queere Communitys bedeuten und wie sie sich vor Anfeindungen und Repressalien schützt, das erläutert IWWIT-Kampagnenchef Jonathan Gregory im Interview. Mit einem Aufruf, selbst aktiv zu werden.</p>

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<p class="wp-block-paragraph">Die Betreuung und Unterstützung von Menschen in Haft gehört für viele Aidshilfen in Deutschland zu ihren Kernaufgaben. Welche Bedeutung diese Arbeit für die Gefangenen hat, zeigt sich im Emsland. Das Zentrum Sexuelle Gesundheit Ems-Vechte hat hier über Jahrzehnte hinweg das vorbildliche und preisgekrönte Programm <strong>„Gesundheit in Haft</strong>“&nbsp;entwickelt.</p>

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<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="vMhznE9EhM"><a href="https://magazin.hiv/magazin/gesundheit-in-haft/">Lichtblick im Gefängnisalltag: „Gesundheit in Haft“</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Lichtblick im Gefängnisalltag: „Gesundheit in Haft“&#8220; &#8211; magazin.hiv" src="https://magazin.hiv/magazin/gesundheit-in-haft/embed/#?secret=vIrJDADPcu#?secret=vMhznE9EhM" data-secret="vMhznE9EhM" width="500" height="282" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
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<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="f8JkvcijKK"><a href="https://magazin.hiv/magazin/aidshilfen-und-der-rechtsruck-wir-bleiben-ein-sicherer-ort/">Aidshilfen und der Rechtsruck: „Wir bleiben ein sicherer Ort!“</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Aidshilfen und der Rechtsruck: „Wir bleiben ein sicherer Ort!“&#8220; &#8211; magazin.hiv" src="https://magazin.hiv/magazin/aidshilfen-und-der-rechtsruck-wir-bleiben-ein-sicherer-ort/embed/#?secret=osjRzba7iK#?secret=f8JkvcijKK" data-secret="f8JkvcijKK" width="500" height="282" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
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<p class="has-text-align-left is-style-is-attention wp-block-paragraph">Schon im Vorfeld der Europa- und Landtagswahlen 2024 zeichnete sich ein deutlicher Stimmenzuwachs für rechtsextreme Parteien ab. Auch viele Mitgliedsorganisationen der Deutschen Aidshilfe spüren den gesellschaftlichen Rechtsruck. Doch bleibt diese Entwicklung nicht unwidersprochen. Momentaufnahmen aus Brandenburg, Berlin, Sachsen und Thüringen im Juni 2024.</p>

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<p class="is-style-is-attention wp-block-paragraph">Die Positiven-Selbsthilfe POSITHIV HANDELN NRW reagiert auf die zunehmende Ausbreitung und Normalisierung rechtspopulistischer und rechtsextremer Bewegungen in Deutschland mit einer öffentlichkeitswirksamen Kampagne. Was hinter dem Slogan <strong>„Helferzellen gegen rechts“</strong> steht, erläutert Gottfried Dunkel im Interview.</p>

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<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="gP7cQFPLr6"><a href="https://magazin.hiv/magazin/die-demokratie-braucht-viele-helferzellen/">Die Demokratie braucht viele Helferzellen</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Die Demokratie braucht viele Helferzellen&#8220; &#8211; magazin.hiv" src="https://magazin.hiv/magazin/die-demokratie-braucht-viele-helferzellen/embed/#?secret=UJg96Nzrq3#?secret=gP7cQFPLr6" data-secret="gP7cQFPLr6" width="500" height="282" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
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<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="U7zlCkxa2U"><a href="https://magazin.hiv/magazin/transhass-als-motor-des-rechtsrucks/">Transhass als Motor des Rechtsrucks</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Transhass als Motor des Rechtsrucks&#8220; &#8211; magazin.hiv" src="https://magazin.hiv/magazin/transhass-als-motor-des-rechtsrucks/embed/#?secret=oPOkhHosCK#?secret=U7zlCkxa2U" data-secret="U7zlCkxa2U" width="500" height="282" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
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			</svg>
            
<p class="is-style-is-attention wp-block-paragraph">Trans Menschen werden immer mehr zur Zielscheibe eines rechten Populismus. Mine Pleasure Bouvar analysiert die Strategien der internationalen <strong>Anti-Gender-Bewegung</strong> zur Verbreitung von Transhass, Transmisogynie und antisemitischen Verschwörungsnarrativen.</p>

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			</svg>
            
<p class="is-style-is-attention wp-block-paragraph">Anlässlich der Landtagswahlen 2024 nahmen wir Inhalte und <strong>Forderungen der AfD</strong> genau unter die Lupe, die sich gern als „Partei der kleinen Leute“ inszeniert. In Wirklichkeit aber verfolgt sie einen zutiefst unsozialen Kurs. Ihr Rassismus und ihre Menschenverachtung sind dabei nicht zu übersehen.</p>

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<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="66dw12Nst5"><a href="https://magazin.hiv/magazin/landtagswahlen-2024-afd/">Unsozial, rassistisch, menschenverachtend: Was will die AfD?</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Unsozial, rassistisch, menschenverachtend: Was will die AfD?&#8220; &#8211; magazin.hiv" src="https://magazin.hiv/magazin/landtagswahlen-2024-afd/embed/#?secret=2cuWUFvGmg#?secret=66dw12Nst5" data-secret="66dw12Nst5" width="500" height="282" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
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<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="8MBM7B201G"><a href="https://magazin.hiv/magazin/angst-vor-abschiebung-women-in-exile/">Angst vor Abschiebung: „Ein Gefühl, mit dem ich leben muss“</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Angst vor Abschiebung: „Ein Gefühl, mit dem ich leben muss“&#8220; &#8211; magazin.hiv" src="https://magazin.hiv/magazin/angst-vor-abschiebung-women-in-exile/embed/#?secret=4fx3CxdQEg#?secret=8MBM7B201G" data-secret="8MBM7B201G" width="500" height="282" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
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			</svg>
            
<p class="is-style-is-attention wp-block-paragraph">Mary kam aus Kenia nach Deutschland, um Asyl zu beantragen. Zurück ließ sie ihre Zwillinge, die inzwischen zwölf sind. Sie ist geduldet und fürchtet, jederzeit abgeschoben werden zu können. Kraft gibt ihr in dieser unsicheren Situation ihr Engagement für <strong>Women in Exile</strong>, einer Peer-to-Peer-Initiative, bei der Geflüchtete andere unterstützen. In Unterkünften haben Frauen mit Problemen wie sexualisierter Gewalt, fehlender Privatsphäre und mangelnder Hygiene zu kämpfen.</p>

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			</svg>
            
<p class="is-style-is-attention wp-block-paragraph">Keine Behandlung und krankmachende Lebensumstände: Geflüchtete Menschen, die psychisch erkrankt sind, bekommen in Deutschland oft keine Behandlung. Die Psychosozialen Zentren können nur wenigen eine <strong>psychotherapeutische Versorgung </strong>ermöglichen – die Finanzierungslücke ist eklatant. Dabei zeigt das Beispiel von Wali Shafique*, was professionelle Unterstützung bewirken kann.</p>

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<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="Eta2stB3jc"><a href="https://magazin.hiv/magazin/keine-behandlung-und-krankmachende-lebensumstaende/">Keine Behandlung und krankmachende Lebensumstände</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Keine Behandlung und krankmachende Lebensumstände&#8220; &#8211; magazin.hiv" src="https://magazin.hiv/magazin/keine-behandlung-und-krankmachende-lebensumstaende/embed/#?secret=btWRo1kRkK#?secret=Eta2stB3jc" data-secret="Eta2stB3jc" width="500" height="282" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
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<blockquote class="wp-embedded-content" data-secret="i5S7X6bvwt"><a href="https://magazin.hiv/magazin/transfeinde-stressen-segm/">Transfeinde stressen – und die Community stresst zurück</a></blockquote><iframe loading="lazy" class="wp-embedded-content" sandbox="allow-scripts" security="restricted"  title="&#8222;Transfeinde stressen – und die Community stresst zurück&#8220; &#8211; magazin.hiv" src="https://magazin.hiv/magazin/transfeinde-stressen-segm/embed/#?secret=WKEdurwtmv#?secret=i5S7X6bvwt" data-secret="i5S7X6bvwt" width="500" height="282" frameborder="0" marginwidth="0" marginheight="0" scrolling="no"></iframe>
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			</svg>
            
<p class="is-style-is-attention wp-block-paragraph">Die&nbsp;„Society for Evidence based Gender Medicine“ veranstaltete in Berlin eine Konferenz mit Akteur*innen der internationalen <strong>Anti-trans-Bewegung</strong>. Aktuelle Standards der Transgesundheit wurden dort unter dem Gesichtspunkt „ethischer Bedenken” besprochen.&nbsp;Das Bündnis&nbsp;„Transfeinde stressen“ mobilisierte Protest. Aber auch große Medien übernahmen transfeindliche Positionen&nbsp;und der Präsident der Bundesärztekammer hielt eine Rede zur Eröffnung.</p>

          </div>
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    </div>
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<p class="is-style-is-attention wp-block-paragraph"></p>

          </div>
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      <div class="l-content-column block-content">
                  
<h2 class="wp-block-heading" id="h-forderungen-und-positionen-der-aidshilfe-auswahl"><strong>Forderungen und Positionen der Aidshilfe (Auswahl)</strong></h2>

              </div>
    </div>
  </div>
    
  

  <div id="block_835bf9b6f22170a873ea01980453724b" class="block block--type-mo-highlight block--align-full block--spacing-none">
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        <div class="l-content-column">
          <div class="highlight__panel">
                          <h2 class="highlight__heading">
                <span>Der Zugang zur Gesundheitsversorgung ist ein Menschenrecht. Wir fordern deshalb gesundheitliche Versorgung für alle.</span>
              </h2>
                        <div class="highlight__content content">
              <p>Menschen ohne Aufenthaltspapiere haben zurzeit keinen sicheren Zugang. Darum muss die <a href="https://magazin.hiv/magazin/gleichbehandeln/">Übermittlungspflicht nach § 87 des Aufenthaltsgesetzes</a> abgeschafft werden. Wir fordern außerdem die <a href="https://www.aidshilfe.de/meldung/deutsche-aidshilfe-welt-aids-konferenz-medizinische-versorgung-alle-deutschland">Abschaffung des Asylbewerberleistungsgesetzes</a>, Gleichbehandlung von Geflüchteten bei der sozialen und gesundheitlichen Versorgung sowie die Versorgung von <a href="https://www.aidshilfe.de/meldung/eckpunkte-papier-gesundheit-haft">Menschen in Haft über die gesetzliche Krankenversicherung statt über die Justizministerien der Länder, damit sie gesundheitlich so versorgt werden wie Menschen „draußen“</a>.</p>

            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </div>
  
      </div>
    
  

  <div id="block_b9473cb8695dbac114411b4727f351b8" class="block block--type-mo-highlight block--align-full block--spacing-none">
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        <div class="l-content-column">
          <div class="highlight__panel">
                          <h2 class="highlight__heading">
                <span>Wir fordern eine humane, akzeptierende Drogenpolitik – sie rettet Menschenleben und verhindert individuelle und soziale Schäden.</span>
              </h2>
                        <div class="highlight__content content">
              <p>Dazu gehört für uns, dass <a href="https://www.aidshilfe.de/meldung/todesfall-wegen-geschlossen-bayerns-erster-drogenkonsumraum-nur-durchs-schaufenster-sehen"><u>alle Bundesländer sogenannte Drogenkonsumräume ermöglichen</u> </a>und dass weitere lebensrettende Maßnahmen bundesweit umgesetzt und leicht zugänglich gemacht werden, etwa die <a href="https://www.aidshilfe.de/meldung/gedenktag-217-taeglich-fuenf-tote-falsche-drogenpolitik"><u>Vergabe von Naloxon (gegen Überdosierungen) oder Drugchecking </u></a>(Testen auf Inhaltsstoffe und Wirkmengen von Drogen).</p>

            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </div>
  
      </div>
    
  

  <div id="block_6d08a9036fc0e2dabf6226adb233e997" class="block block--type-mo-highlight block--align-full block--spacing-none">
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          <div class="highlight__panel">
                          <h2 class="highlight__heading">
                <span>Wir fordern, Aufklärung und Prävention rund ums Thema sexuelle Gesundheit und sexuelles Wohlbefinden zu sichern und auszubauen.</span>
              </h2>
                        <div class="highlight__content content">
              <p>Das heißt zum Beispiel, den <a href="https://www.aidshilfe.de/meldung/zugang-sexueller-bildung-verhuetungsmitteln-jugendliche-verbessern"><u>Zugang </u><u>zu sexueller Bildung und zu Verhütungsmitteln für Jugendliche zu verbessern</u></a> und Aufklärungs-, Beratungs- und Test-<a href="https://www.aidshilfe.de/meldung/welt-aids-tag-112-erfolge-deutschen-hivaids-praevention-gefahr">A<u>ngebote von Aidshilfen und Drogenhilfen finanziell abzusichern</u></a> statt zu kürzen.</p>

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          <div class="highlight__panel">
                          <h2 class="highlight__heading">
                <span>Wir fordern Akzeptanz für Sexarbeit und den Abbau von Diskriminierung.</span>
              </h2>
                        <div class="highlight__content content">
              <p>Unsere <a href="https://www.aidshilfe.de/meldung/sexarbeit-deutschland-druck-nimmt-hilfsangebote-wichtiger-denn-je"><u>Studie zu den Bedarfen von Sexarbeiter*innen in Sachen Prävention von HIV und Geschlechtskrankheiten</u></a> hat erneut gezeigt: Diskriminierung fördert Gewalt, Kriminalisierung verdrängt Sexarbeiter*innen in unsichtbare und unsichere Bereiche, wo sie für Prävention und Hilfsangebote nicht mehr erreichbar sind. Wir fordern daher die Abschaffung von Sperrbezirken in allen Bundesländern und eine weitere Verbesserung der Arbeitsbedingungen die <a href="https://www.aidshilfe.de/sexkaufverbot-verhindern-unterstuetzung-statt-nordisches-modell"><u>statt eines Sexkaufverbots</u></a>.</p>

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          <div class="highlight__panel">
                          <h2 class="highlight__heading">
                <span>Wir engagieren uns gegen HIV-bezogene Diskriminierung – sie macht krank, erschwert Prävention und schädigt das soziale Umfeld.</span>
              </h2>
                        <div class="highlight__content content">
              <p>Eine von vielen Maßnahmen zum Abbau von Diskriminierung ist ein <a href="https://www.aidshilfe.de/meldung/hiv-tests-arbeitsleben-verbieten"><u>Verbot von HIV-Tests im Arbeitsleben</u></a>. Wir fordern außerdem die <a href="https://aids-nrw.de/front_content.php?idcat=1669&amp;idart=8216&amp;lang=51">Erweiterung des Allgemeinen Gesetzes zur Gleichbehandlung (AGG) um das Merkmal „chronische Erkrankungen“</a> sowie ein <a href="https://hiv-diskriminierung.de/aktuelles/agg-reform-jetzt">Verbandsklagerecht</a>, um besser gegen Diskriminierung vorgehen zu können. Wir verstehen Antidiskriminierungsarbeit als Demokratiearbeit und fordern in unserem Positionspapier <a href="https://www.aidshilfe.de/de/positionspapier-antidiskriminierungsarbeit">„Zusammenhalt und Vielfalt – unsere Zukunft gestalten“</a> die Absicherung einer vielfältigen Antidiskriminierungs- und Menschenrechtsarbeit.</p>

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          <div class="highlight__panel">
                          <h2 class="highlight__heading">
                <span>Wir fordern eine rassismusfreie Versorgung.</span>
              </h2>
                        <div class="highlight__content content">
              <p><a href="https://www.aidshilfe.de/de/aidshilfen-gegen-rassismus-0">Antirassimusarbeit ist Teil von struktureller HIV-Prävention.</a> Darum engagieren wir uns für die Beseitigung von Rassismus in der Gesundheitsversorgung und fördern eine rassismuskritische Auseinandersetzung in Verband und Bundesgeschäftsstelle.</p>

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          <div class="highlight__panel">
                          <h2 class="highlight__heading">
                <span>Wir fordern den Erhalt des neuen Selbstbestimmungsgesetzes und den Ausbau von Angeboten für trans und nicht-binäre Menschen.</span>
              </h2>
                        <div class="highlight__content content">
              <p>Dazu gehören communitynahe Angebote rund um sexuelle Gesundheit, die<a href="https://www.aidshilfe.de/meldung/angebote-sexueller-gesundheit-trans-nichtbinaere-menschen-mangelhaft"> <u>Schulung von Fachpersonal </u><u>unter anderem in medizinischen Einrichtungen </u>und die Sicherstellung der medizinischen Versorgung bei der Transition</a>.</p>

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          <div class="highlight__panel">
                          <h2 class="highlight__heading">
                <span>Die Förderung von Selbstbestimmung ist ein zentraler Pfeiler der HIV-Prävention – auch beim Umgang mit den eigenen Daten.</span>
              </h2>
                        <div class="highlight__content content">
              <p>Wir fordern deshalb eine <a href="https://www.aidshilfe.de/meldung/offener-brief-karl-lauterbach-epa-noch-startklar"><u>Überarbeitung der elektronischen Patient*innenakte (</u><u>ePA</u></a>), damit die Daten sicher sind und Patient*innen die Sichtbarkeit ihrer Daten leicht selbst steuern können.</p>

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