Vom 21. bis zum 24. August 2014 werden in Kassel die Positiven Begegnungen (kurz: PoBe) stattfinden. Die größte Selbsthilfekonferenz zum Leben mit HIV und Aids in Europa wird alle zwei Jahre von der Deutschen AIDS-Hilfe gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Selbsthilfe organisiert. Welche Workshop-Themen bereits feststehen, wie das Rahmenprogramm aussehen soll und was die nächsten Schritte in der Vorbereitung sein werden, stellt Heike Gronski, DAH-Referentin für „Leben mit HIV“, vor .

Über 200 Vorschläge zu Themen und Workshops

Weit über 200 Vorschläge zu Themen und Workshops für die Positiven Begegnungen 2014 sind bei uns eingegangen – ein ganz herzliches Dankeschön an alle, die sich die Zeit dafür genommen haben! Über unterschiedliche Kanäle haben wir  sehr viel positives Feedback zu dieser Beteiligungsmöglichkeit bekommen, das freut uns sehr. Ein wichtiger Kanal ist natürlich Facebook: www.facebook.de/positivebegegnungen. An dieser Stelle auch herzlichen Dank an Holger für die Einrichtung und Betreuung der Facebook-Seite!

Nun haben wir uns an einem Wochenende im Januar durch die zahlreichen Wünsche und Anregungen gewühlt, um daraus Workshops und andere Veranstaltungen zu basteln. Das waren sehr intensive und arbeitsreiche Stunden, die uns aber auch sehr viel Spaß bereitet haben.

Bisher haben wir Skizzen für 40 Workshops entworfen: In einem wird es um die  Auswirkungen des Bundesarbeitsgerichtsurteils auf die Situation von HIV-Positiven am Arbeitsplatz gehen. Das Gericht hatte im Dezember letzten Jahres entschieden, dass auch eine symptomlose HIV-Infektion als Behinderung gilt und Menschen mit HIV folglich durch das AGG geschützt sind (aidshilfe.de berichtete).

„HIV im Alter“ ist nur eines der vielen Themen auf den Positiven Begegnungen

Mehrere Workshops sollen sich mit dem Thema Alter befassen: Die Themenwerkstatt „HIV im Alter“ wird zum Beispiel den Fragebogen „Welcher Wohntyp bin ich“ vorstellen, den die Workshopteilnehmer_innen testen und weiterentwickeln sollen.

Ein Schwerpunkt der diesjährigen PoBe wird auch das Thema Diskriminierung sein, und das möchten wir größtenteils mit interaktiven Methoden angehen. Dabei werden wir uns einerseits mit Diskriminierungen beschäftigen, die HIV-Positive von außen erfahren, andererseits aber auch mit Benachteiligungen und Ausgrenzungen innerhalb der Community.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Struktur der Selbsthilfe. Hierzu wollen wir zentrale Fragen diskutieren: Können und wollen sich HIV-Positive die Aidshilfen „zurückerobern“? Welche Modelle der Partizipation gibt es innerhalb der verbandlichen Arbeit? Welche erscheinen sinnvoll und sind verbindlich?

Auch das Thema verinnerlichte Stigmatisierung wollen wir aufgreifen – die Teilnehmer_innen eines Workshops hierzu können z. B. auf eine kleine Foto-Exkursion gehen. Und das Thema Kriminalisierung steht ebenfalls auf dem Programm: In einer Podiumsdiskussion werden Expert_innen, u. a. aus den Bereichen Medizin, Justiz und des Nationalen AIDS-Beirats, Möglichkeiten einer besseren Zusammenarbeit der unterschiedlichen Akteure im Hinblick auf die Entkriminalisierung der HIV-Exposition und  -Übertragung erörtern.

Realistische Bilder vom Leben mit HIV vermitteln

Vielfach wurde das Thema „Bilder von HIV“ gewünscht. Gemeinsam wollen wir diskutieren, welchen Einfluss  die Community darauf hat, dass realistische Bilder vom Leben mit HIV in der Öffentlichkeit vermittelt werden. Hier werden wir mit der Interessenvertretung „HIV in der Öffentlichkeit“ zusammenarbeiten.

„Bewegen – Gestalten – Entscheiden“: Unter diesem Motto fanden die PoBe zuletzt 2012 in Wolfsburg statt (Abb.: DAH)
„Bewegen – Gestalten – Entscheiden“: Unter diesem Motto fanden die PoBe 2012 in Wolfsburg statt (Abb.: DAH)

Die nächsten Schritte wurden bereits eingeleitet, um das Programm richtig festzuklopfen: Zurzeit ist eine Liste mit allen Workshops an die Vorbereitungsgruppe unterwegs. Jedes Mitglied sucht sich drei bis vier Veranstaltungen aus und übernimmt dafür die Patenschaft. Dann werden wir bis zum nächsten Treffen im April die Inhalte aller Workshops ausformulieren und die Referent_innen und Moderator_innen kontaktieren.  Anschließend begeben wir uns in die „Feinplanungsphase“, um zum Beispiel die sogenannten Time-Slots auszubalancieren. Im Mai soll das Programm der Positiven Begegnungen für euch in Druck gehen.

Keine PoBe ohne das Rote Sofa und Lauras Café

Selbstverständlich wird es auch auf der diesjährigen PoBe wieder das Rote Sofa und Lauras Café geben,und der Wirt des Kasseler Restaurants „Gleis 1“ weiß auch schon, dass wir kommen. Für das leibliche Wohl ist also gesorgt, und Martin hat sich bereits darum gekümmert, dass die Kinder der PoBe-Teilnehmer_innen betreut werden können. Hinsichtlich der  Feldbetten, die wir gerne für kurze Ruhepausen anbieten möchten, gibt es allerdings noch Recherchebedarf. Das THW kann nur 15 Betten ausleihen. Wir bleiben dran!

Die Positiven Begegnungen möchten wir außerdem nutzen, um den zweiten Teil des Podcasts für das Buddy-Projekt „Sprungbrett“ zu drehen. Verschiedener Medien soll sich auch das Rahmenprogramm unserer Konferenz bedienen: Wir haben bereits die Kinosäle im Kulturbahnhof reserviert; als Ergänzung zum Workshop „HIV und Strafrecht“ möchten wir dort zum Beispiel den Film „No Harm than Good“ zeigen. Eine Lesung ist ebenfalls vorgesehen: Jan Stressenreuter wird aus seinem Roman „Wie Jakob die Zeit verlor“ lesen.

Wie schon in der Vergangenheit werden die Schwerpunkte und die Highlights wieder im Life+ Magazin dokumentiert, das voraussichtlich  im Oktober 2014 erscheinen wird. Aber bis dahin ist noch einiges zu erledigen. Mit viel Elan packen wir jetzt erst mal alle Punkte unserer To-do-Liste an. Unser nächster Meilenstein ist das vierte Vorbereitungstreffen im April in Kassel, und darüber werden wir dann auch wieder berichten.

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